Freitag , August 29 2014
Silent Hill: Downpour – Im Test

Silent Hill: Downpour – Im Test

Konami schickt uns wieder nach Silent Hill. Erneut sollen wir uns den Gefahren und Ängsten stellen. Nun, in den vergangenen Jahren hat der Hype um die Franchise immer mehr nachgelassen. Die Gründe dafür waren einfach. Konami hat die Entwicklung immer wieder an andere Studios weitergeleitet und so konnte jedes Unternehmen sein ganz eigenes Silent Hill-Süppchen kochen. Mit Silent Hill: Downpour möchte sich Konami wieder auf die Wurzeln der Reihe besinnen, ob dies gelungen ist erfahrt ihr in unserem Review.

Silent Hill Downpour erzählt die Geschichte von Murphy Pendleton, einem entflohenen Sträfling, den es dummerweise nach Silent Hill verschlägt. Seinen Weg in die verfluchte Stadt findet Pendleton durch einen Zwischenfall: Als Murphy seine Tage im Knast verbringt, wird eines Tages entschieden ihn zu verlegen.

Während der Fahrt in sein neues „Heim“ verunglückt Murphy, durch die Unachtsamkeit des Busfahrers. Wie durch ein Wunder hat nur er den Unfall überlebt und findet sich in Silent Hill wieder. Eine Stadt voller albtraumhafter Kreaturen, die alles sind – nur nicht freundlich. Auf seiner Reise aus Silent Hill trifft Pendleton auch auf andere Personen, die alle eines Gemeinsam haben – eine dunkle Vergangenheit.

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Nahkampf ist die beste Verteidigung

Silent Hill: Downpour erinnert oft und viel an Silent Hill 2, einem der wohl besten Teile der Serie. Ähnlich wie der Held aus Teil zwei verteidigt sich auch Pendleton mit Hilfe von Nahkampftechniken. Die Monster, die verstärkt im Regen auftreten sollen, könnt ihr am besten im Nahkampf erledigen. Sobald eine Kreatur zu Boden geht habt ihr die Wahl: Lasst ihr das Wesen leben oder setzt ihr seinem Leiden ein Ende und erledigt es ein für allemal. Da die Wesen aus Silent Hill alles andere als Handzahm sind, hat Entwickler Vatra Games auch ein Blocksystem hinzugefügt.

So ist Murphy auch in der Lage feindliche Angriffe abzuwehren. Wer will sich auch schon freiwillig von Monstern schlagen lassen? Ein richtiger Spielfluss will allerdings während der Kämpfe nicht aufkommen, da die Steuerung oftmals schwammig reagiert oder euch gegebenenfalls auch das eine oder andere Mal ins Leere schlagen lässt. Hinzu kommt, dass die Gegenstände, mit denen ihr den Kreaturen an den virtuellen Kragen wollt, nach einiger Zeit zerbrechen. Klingt im ersten Moment nicht schlimm, doch die Tatsache, dass man immer nur eine Schlagwaffe mit sich führen kann, ändert diese Tatsache schnell. Mit etwas Glück greift man dann zur Schusswaffe und versucht sich somit noch etwas länger am Leben zu halten. Leider gibt es auch hier einige Mankos. Murphy kann als Sträfling zwar mit einer Waffe umgehen, das Zielsystem von Silent Hill: Downpour verhindert jedoch des Öfteren einen erfolgreichen Abschuss. Automatisch wird ein Feind anvisiert, sobald sich dieser allerdings schneller bewegt war es das mit der Kugel. Diese landet dann irgendwo im Dreck oder in einer Wand und die Munition neigt sich weiter dem Ende zu. Leider sind Patronen in Silent Hill: Downpour Mangelware – weshalb man immer einen intakten Schläger dabei haben sollte.

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Regen oder Nebel?

Nebel war schon immer ein Markenzeichen von Silent Hill und hat die Atmosphäre der frühen Teile stark beeinflusst. In Downpour hat Entwickler Vatra Inspiration von Silent Hill 2 deutlich einfließen lassen. Das merkt man vor allem bei der Atmosphäre des Spiels. Hier konnte Vatra vollends punkten. Es ist erstaunlich, dass nach so vielen „Fehlschlägen“ endlich wieder mehr als nur ein Hoffnungsschimmer zu sehen ist, sondern tatsächlich eine packende Stimmung und ein mehr oder weniger gut funktionierendes Gameplay. Schon der Auftakt des Spiels, auf den wir hier nicht näher eingehen wollen, zeigt deutlich das Vatra tief in die Trickkiste gegriffen hat. Oft ändert sich das Setting dermaßen schnell und ein kleiner Schock jagt den nächsten, dass man sich schnell in einer mehr als surrealen Welt wiederfindet, in der nichts so ist wie es Anfangs den Schein hatte.

Die packende Atmosphäre wird von den vielen Nebenmissionen komplettiert, die man während der Reise durch Silent Hill aufgabeln kann. Der Serientypische Nebel fehlt natürlich nicht. Im Vorfeld kündigte Konami an, dass auch Regen eine große Rolle in Downpour spielen wird. Immer wenn es Niederschläge in Silent Hill gibt, sollen besonders viele Monster unterwegs sein. Davon fehlte während der Aufenthalte in Silent Hill fast jede Spur. An anderen Stellen gibt es dann wieder ganze Monsterscharen, das man schon fast meinen könnte das Genre gewechselt zu wechseln und ein Hack and Slay-Abenteuer zu spielen. Bleiben wir beim Thema Monster und Kreaturen. Während man in Silent Hill 2 von einem merkwürdigen Gegner zum nächsten Albtraumwesen gestolpert ist, ist die Abwechslung in Downpour leider zu kurz gekommen. Rund fünf Gegner scheinen sich endlos im Spiel zu wiederholen. Dieser Umstand zerrt sehr an der Atmosphäre.

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Nebel wohin das Auge blickt

Einen weiteren Minuspunkt gibt es für die grafische Präsentation. Altbackene Texturen, die matschiger kaum sein könnten, werden von einer ebenso alten Technik begleitet. Leider ist es damit nicht getan: Im späteren Spielverlauf ploppen Gegenstände auf, Ruckler nehmen zu und Tearing wohin das Auge blickt. Da hilft selbst der ganze Nebel nicht mehr.

Daniel Licht ist da der Retter der Stunde. Sein Sound sorgt für wahres Gänsehaut-Feeling und lässt viele der eben erwähnten Mängel kurz in Vergessenheit geraten. Seine musikalische Untermalung sorgt nicht nur für Nervenkitzel sondern treibt die Atmosphäre in ungeahnte Höhen. Licht konnte sein Talent bereits in der TV-Serie Dexter eindrucksvoll zur Schau stellen. Da freut es einem um so mehr, dass Licht auch in Silent Hill: Book of Memories tätig wird.

Fazit:

Im direkten Vergleich mit seinen vielen Vorgängern kann Silent Hill: Downpour die angeschlagen Serie wieder in ein besseres Licht rücken. Die Atmosphäre von Downpour erinnert schnell an Silent Hill 2, was man zum Großteil der grandiosen Arbeit von Daniel Licht verdankt.

Anders sieht es beim Gameplay aus, hier wird mehr oder minder „Standardkost“ geboten, die ihren Zweck zwar gut erfüllt aber noch einige Mängel hat. Für die meisten Abzüge sorgt die Technik. Grafisch befindet sich Silent Hill Downpour nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Möglichkeiten. Rucker, Tearing und matschige Texturen sorgen für einigen Frust.

Trotz dieser Mängel ist Downpour nach langer Zeit wieder ein wahres Silent Hill und wird euch sicherlicht das eine oder andere Mal überraschen und erschrecken

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  • admin

    Das freut mich aber ;)

  • http://www.testdevil.de Dirk

    Meine Frau spielt es momentan auch gerade durch und kann deine Aussagen allesamt bestätigen.