Wertung
Haptik - 80%
Preis - 90%
Design/Optik - 83%
Funktionalität - 80%
83%
Mit Lenkrädern wird jede Rennsimulation noch interessanter und wirkt um einiges realer. Hersteller gibt es fast wie Sand am Meer, doch gibt es wichtige Unterschiede zwischen den einzelnen Kontrollern. Wir haben uns das Lenkrad von Lioncast genauer angeschaut und unsere Meinung im nachfolgenden Test zusammengefasst.
Eine Rennsimulation ist mit dem herkömmlichen Kontroller zwar schön anzuschauen, echtes Rennfeeling kommt dabei jedoch nicht auf. Erst mit einem Lenkrad in den Händen wird es interessant und auch spannender. Lioncast will mit dem hauseigenen Lenkrad nicht die großen Konkurrenten aus dem Ring werfen, sondern möchte eine günstige Alternative anbieten.
Reden wir zunächst über die Optik des Lenkrades. Das gesamte Design hat sich einem Thema verschrieben: Racing. Vom Lenkrad bis zu den vielen Buttons hat man versucht einen gewissen sportlichen Racinglook zu wahren. Das ist – trotz der vielen Buttons – gut gelungen. Alle Tasten vom Start- bis zum L3-Button sind kreisförmig um die „Hupe“, das Steuerkreuz, positioniert und als Sechskantschraube getarnt. Obwohl damit ein gewisser Look entsteht, gibt es auch einige Verwirrung, auf die Schnelle die richtige Funktion zu finden. Während des Rennens hat man wenig Zeit, auf das Lenkrad zu schauen und den richtigen Button zu suchen.
Ebenfalls vorhanden die fast schon obligatorischen Schaltwippen zum Wechseln der Gänge, die sich sehr leicht bedienen lassen.
Alles nur Schein?
Nachdem wir die Optik als gut empfunden haben, stellen wir uns nun der Haptik. Wie fühlt es sich an, mit dem Lioncast Lenkrad zu fahren? Dazu haben wir uns Sonnys Vorzeigerennsimulation Gran Tourismus 5 zur Hand genommen und den Asphalt unsicher gemacht. Obgleich Lioncast viel für den Look getan hat, fällt schon nach kurzer Zeit auf, dass die Materialen wenig hochwertig sind. Die Griffflächen des Lenkrades sind mit weichem Gummi überzogen, was zwar angenehm für die Hände ist, jedoch einen Nachteil aufweist. Während der ersten Rennstunden hat man das Gefühl am Lenkrad zu kleben. Man kann nicht behaupten, dass es „billig“ wirkt, jedoch fehlt dem ganzen ein gewisser Feinschliff. Einen Minuspunkt gibt es allerdings für die Beschriftung auf den Buttons. Zumindest die vier großen Buttons – X, Dreieck, Rechteck und Kreis – verschwinden schon nach wenigen Berührungen.
Wirklich schade ist das Fehlen einer Befestigungsmöglichkeit für das Lenkrad. Lediglich vier große Saugnäpfe sollen das Lenkrad an Ort und Stelle halten. Wo wir schon beim ersten Nachteil wären. Hat man keine glatte Fläche zur Hand, ist es fast unmöglich, das Lenkrad zu arretieren. Gerne hätten wir eine zweite Möglichkeit gehabt, das Lenkrad zu befestigen. Das gleiche Prinzip gilt für den mitgelieferten Schalthebel, der ebenfalls nur mit Saugnäpfen befestigt werden kann. Glücklicherweise kann man auf diesen – dank der Schaltwippen – verzichten. Zu den Pedalen selbst können wir an dieser Stelle noch nicht viel sagen, da diese noch abgeändert werden sollen.
Zeit für ein Rennen!
Egal wie ein Lenkrad aussieht, die Bewährungsprobe muss es auf der virtuellen Rennstrecke ablegen. Bei Gran Tourismus ist es leider nicht ganz so leicht, da das Lenkrad von Lioncast von Haus aus zwar erkannt wird, jedoch nicht als Lenkrad, sondern als Standardkontroller. Ist man sich dessen bewusst, weiß man auch, wie man die Tastenbelegung ändern muss, um unter anderem das Gaspedal zu nutzen. Das Lenkverhalten würde man bei echten Autos wohl als leicht schwammig bezeichnen. Das wird vor allem dann sichtbar, wenn es mit dem Wagen in die Kurve geht. Während der Fahrer auf dem Bildschirm das Lenkrad kaum merklich bewegt, muss in Wirklichkeit viel weiter nach links oder rechts gelenkt werden. Es bedarf einiges an Kalibrierung innerhalb von Gran Tourismus 5, um ein gutes Lenkgefühl zu erschaffen – wirklich realistisch wird es aber nie werden.
Für Fahrer, die nicht viel Wert auf pure Simulation legen, dürfte es allerdings recht egal sein, wie weit man das Lenkrad einschlagen muss, um die Kurve zu bekommen. Wo wir beim nächsten Thema wären: Etwas mehr Einschlagweite hätten wir uns ebenfalls gewünscht, da man oft von der Bremse muss, um eine Kurve noch zu kriegen, die man mit dem Kontroller normalerweise mit höherer Geschwindigkeit nehmen könnte.
Fazit:
Lioncast hat mit ihrem Lenkrad für den PC und die PS3 nicht vorgehabt, andere Firmen vom Thron zu stoßen. Viel mehr wollte man eine günstige Alternative für PC und Konsole anbieten. Das ist auch gelungen. Trotz einiger Schwächen wie die sich schnell auflösende Beschriftung und die Befestigung mit Saugnäpfen ist das Lenkrad von Lioncast ein gutes Einsteigermodell.
Man merkt allerdings deutlich, dass man mehr auf PC-Gamer fixiert war, da diese in der Regel an einem Schreibtisch sitzen, der über eine große glatte Fläche verfügt. Zum Preis von knappen 40 Euro können wir das Lenkrad von Lioncast jedem Einsteiger empfehlen. Bei diesem Preis kann man fast gar nichts falsch machen.
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