Dienstag , Juni 18 2019

Review – DriveClub – Sonys Vorzeige-Racer im Test

Fast ein Jahr mussten wir warten, ein Jahr in dem uns Sony immer wieder neue Bilder und Videos zu DriveClub gezeigt hat, uns aber nie in den Genuss des Spiels brachte. Jetzt hat das Warten endlich ein Ende, doch hat es sich gelohnt? Ist DriveClub all das was uns Sony schon vor einem Jahr versprach, oder doch mehr Schein als Sein? Wir beantworten diese Fragen in unserem Review.

DriveClub soll die Grenzen des Rennsports überschreiten und eine neue, eine soziale Ebene in das Genre bringen. Der Name soll Programm sein, es gilt Clubs zu gründen und so miteinander aber vor allem gegeneinander anzutreten.

Ein Ziel das gerade in der heutigen Zeit sehr lohnenswert wirkt. Viele schnelle Internetanschlüsse und eine Konsole – die PS4 – die technisch dazu in der Lage ist. Was man in DriveClub nicht erwarten sollte ist eine Geschichte. DriveClub ist und bleibt ein reiner Racer, der sich lieber auf die Rennen konzentriert, als auf eine gut erzählte Kampagne.

Driveclub2

Das hat uns gefallen:

Sobald man die Karriere von DriveClub startet wird man auch schon in ein Rennen geworfen – es ist wirklich der Sprung ins kalte Wasser. Ein Blick auf die Steuerung wird nicht gewehrt, es geht einfach los. Das ist für Rennsportfreunde allerdings kein großes Hindernis, denn man lernt schnell die Bedienung und ist dann auch schon mitten im Rennen.

Es ist die Grafik, die direkt ins Auge sticht. Die Autos sehen einfach wunderschön aus, vor allem im Zwielicht, wenn die Grenze zwischen Tag und Nacht erreicht ist. Man kann sich nicht entscheiden welche Ansicht man nutzen soll, denn jede bietet seine Reize.

Die Eingangs erwähnte Steuerung passt zu dem, was uns Sony schon vor einem Jahr erzählte. DriveClub ist keine Simulation, sondern ein Mix aus Arcade und Simulation. Das merkt man sofort. Es ist nicht ganz so schwer um die Kurven zu kommen, auch das Driften macht kaum Probleme – man hat eine gute Mitte zwischen beiden Rennarten gefunden.

Die Karriere von DriveClub bietet keine unnötigen Zusätze: man fährt und steigt dabei auf. Es gilt sich neue Autos zu erfahren und diverse Ziele innerhalb eines oder mehrere Rennen zu erreichen. Beispielsweise muss man eine bestimmte Punktzahl beim Driften erreichen oder mindestens als Dritter die Ziellinie überqueren. Anfangs noch recht leicht steigert sich der Schwierigkeitsgrad recht schnell. Hier kommen dann auch anspruchsvollere Fahrer schnell auf ihre Kosten.

Driveclub

Das hast uns nicht gefallen:

DriveClub macht viel richtig aber derzeit aber noch sehr viel mehr falsch. Der Online-Modus funktioniert derzeit nicht bzw. nur spärlich, weshalb wir hier keine Wertung vergeben möchten oder können. Allerdings ist das längst nicht alles.

Wenngleich die Autos und die Strecken vielfältig und schön anzuschauen sind, ist alles abseits der Kurse sehr künstlich. Es wirkt tatsächlich so als wäre man in Mitten einer Modelllandschaft. Allein damit könnte man sich abfinden doch auch auf der Strecke gibt es diverse Dinge, die uns recht sauer aufgestoßen sind. Mit etwas Kantenflimmern an den Autos muss man ebenfalls leben können.

Da zu einem Rennen mindestens zwei gehören ist die Strecke natürlich voller Fahrer. Sobald die von der k.I. übernommen werden beginnt auch schon das Leid. Die k.I. fährt nicht zaghaft aber oft blind, zumindest wenn es um einen selbst geht. Während alle von der künstlichen Intelligenz gesteuerten Fahrzeuge aufpassen sich nicht zu rammen, sieht die k.I. „uns“ auf der Strecke allerdings nicht. Es wird gerammt, gedrückt oder zur Not geschoben. Als wäre das nicht nervig genug ist DriveClub dazu noch sehr streng.

Für Online-Rennen sind die Regeln zwar ideal, da man sich so keinen Vorteil verschaffen kann, doch ist es in der Karriere eine Qual. Für das Verlassen der Straße, sofern es länger als drei Sekunden dauert, wird euch eine Strafe auferlegt – das Tempo wird gedrosselt. Selbiges gilt bei heftigen Kollisionen, die ihr zu verschulden habt. Würde dies nur dann ausgelöst, wenn man tatsächlich etwas dergleichen getan hat. Es ist viel zu oft passierte, dass nach einem Auffahrunfall der k.I. uns eine Tempostrafe zugeteilt wurde. Auch nach einem Rempler an der Seite, der direkt dazu führte, dass man von der Strecke segelte wurden uns solche Strafen aufgebrummt.

Leider war das noch nicht alles: die angekündigten Wettereffekte fehlen noch und sollen erst mit einem Update nachgereicht werden. Zudem ist der Sound, Motorengeräusche und co. alles andere als Prall. Die mitgelieferten Soundtracks, die von Natur aus nicht aktiviert sind (aus gutem Grund), sind einfach nur langweilig.

Für Rennsportfreunde dürfte allerdings das Folgende am ehesten negativ auffallen: es ist nicht möglich Anpassungen an den eigenen Autos vorzunehmen. Federung, Motoren oder Reifen sind einfach wie sie sind. Wer gerne kreativ sein möchte muss sich zudem mit den wenigen auswählbaren Designs zufrieden geben. Selbst Hand anlegen lässt man euch nicht.

Fazit:

DriveClub ist ein Spiel voller Potential, was allerdings viel zu früh auf den Markt gekommen ist. Man hätte erst das Thema Server in den Griff bekommen und alle Features implementieren sollen. So wirkt es nur halbfertig und kann die Versprechungen, die Sony zu Beginn machte, nicht halten.

Die kI ist sich der Anwesenheit echter Fahrer scheinbar nicht bewusst und fährt so, als würde das eigene Auto gar nicht auf der Straße sein. Grafisch konnten die Autos und die Strecken als solche Überzeugen, abgesehen von der Umgebung außerhalb der Piste. Die Vielfalt der Strecken hat allerdings vollends überzeugen können. Wir empfehlen DriveClub erst einmal auszuleihen bevor man sich für einen Kauf entscheidet.

Review Übersicht

Grafik - 89%
Sound - 70%
Gameplay - 81%
Umfang - 85%

81%

Kann die vielen Versprechung von Sony leider nicht einhalten. Etwas mehr Zeit hätte dem Spiel nicht geschadet

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