Dienstag , Dezember 12 2017

Mass Effect 3 – Review – Die Galaxie braucht Dich!

EA und BioWare beenden mit Mass Effect 3 eine SciFi-Saga, wie es sie lange nicht mehr gab. Die Abenteuer um Commander Shepard finden in Mass Effect 3 ein Ende. Wir haben uns gründlich mit dem finalen Titel beschäftigt und klären nun, in diesem Review, warum alles anders ist und doch so gleich.

Ein Review zu Mass Effect zu schreiben war und ist immer ein großes Unterfangen. BioWare setzt bei seinen Rollenspielen immer auf einen unglaublichen Umfang, eine packende Story und jede Menge Action. Auch Mass Effect 3 könnte man so umschreiben, doch kommen wir erst zur Story.

Die Reaper sind da!

Der Planet Mnemosyne vor 37 Millionen Jahren. Ein Reaper nähert sich der Welt und droht alles Leben auszulöschen. Die Zivilisation des Planeten will nicht kampflos untergehen und entschließt sich alles auf eine Karte zu setzen und schafft es während der Schlacht den Reaper schwer zu beschädigen. Fortan treibt der Reaper in manövrierunfähig in der Nähe von Mnemosyne. Es ist unklar ob die unbekannte Rasse des Planeten überlebt hat oder sich dem Reaper geschlagen geben musste. Wir reisen weiter in der Zeit. Vor 298.000 Jahren verschwand auf dem Planeten Helyme alles höher entwickelte Leben. Nur niedere Formen des Lebens, wie Plankton ist verschont worden. Niemand weiß was auf Helyme tatsächlich geschehen ist. Auch auf den Planeten Gaelon und Epho verschwand alles Leben.

Vor rund 48.000 Jahren verschwanden dann die Protheaner von der galaktischen Bildfläche. Eine der wohl höchst entwickelten Kulturen ihrer Zeit vermochte es nicht sich vor den Reapern zu retten. Lange Zeit war nicht klar warum eine so hoch entwickelte Spezies einfach verschwinden konnte. Viele Jahrhunderte glaubte man, dass sie es waren, die die Massenportale schufen und somit das schnelle Reisen innerhalb der Galaxie ermöglicht haben.

Im Jahre 2149 entdeckte die Menschheit ein Massenportal. Versteckt im Mond Charon ermöglichte es das Massenportal viele Lichtjahre durch die Galaxie zu reisen was letztlich einen neuen Krieg hervorbrachte. 2183 fliegt Commander Shepard erstmals mit der Normandy noch unbekannten Abenteuern entgegen, ohne zu wissen das die Reaper schon wieder darauf aus sind alles intelligente Leben auszulöschen.

Mass Effect 3 setzt direkt an die Geschehnisse vom zweiten Teil an. Shepard wird von der Allianz unter Arrest gehalten, da er zuvor mit Cerberus zusammengearbeitet hat. Kurz danach erhält die Erde erste Botschaften, die darauf schließen lassen, dass die Reaper eingetroffen sind. Commander Shepard wird alarmiert, doch es ist zu spät. Die Erde wird bereits von den Reapern angegriffen. Jetzt obliegt es Commander Shepard die Zivilisationen der Galaxie zu vereinen und sie in den Kampf gegen die Reaper zu führen.

Alles ist anders?

BioWare hat während der Entwicklung von Mass Effect zu Mass Effect 3 einige Änderungen an der Franchise vorgenommen. War es im ersten Teil noch möglich Planeten oder Monde zu besuchen, konnte man in Mass Effect 2 nur noch ausgewählte Planeten erkunden und das auch erst nach dem neue Inhalte veröffentlicht wurden. In Mass Effect 3 fällt dies gänzlich weg. Auch das sammeln von Rohstoffen, was in ME2 von unbestreitbarer Wichtigkeit war, wurde wegrationalisiert. Die Sonden werden jetzt zum Bergen von Schätzen oder aber zum auffinden einer Flotte eingesetzt. Entdeckt man eine Anomalie kann angeflogen und gegebenenfalls eine der Sonden eingesetzt werden. Da die Reaper bereits über die Galaxie eingefallen sind, sollte man äußert sparsam sein, was das Scannen betrifft. Setzt man die Scanfunktion zu oft ein, zieht es die Aufmerksamkeit aller in der Nähe befindlichen Reaper auf die Normandy, die euch dann verfolgen und zerstören.

BioWare war es wichtig die Kritik, die nach Mass Effect 2 aufkam, zu verarbeiten und sich zu Herzen zu nehmen. Die fast gänzlich weggefallene Möglichkeit Waffen anzupassen, bzw. sie mit speziellen Items zu verbessern, hat man wieder in ME3 integriert. Es gibt zwei Slots, die es euch ermöglichen bestimmte Bauteile an eure Waffe anzubringen. Damit lassen sich dann bestimmte Werte verbessern. Zudem ist Shepard, wie schon in ME2, in der Lage alle Waffen einzusetzen. Weggefallen ist allerdings schwere Bewaffnung, wie Panzerfäuste und ähnliches. Für uns nicht ganz nachvollziehbar. Gerade beim Angriff der Reaper sollte Shepard doch große Waffen mit sich führen.

Abgesehen von der Bewaffnung hat BioWare den Actionlevel noch einmal angehoben und den Stil von ME2 weiter ausgebaut. Viele Rätsel werdet ihr nicht finden. Im Grunde geht es immer nur darum Wellen von Gegnern, die in ihrer Vielfalt deutlich zugelegt haben, zu erledigen. Die Grundlegende Steuerung hat sich kaum verändert. Die Fähigkeiten der verschiedenen Klassen und eurer Team-Mitglieder können in gewohnter Manier genutzt werden. Nur die Auswahl an verfügbaren Teammitgliedern hat sich indes verringert, vor allem in direkten Vergleich zu Mass Effect 2. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt es dennoch.

Schon seit Teil zwei war es möglich Spielstände zu importieren und seinen selbst erstellten Shepard auch im darauf folgenden Titel einzusetzen. In Mass Effect 3 ist dies ebenfalls möglich. Leider ist das Spiel derzeit auf allen Plattformen nicht in der Lage alte Spielstände zu erkennen, zumindest nicht ohne einige Tricks. Man kann davon ausgehen, dass BioWare bereits an einer Lösung des Problems arbeitet.

Mit Freunden den Sieg erringen.

BioWare hat in Mass Effect 3 erstmals einen Multiplayer eingeführt. Dabei gibt es im Grunde nur einen Modus. Vier Spieler gegen unzählige Wellen von Feinden. Dabei kann man wählen wo die Schlacht ausgetragen werden soll und gegen wen. Feinde wie Geth, Cerberus oder die Reaper warten nur darauf euch auseinander zu nehmen. Die dann gesammelten Erfahrungspunkte und Credits könnt ihr dazu einsetzen euren Charakter aufzuwerten und neue Ausrüstung zu erwerben. Zudem hat der Multiplayer direkte Auswirkung auf den Singleplayer-Modus. Einen Kampf gegen andere Spieler gibt es leider nicht. Es ist also nicht möglich in die Rolle von Cerberus oder den Geth zu schlüpfen.

Schön wie eh und je?

Schon immer hat BioWare für Mass Effect die Unreal Engine 3 genutzt. Auch Mass Effect 3 macht da keine Ausnahme. Man merkt deutlich die Verbesserungen gegenüber ME1. Zum zweiten Teil ist der Schritt jedoch weniger groß und zeigt vergleichbar wenige Verbesserungen. Zum Teil gibt es zumindest auf der Xbox 360 einige Fehler zu sehen. So kommt es Öfters vor, dass die Textur eines Planet erst nachladen muss, nachdem man eine Mission erledigt hat. Ansonsten sind die Weltraumschlachten und die Grafik als solches wieder auf einem sehr hohen Niveau. Einmal mehr hat man auch bei den Gesichtern Fortschritte machen können. Commander Shepard sieht detaillierter denn je aus und auch andere Charaktere,  wie Ashley Williams oder Garus, strotzen nur so vor Detailreichtum.

Kommen wir nun zum Thema Sound. Die deutsche Synchronisation von Mass Effect war schon immer ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gab es wirklich gute Sprecher und andere wirkten fehl am Platz. In Mass Effect 3 hat man wieder daran gearbeitet und fast alle guten Sprecher beibehalten und die schlechten größtenteils aussortiert. Als kleines Schmankerl: Auf der Xbox 360- und PS3-Fassung könnt ihr auch die englische Tonspur wählen, ohne dabei die Konsoleneinstellungen zu nutzen. Xbox 360-User können die Tonspur via Xbox Live herunterladen. PS3-Gamer haben sie bereits auf Blu-ray. Musik und Soundeffekte befinden sich einmal mehr auf einem Standard, den viele Games wohl nicht mal in der nächsten Generation der Konsolen erreichen werden. Hier gibt es nichts auszusetzen. Vor allem der Soundeffekt für die Reaper sorgt schon für Gänsehaut.

Fazit:
Mass Effect 3 macht nicht alles besser. Vor allem das Ende ist derzeit bei Fans umstritten – für uns jedoch reine Geschmackssache. Technisch hat BioWare noch einmal alles rausholen wollen, was die aktuelle Konsolengeneration her gibt. Gesichter, Effekte und Musik lassen keinen Wunsch offen und setzen einmal mehr neue Standards. Kleinere Grafikfehler sind schnell vergessen und sorgen für keinerlei Verlust bei der Atmosphäre.

Schade ist, dass man derzeit nicht in der Lage ist die Speicherstände des zweiten Teils zu importieren.

Mass Effect 3 fehlt es nicht an Spannung, Action und Unterhaltungswert. In den vielen Stunden zur Rettung der Menschheit kommt kaum eine Minute der Langeweile auf. Einzig etwas mehr Abwechslung bei den Missionen hätten wir uns gewünscht. Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass Mass Effect 3 mehr Action, Dramatik und Nervenkitzel beinhaltet als die ersten beiden Teile. Somit ist auch Mass Effect 3 ein absoluter Pflichtkauf!

„Episch, dramatisch, fantastisch!“

Mass Effect 3 – [Xbox 360]

Price: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen (167 customer reviews)

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