Mittwoch , Oktober 1 2014
Saints Row: The Third – Review – Bist du Gangster genug?

Saints Row: The Third – Review – Bist du Gangster genug?

Die Saints sind wieder da. Die gleiche Gang, die gleiche Stadt – doch alles ist anders, nun zumindest ein Teil. Wir haben uns THQs neuestes Werk Saints Row: The Third genauer angeschaut und wollen euch im folgenden Review erklären, warum wir beim Test so unglaublich viel Spaß hatten.
Ein neuer Konkurrent

Wer die Saints Row-Reihe kennt, weiß, dass sie sich selbst noch nie sehr ernst genommen hat. Das ist beim dritten Teil auch nicht anders. Einmal mehr haben die Saints neue Konkurrenz. Das Syndicate will Stillwater übernehmen und dafür bringt man einige Menschen um die Ecke. Wie aber sind die Saints überhaupt auf ihren neuen Feinde gestoßen? Nun, die einstige Gang ist nicht mehr das was sie einmal war. Es sind gefeierte Verbrecher, die selbst Werbespots haben für ihre eigenen Getränke.

Dennoch begehen die Saints noch das eine oder andere Verbrechen, wie eine Bank auszurauben. Dummerweise hat man sich die Bank des Syndicates ausgesucht, die auf den Raub mit extrem viel Waffengewalt reagieren. Nachdem man unglaubliche Ereignisse in einem Flugzeug erlebt hat, fängt man mehr oder minder wieder bei Null an. Weitere Details zur Story wollen wir euch nicht verraten.

Du bist der Boss!

Zu Beginn des dritten Saints-Abenteuers hat man noch eine übergroße Maske und eine Verkleidung auf, es ist also unmöglich zu sagen, ob man eine Frau oder einen Mann spielt. Erst später kann man sich entscheiden welches Geschlecht man wählen möchte und wie man aussehen will. Wie gehabt nimmt sich Saints Row nicht sehr ernst. Man kann einen seriösen Charakter „bauen“ oder aber seiner durchgeknallten Seite freien Lauf lassen. Letztlich, und das war THQ scheinbar sehr wichtig, steht der Spaß im Vordergrund, was wir sehr begrüßen.

Schon in der ersten spielbaren Mission, sobald der Charakter festgelegt wurde, merkt man, dass man die Grenzen des Menschenmöglichen einfach überschreitet. So springt man aus einem Flugzeug, weicht der ebenfalls freifallenden Beladung aus und ballert seine Feinde im Flug aus den Wolken. Nur um dann später wieder mitten im Flug ins Fleugzeug „einzusteigen“ – kurz dem Boss der feindlichen Gang einen Denkzettel zu versetzen und dann so actiongeladen wie möglich erneut aus dem Flugzeug zu springen, jemanden im freien Fall zu retten und dann mehr oder minder sicher zu landen. Allein hier merkt man, dass man die Gamer einfach nur unterhalten möchte. Wer Wert auf Realismus setzt ist bei Saints Row: The Third an der falschen Adresse.

Alt aber oho?

Die Gameplay-Mechanik von Saints Row: The Third ist alles andere als neu oder innovativ. Man hat sich auf die altbekannte Steuerung verlassen und diese etwas ausgebaut. Ballern, rennen, unhöfliche Gesten machen und alle Autos stehlen, die euch gefallen. So könnte man es kurz umreißen. Natürlich könnt ihr auch wieder jede Menge Missionen abschließen. Als Übersicht dient dabei ein Saints Row-Smartphone. Dort könnt ihr Fahrzeuge anfordern, euch und eure Gang verbessern oder einfach nach dem Weg zum Ziel Ausschau halten.

Wie immer dreht sich in Saints Row alles um Respekt. Damit könnt ihr im Level aufsteigen, neue Waffen, Autos, Wohnungen, Geschäfte, Klamotten und andere coole Dinge kaufen und freischalten. Geld gibt es entweder nach einer abgeschlossenen Mission oder jemand, den man anrempelt oder umnietet verliert ein paar Scheine – ganz wie im wahren Leben also.

Die Steuerung selbst geht schon nach einigen Minuten in Fleisch und Blut über. Ganz gleich ob man zu Fuß, im Auto, auf dem Wasser oder in der Luft unterwegs ist. Die Steuerung ist recht simpel gehalten. Dennoch sollte man aufpassen, vor allem wenn man in der Luft unterwegs ist, nicht jedes Gebäude zu rammen. Nicht etwa weil man sich um den Kollateralschaden sorgt, sondern weil das Flugzeug oder der Heli einfach schnell kaputtgehen kann. Sollte dies passieren, setzt man sich, wie sollte es anders sein, recht cool mit einem Fallschirmsprung ab und landet auf dem Boden der Tatsachen – sofern es den in Saints Row überhaupt gibt.

Unfreiwillige Situationscomic entsteht oft durch die k.I. des Spiels. Passanten oder Feinde, die man eigentlich umfahren wollte, stehen auf eurem Dach und genießen die Fahrt. Mitten im Feuergefecht fahren verrückte Passanten mit ihren Autos alles nieder was sich bewegt, nur um zu entkommen. All dies sorgt oftmals für Lacher, die eigentlich nicht geplant sein dürften.

Immer diese Grafik

Wie sieht Saints Row: The Third denn nun eigentlich aus? Obwohl das Spiel mehr oder minder brandneu ist, hat man in puncto Grafik keinen Meilenstein setzen können. Stellenweise sieht das Spiel schlechter aus als Grand Theft Auto IV, das vor drei Jahren auf den Markt kam. Die Animationen laufen zwar flüssig, doch Texturen die Details sind eher schlicht gehalten worden. Schlecht sieht das Spiel dadurch nicht aus, nur eben nicht sehr aktuell. Ob dies ein Störfaktor ist, muss jeder für sich entscheiden. Den Spaß hat es uns nicht verderben können.

Der Sound vom Spiel hat uns gut gefallen. Das Spiel ist in englischer Sprache gehalten. Deutsche Gamer bekommen allerdings Untertitel serviert, die alle nötigen Dialoge verständlich machen. Musikalisch hat man auf eine Mischung aus Hip Hop und anderen Musikstilen gesetzt, passender konnte es man für diesen Titel nicht machen.

Fazit:

Saints Row: The Third macht nichts wirklich neu aber auch nichts schlecht. Grafisch ist das Spiel zwar nicht mehr up-to-date aber das muss es auch gar nicht. Das Spiel ist eine Parodie aller Gangster-Games und nimmt sich kein bisschen ernst. Selbst die Gewalt im Spiel wirkt lustig und ist es zum Teil auch. Wenn man nicht grinsen oder lachen muss, während man seine Feinde mit einem übergroßen Dildo verprügelt, hat man wohl kaum Humor.

Saints Row: The Third ist trotz vieler Schwächen der beste Teil der Serie und hat sich durch seine ganz spezielle Art schnell in mein Herz spielen können. Wer noch Zweifel hat sollte dem Titel dennoch eine Chance geben und sei es erst einmal mit einem Besuch in der Videothek.