In den 1980ziger Jahren war alles anders. Kassettenrekorder und VHS-Kassetten waren das Maß aller Dinge und auch Zombies waren in den Kinos unterwegs. In Deadlight, dem neuesten Arcade-Titel von Tequila Works, schickt man uns genau in diese Zeitperiode und fügt eine globale Katastrophe hinzu. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut und wollen nun klären, ob sich der Kauf wirklich lohnt.
Seattle ist nicht die Stadt die wir heute kennen. Sie ist zerstört. Viele Bomben haben das Stadtbild grundlegend verändert, der Grund dafür war eine Seuche. Diese brachte die Schatten in unsere Welt. Schatten sind im Zombies, die jeden Menschen durch einen Biss infizieren. Nur wenige haben überlebt und kämpfen auch weiterhin ums nackte Überleben.
Einer der Überlebenden ist Randall Wayne, der mit anderen Flüchtlingen auf dem Weg in ein sicheres Versteck war, als eine seiner Begleiterinnen infiziert wurde. Die Zombies haben eine Gemeinsamkeit mit Haien – sobald sie sich längere Zeit nicht bewegen sind sie dem Tode noch näher. Menschenfleisch steht natürlich ganz oben auf ihrer Speisekarte, glücklicherweise sind die Untoten alles andere als schlau. Sobald man sich auf eine erhöhte Position begibt können die Schatten nur noch stöhnen und euch anschauen. Doch die Welt birgt jedoch noch andere Gefahren. Menschen, die nicht mit dem Virus infiziert sind, jedoch mit Wahnsinn. Schwer bewaffnet machen sie sich gleichermaßen auf die Jagd nach Schatten und Menschen. In diesem Szenario macht sich Randall auf seine Familie zu suchen, ob seine Reise im vorzeitigen Tod endet, oder nicht wollen wir an dieser Stelle nicht verraten.
Laufen und springen
Die Geschichte rund um Randall Wayne, ist nicht nur recht interessant, sondern wird euch im coolen Comic-Stil präsentiert. Die Idee mag zwar nicht neu sein, ist allerdings sehr gut umgesetzt. So baut Deadlight selbst in den kleinen Zwischensequenzen unheimlich viel Atmosphäre auf. Nicht zuletzt auch durch den gesamten Stil des Spiels, doch dazu später mehr.
Deadlight ist ein Plattformer wie man ihn sich lange gewünscht hat. Obgleich es viele Zombies im Spiel gibt, ist es nicht eure einzige Aufgabe sie ins virtuelle Nirvana zu schicken. Viel mehr gilt es sie zu umgehen, sich nicht beißen zu lassen. Das wird man schon zu Beginn des Spiels schnell lernen, denn es dauert einige Zeit bis sich Randall mit einer Axt und später einem Revolver bewaffnet. Beide Waffen sind nicht beliebig einsetzbar. Das Schwingen der Axt kostet Kraft und diese ist essentiell im Spiel. Kraft bzw. Ausdauer braucht man nicht nur zum Axtschwingen sondern auch zum Klettern. Es ist nicht möglich unbegrenzt lange Zeit an einem Vorsprung zu hängen. Irgendwann geht unserem Helden aus den 80ziger einfach die Puste aus.
Beim Revolver wird zwar keine Kraft benötigt jedoch Munition und davon gibt es nur wenig im Spiel. Ist die Lage aussichtslos und man muss tatsächlich zum Schusseisen greifen, empfiehlt es sich auf den Kopf zu schießen, denn dann fallen die Schatten schnell dem endgültigen Tod zum Opfer. Schüsse auf den Körper zeigen deutlich weniger Wirkung und sind fast schon Munitionsverschwendung. Ähnlich selten findet man auch Medipacks, die euch nach einem zu hohen Sturz oder einen Angriff wieder auf die Beine bringen sollen. Glücklichweise war man bei der Entwicklung wirklich fair was die Vergabe von Checkpoints betrifft, denn sterben werdet ihr ganz sicher.
Simpel aber gut
Wirklich gut gefallen hat uns das Gameplay als solches. Die Bedienung ist einfach und geht schnell von der Hand. Allerdings muss man aufpassen, denn Deadlight verzeiht keine Fehler. Steht man nur einen gefühlten Zentimeter zu weit oder dicht am Ziel kann man schnell daran vorbei oder darüber hinweg springen. Einzig das Umgehen mit dem Revolver erfordert etwas Übung, denn ein gezielt wird mit dem rechten Analog-Stick. Es ist etwas fummelig den richtigen Winkel zu finden, damit jeder Schuss auch dahin geht wo man ihn haben wollte. Mit der Steinschleuder, die man im späteren Spielverlauf bekommt, verhält es sich ähnlich. Nur kommt noch hinzu, dass man dann noch einige Rätsel mit Hilfe der Schleuder lösen muss. Also ist auch hier wieder Köpfchen gefragt
Vor allem aber die Mischung aus Survival, Plattformer und Rätsel macht wirklich Spaß. Sinnlos auf die Schatten einzuschlagen bringt gar nichts. Viel mehr sollte man seine Umgebung nutzen um sich die Zombies vom Hals zu halten. Gameplay-technisch hat uns Deadlight vollends überzeugen können.
Comics sind wieder in
Wie Eingangs schon erwähnt wird die Geschichte von Deadlight im Comic-look erzählt aber auch das Spiel als solches bietet einen einzigartigen Grafik-Stil. So sieht man Randall Wayne tatsächlich nur in den Sequenzen, im Spiel selbst steht der Gute permanent im Schatten. Dunkelheit ist beim gesamten Spiel ein Thema. Die Vergangenheit zeigt sich düster und postapokalyptisch. Es ist dieses Mal wirklich reine Geschmackssache ob einem dieser Look zusagt oder nicht. Technisch mag sich auf dem ersten Blick nicht viel dahinter verbergen, doch der Schein trügt. Vor allem dann, wenn man Randall etwas dichter vor der Linse bekommt, sieht man schnell die feinen Animationen, die zusammen mit dem Grafikstil fast schon lebensecht wirken.
Auch der Sound ist für einen Arcade-Titel einwandfrei. Die Stimmen und Dialoge aus Deadlight sind auch in der deutschen Fassung auf English, doch für Sprachmuffel gibt es einen gutleserlichen Untertitel. Musikalisch arbeitet man der ohnehin schon guten Atmosphäre sehr gut zu, hier gibt es keinen Grund zum meckern. Gleiches gilt auch für die restlichen Effekte.
Fazit:
1200 MS Points sind eine Menge Geld und man sollte dieses nicht leichtfertig investieren. Bei Deadlight macht man allerdings kaum einen Fehler. Eine gute Story gepaart mit einem sehr guten Gameplay und einen wirklichen coolen Stil haben uns lange Zeit unterhalten können.
Zweifler sollten wie immer die kostenlose Demo herunterladen, bevor sie sich im Nachhinein ärgern. Wir können Deadlight uneingeschränkt jedem Xbox 360-Gamer empfehlen.
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