Mittwoch , Juni 19 2013
Risen 2: Dark Waters – Das Rollenspiel im Test

Risen 2: Dark Waters – Das Rollenspiel im Test

Nachdem Risen 2: Dark Waters bereits für den PC erschienen ist, ist kürzlich nun auch die Konsolen-Fassung bei uns eingetrudelt. Natürlich wollten wir in Erfahrung bringen, ob sich nach dem Release der PC-Version einiges zum Positiven geändert hat oder nicht. Im nachfolgenden Test werden wir klären, ob die zusätzliche Zeit gut investiert wurde oder nicht.

10 Jahre nach dem ersten Teil erhaltet ihr wieder einmal die Chance die Welt zu retten. Die Inquisition schickt euch in die Karibik, um eine Wunderwaffe gegen die aufkommenden Bedrohungen zu finden. Es erwarten euch also Piraten, Schätze und Piratenbräute. Nach einer kurzen Einführung gilt es, die Piraten zu infiltrieren, um an das große Geheimnis zu gelangen. Leider versäumt es das Spiel, eine Geschichte um den Hauptcharakter zu stricken, der scheinbar ein paar furchtbare Jahre hinter sich hat,  und so eine Verbindung herzustellen.

So beginnt euer Abenteuer in der Hafenstadt Caldera. Für all jene, die den ersten Teil gespielt haben, sind die getroffenen Entscheidungen in Risen 2 nicht von Bedeutung. Schade, denn gerade Titel wie Mass Effect zeigen, wie man Geschichten über mehrere Teile spannt. Die Titanin Mara Schiffe in den Tiefen des Meeres verschwinden und macht den Menschen weiterhin das leben schwer. Die Lösung? Auf der nahegelegenen Pirateninsel Takarigua sollen geheimnisvolle Artefakte sein, die bei der Vernichtung der Titanin helfen sollen.

Insgesamt dürft ihr acht verschiedene Gebiete beziehungsweise Inseln erkunden. Damit man jedoch standesgemäß mit einem Schiff reisen kann, gilt es das Vertrauen der ansässigen Piraten zu gewinnen. Hier kommt Captain Stahlbart ins Spiel. Diesen müsst ihr überzeugen, um seine Unterstützung zu gewinnen. Als Helferin steht euch die Tochter Captain Patty’s zur Seite. Auch in diesem Punkt lässt das Spiel Potenzial liegen. Denn eure Begleiter, die ihr im Laufe des Spiels rufen könnt oder erhaltet, lassen sich weder anpassen noch mit neuen Fertigkeiten ausstatten. Eine spannende Geschichte darf man nicht erwarten.

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Land in Sicht!

Lassen wir die technische Seite noch außen vor, dazu gibt es an spätere Stelle mehr. Betrachten wir zunächst einmal das Gameplay des Piratenrollenspiels. Ganz im Stile „moderner“ RPGs gibt es auch in Risen 2 ein aktives Kampfsystem – man muss also den einen oder anderen Button drücken, um seinen Feinden den Garaus zu machen. Zu Beginn des Spiels ist unser Held alles andere als ein guter Kämpfer; zwar gelingt es ihm, mit einiger Mühe normale Feinde ins Jenseits zu befördern, doch anspruchsvollere Gegner sollte man nicht sofort angehen. Erst einmal sollte man sich mit einer Pistole ausrüsten und die eine oder andere Fähigkeit, wie das Treten seiner Feinde, erlernen. Letzteres lässt euch etwas Distanz zwischen euch und eurem Opfer bringen. Leider wirkt das Kampfsystem in Risen 2: Dark Waters sehr antiquiert und macht nicht wirklich Spaß. Zwar ist es möglich, mit etwas Geduld auch hartnäckige Feinde zu besiegen, doch spätestens im Kampf gegen mehrere Gegner wird klar, wie unausgereift das System ist.

Neue Fertigkeiten könnt ihr durch Ruhm freischalten und dann bei entsprechenden Lehrern erwerben. Geld bzw. Gold ist für einen Piraten so wichtig wie ein guter Schatz. Ohne diese knallharte Währung kommt man in Risen 2 nicht sehr weit. Glücklicherweise kann man schlichtweg alles Gefundene zu Gold machen, sofern es kein Plunder ist.

Im späteren Spielverlauf  könnt ihr Handwerksfähigkeiten erlernen, um euch selbst als Büchsenmacher oder Schmied zu versuchen. Auch hier muss man zunächst etwas Gold sparen, um den gewünschten Skill zu erlernen. Einer der wohl größten Nachteile der Konsolen-Fassung des Spiels ist die große Unübersichtlichkeit der verschiedenen Optionen, zudem ist die Schrift selbst auf einem guten HD-TV nur schwierig zu erkennen. Wer also nicht direkt vor dem Fernseher hängt, dürfte das eine oder andere Problem beim Lesen bekommen. Beim Gameplay scheint es fast so, als hätte das Entwicklerstudio sehr viel mehr in das Spiel implementieren wollen, als es gut war. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Neben den Massen von Quests und Sidequests ist man zwar immer auf der Suche nach Gold, jedoch verliert man sich schnell in der Welt von Risen, weil man stets bemüht ist, alle Möglichkeiten des Spiels auszuschöpfen.

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Grafik von vorgestern

Kommen wir jetzt zur Grafik. Für viele Spieler sollte sie selbst auf den doch in die Jahre gekommenen Konsolen einen gewissen Standard haben. Leider ist dem nicht so. Risen 2 ist keine Augenweide. Matschige Texturen, eine altbackene Engine, stocksteife Bewegungen und grausame Clipping-Fehler machen das Spiel von der technischen Seite her zu einer wahren Tortur. Allein durch die Atmosphäre, die sich nach und nach in der Welt des Spiels ausbreitet, hat Risen 2 punkten können.

Doch auch das täuscht nicht darüber hinweg, dass es noch weitere Fehler gibt. Für die Umsetzung der Konsolen-Fassung war das Studio Wizardbox beauftragt. Leider steht den aktuellen Konsolen nicht mehr sehr viel Leistung zur Verfügung, weshalb man sich dazu entschied Licht- und Schatteneffekte zu verringern oder teils zu streichen, die Polygon-Anzahl der Charaktere zu verringern und andere wenig schöne Änderungen vorzunehmen. Doch damit ist noch nicht Schluss. Trotz der harten Sparmaßnahmen ruckelt und hackt es an allen Enden bei Risen 2. Es macht einfach keinen Spaß, der Welt beim Laden zuzusehen. Nutzt man das Schnellreisesystem des Titels, kann man zum Teil sogar dabei zusehen, wie sich ein ganzes Dorf aufbaut, von den Soldaten bis hin zu den Gebäuden. Dies erinnert stark an PS2-Zeiten.

Beim Sound gibt es immerhin einige Pluspunkte. Die im Spiel enthaltenen Sprecher sind gut gewählt und liefern zum Teil einen guten Job ab, dennoch gibt es auch hier einige schwarze Schafe. Die Klangeffekte, sofern man sie hört, sind gut umgesetzt. Musketenfeuer und das Klingen von Schwertern tragen zu Atmosphäre bei. Leider hat auch der Ton ab und an einen Aussetzer. So läuft man entweder vollkommen lautlos durch die Gegend oder die gerade abgefeuerte Pistole hat den wohl besten Schalldämpfer aller Zeiten, während sie euren Feinden lautlos zusetzt. Musikalisch hat man bei Risen 2 jedoch alles richtig gemacht. Nur schade, dass das den anderen Punkten nicht mehr wirklich helfen kann.

Fazit:

Schon Risen 1 wurde von den Mannen von Wizardbox auf die Xbox 360 gebracht und schon damals war das Spiel eine reine Katastrophe. Sehen wir einmal von der schwachen Story und den langweiligen Kämpfen ab, hat man genau die gleichen Fehler gemacht wie beim letzten Teil.

Miese Texturen, Clipping-Fehler, wohin das Auge blickt, und eine Technik aus der vorletzten Konsolengeneration. Schade, dabei steckt in Risen 2: Dark Waters ein gigantisches Potential. Mit der richtigen Technik und weniger Fehlern hätte man wohl eines der besseren Rollenspiele dieses Jahr veröffentlichen können. Drückt man wirklich alle Augen und auch Hühneraugen zu, macht Risen 2 Spaß, doch. Eine tolle Piratenatmosphäre und eine lebendig wirkende Welt kann einen in ihren Bann ziehen, sofern man blind gegenüber den vielen Fehlern ist. Die deutlich schönere PC-Fassung sollte man jederzeit den Vorzug  vor der Konsolen-Version geben. 

Risen 2: Dark Waters

Preis: 18,66 EUR

42 Neu & Gebraucht ab: 15,20 EUR

Ein Kommentar

  1. Hi,
    mir hat Risen 2 im grunde ganz gut gefallen. Auch die Grafik finde ich nicht so wild.
    Allerdings kommt es mir so vor als hätte ich alles schon mal gesehen. Ich wünsche mir für solche Spiele endlich mal ein modernes Setting.

    Gruß
    Florian

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