Dienstag , August 4 2015
star wars the old republic

Star Wars: The Old Republic: Das Review

Seit dem 20. Dezember 2011 stehen die Pforten von Star Wars: The Old Republic (SWTOR) allen Interessierten offen. Wir haben nun mehr als zwei Wochen in den fernen Galaxien verbracht und möchten euch einen Eindruck geben, ob es wirklich das beste Online-Rollenspiel ist oder doch noch Verbesserungsbedarf besteht?

Im Dezember hatten wir euch bereits einen kleinen Eindruck – anhand der Beta – verschaffen können. Wer dies vorab noch einmal lesen mag, findet es unter diesem Link:

Wir wollen jedoch noch ein kurzes Wort zum Testzeitraum abgeben, besser gesagt, warum wir uns soviel Zeit genommen haben? Dies lässt sich sich mit einem Satz beantworten: Wir glauben nicht, dass man nach vier Tagen oder einer Woche ein Online-Rollenspiel wirklich kennt und es beurteilen kann. Unser Ziel ist es, sich möglichst viele Facetten eines Spiels anzusehen – davon gibt es bei einem MMO ja bekanntlich viele- und uns anschließend ein fundiertes Urteil zu bilden.

Die Saga beginnt

Euer Abenteuer beginnt mit der Auswahl zwischen acht verschiedenen Klassen. Vier stehen auf der guten und vier auf der dunklen Seite zur Verfügung.  Die Republik darf mit  dem Jedi-Ritter, Gelehrten, Soldaten und Schmuggler in den Kampf ziehen. Auf der anderen Seiten stehen gegenüber: der Sith-Krieger, Sith-Inquisitor, imperiale Agent und Kopfgeldjäger. Jede Klasse besitzt drei Fähigkeitenbäume, welche im Verlaufe des Spiel mit Punkten versehen werden können. Letztlich erhält man pro Level einen Punkt, welchen man sich gut einteilen sollte, denn nicht alle Fähigkeiten lassen sich letztlich erlernen. Ein Pluspunkt ist, dass man diese Vertiefung beim ersten Mal kostenlos zurücksetzen kann – beim zweiten Klick müsst ihr tiefer in die Tasche greifen.

Doch der eigentlich interessante Aspekt, für den normalen Spieler ist nicht die Möglichkeit seine Fähigkeiten zurücksetzen zu dürfen, es wird eher die Geschichte sein. Hier setzt das Spiel neue Maßstäbe und zeigt der gesammten Konkurrenz wie man es richtig macht. Denn von der ersten Minute an fesselt die Geschichte an den Bildschirm. Bioware legt sogar noch nach und hat jeder Klasse eine komplett eigene und synchronisierte Quest-Reihe spendiert bekommen. Wer hier kein Star Wars-Feeling erlebt, sollte eher auf ein Fantasy-Spiel ausweichen. Das Auswahl-System bei Unterhaltungen erinnert stark an Mass Effect – aber, „who cares“? Wichtig bei den Antworten ist, dass ihr euch häufig für die gute oder böse Seite entscheiden könnt und somit Punkte einheimst. Diese erlauben es euch beispielsweise bestimmte Ausrüstung zu erwerben. Man sollte sich daher gut überlegen, ob der Jedi wirklich der Retter der Republik ist oder doch innerlich seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat.

Planeten und Raumschiffe

Habt ihr erfolgreich den Weg zum Startplaneten weg geschafft, so steht vor allem von da an eines an: laufen bis der Arzt kommt. Die Strecken, welche man zurücklegt, sind teilweise extrem lang. Doch auf der anderen Seite bedeutet dies auch, dass sich die Entwickler bei der Gestaltung der Planeten viel Mühe gegeben haben. So ist unter anderem Taris, als Planet fantastisch gestaltet und mit vielen Details versehen – jedoch können die Wege nach einer Weile lästig werden. Pfiffige Spieler gehen achten beim Durchqueren der Wildnis auf sogenannte Datachrons. Dies sind zumeist gut versteckte oder nur scher erreichbare Objekte, welche euch wieder ein Stück mehr Individualität geben.

Abhilfe könnt ihr erst mit Stufe 25 schaffen, denn ab dann habt ihr die Möglichkeit einen Gleiter zu erwerben. Kleiner Tipp am Rande, spart schon mal, denn die Fertigkeit samt Gleiter kosten mächtig Kohle. Etwas dass uns fehlte, war die Tatsache dass es beispielsweise auf keinem Planeten einen Tag-Nachtwechsel gab. Natürlich kann man das mit der Position oder Beschaffenheit des Planeten erklären, jedoch ist es etwas das man durchaus vermisst.

Eine willkommene Abwechslung sind die Raumschlachten mit eurem Schiff. Ein eigenes Schiff – ja ihr erhaltet etwa mit Level 20 ein Eigenes. Dieses hat je nach Klasse selbstverständlich ein anderes Design. Mit dem Schiff reist ihr von Planet zu Planet, nehmt an Raumschlachten teil, könnt wichtige Sachen auf dem Schiff verstauen, mit euren Gefährten reden und das ganze Ding auch noch „pimpen“. Leider lassen sich nur Dinge, wie die Schilde, Waffen und andere System neu ausrüsten. Rollenspieler hätten sich mehr etliche Optionen gewünscht – einige von euch werden vielleicht an die Gestaltungsmöglichkeiten von Star Wars Galaxies zurückdenken. Hoffen wir, dass Bioware und EA sich ein Herz fassen und noch Inhalte in dieser Richtung nachschieben. So bringen die Raumschlachten durchaus Spaß, Erfahrungspunkte und Credits.

Ausrüstung, Werkzeuge und Gefährten

Einen Trieb fördert SWTOR, wie jedes andere MMO auch, ganz besonders: den Sammeltrieb. So beginnt die Suche nach der besten Rüstung, dem perfekten Lichtschwert und Bauplänen für den gewählten Beruf. Jeder Gegenstand hat bestimmte Werte und ist daher auch nur ab einem bestimmten Level und Klasse tragbar. Einige Dinge lassen sich jedoch noch modifizieren – und was die Werte betrifft, aufbessern. Eine Besonderheit ist, dass ihr mit Auszeichnungen – die ihr im Laufe des Spieles erhaltet, ganz besondere Ausrüstung erwerben könnt. Wer seine überschüssige Ware loswerden will, kann das entweder bei Nichtspielercharakteren (NPCs) oder auf dem galaktischen Markt tun. Leider ist der Markt derzeit noch nicht das, was er sein sollte – ein Umschlagplatz für Waren aller Art. Es fehlt eine Speicherfunktion für Suchaufträge, Detailsuchen und einiges mehr. Doch wirklich gravierend schein zu sein, dass es sich einfach nicht lohnt Sachen zu verkaufen, denn man findet zumeist bessere Sachen – kostenlos – beim Erfüllen der Missionen.

Etwas dass man in SWTOR schnell zu schätzen und lieben lernt, sind die Gefährten. Diese begleiten euch in allen Situationen und sind äußerst nützliche Helfer. Dies reicht von Droiden, über Jedi-Padawane, bis hin zu Trooper-Kameraden. Sollte euer Gefährte mal dahin scheiden, so lässt er sich mühelos nach dem Kampf wieder beleben. Ein Tipp, achtet bei erbeuteten Gegenständen stets darauf, ob diese nicht nicht eurem Freund passen. Im Laufe euer Geschichte wird euer Team größer, was so manche Mission durchaus erleichtert.

Wer nicht ständig von Kampf zu Kampf ziehen will, mit dem Glück oder Pech im Gepäck neue passende Ausrüstung zu finden, der kann sich diese auch selbst herstellen. Das System ist einfach, wie anspruchslos: ihr sammelt mit Hilfe von Berufen Rohstoffe, lernt dazu anhand von Bauplänen entsprechende Rezepte und erstellt anschließend das gewünschte Stück – oder auch mehrere. Damit ihr auch genügend Ressourcen zur Verfügung habt, könnt ihr die Gefährten auf Missionen schicken, wenn ihr sie nicht benötigt. Zumeist dauert eine Missionen etwa drei Minuten, wobei dies mit steigendem Level zunimmt. Hinzu kommt, dass jede Mission einen gewissen Credit-Betrag kostet. Ingesamt lässt sich hoffen, dass Bioware und EA am „Crafting-System“ noch einige Verbesserungen vornehmen werden, denn die bessere Rüstung findet man in der Regel mit weniger Aufwand und Kosten.

Missionen mit mehreren Spielern und die Kämpfe

Fans abwechslungsreicher Missionen werden, dass gleich vorweg gesagt, bitter enttäuscht werden. Denn zumeist geht es darum zu einem Punkt zu gelangen, dort die Gegner zu beseitigen, etwas zu zerstören oder etwas unglaublich Wichtiges zu beschaffen. Klingt langweilig, ist das aber in Wahrheit nicht – nicht einmal eine Minute lang. Denn beginnt ihr eine Mission, wird sie euch wie zu Beginn schon erwähnt mit Sprachausgabe verwöhnen und verläuft häufig in etlichen weiteren Aufgaben. Jede Geschichte ist toll inszeniert und mit wirklich guten Sprechern hinterlegt – sogar fiktive Fremdsprachen haben ihren Platz gefunden – der Wiedererkennungswert aus den Filmen ist wirklich gelungen. SWTOR leitet Anfänger gut an und schickt diese beim entsprechenden Level in das nächste Camp oder auf einen neuen Planeten. Nur an einer einzigen Stelle haben es die Entwickler verschlafen diese Stringenz umzusetzen – bei der Wahl eurer erweiterten Klasse. Dies ist ein unscheinbarer NPC mit einem Dreieck über seinem Kopf, welches generell für eine verfügbare Aufgabe steht. Habt ihr eine Quest erledigt oder besitzt eine erhöhte Priorität, so leuchtet dieses grün auf. Häufig kann es passieren, dass ihr unterwegs seid und „nur“ noch schnell eine Mission erledigen wollt – das Ergebnis ist dann einige Stunden Zeitverlust. Kein anderes MMO hat uns bisher so seinen Geschichten gefesselt, wie SWTOR. Hier merkt man die Erfahrung und Kreativität aus dem Hause Bioware deutlich.

Im Grunde kann man SWTOR „durchspielen“, ohne einmal eine Gruppe mit anderen Spielern eingegangen zu sein. Dennoch stehen euch etliche Gruppen-Quests auf jedem Planeten zur Verfügung. Diesen unterteilen sich in Aufgaben für zwei oder vier Helden. Ratsam ist es, sich an die Hinweise zur Spielerzahl zu halten, denn der Sprung über den Jordan ist manchmal schneller gemacht als erhofft. Für ganz Wagemutige, die sich im Idealfall schon mal über den Weg gelaufen sind, gibt es sogenannte Flashpoints. Hier lassen sich häufig schöne Ausrüstungsgegenstände und viele Erfahrungspunkte einsammeln. Hinzu kommt wohl die Tatsache, dass niemand ein MMO spielt und allein durchzukommen.

Einen letzter Punkt sollte noch erwähnt werden: niemals zuvor sahen Lichtschwertkämpfe in einem Spiel besser aus, als hier. Schüsse werden pariert, Schwerter krachen aufeinander und können schließlich noch in Richtung des Gegners geworfen werden.

Fehler und nervige Eigenheiten des Spiels

Das kein MMO zum Start perfekt ist und ohne Fehler online geht, sollte jedem klar sein. Dennoch zeigt SWTOR, im Vergleich zu vielen Konkurrenten, eine positive Entwicklung. In so manchem Forum war zu lesen, dass es mindestens noch ein Jahr Entwicklungszeit gebraucht hätte und man sich seitens EA und Bioware nicht um die Spieler kümmern würde. Hier müssen wir ganz klar eine Lanze für das Spiel brechen, denn so ein Start ist nur wenigen Online-Rollenspielen gelungen. Ärgerlich sind das schon eher Fehler in der Kategorie: Grüne Streifen auf dem gesamten Bildschirm, die das Bewegen in der virtuellen Welt unmöglich machen. Hin und wieder bleiben Gegner in der Luft hängen, Missionen können nicht beendet werden und ähnliches. Eine für uns viel schwerwiegendere Sache ist, dass man derzeit noch keine eigenen „Chat-Kanäle“ anlegen kann und somit der allgemeine Chat mit Gruppensuchen überflutet wird.

Jedoch lässt sich eindeutig sagen, dass man jedem Spiel, mit einem solchen Umfang, ein wenig Zeit geben muss, um Fehler aus der Welt zu schaffen. Einzig die langen Wartungsarbeiten störten unseren Spielerfrieden etwas mehr. Einen weiteren Artikel werden wir euch in naher Zukunft zum Thema PvP liefern. Vorab sei gesagt, dass es auch hier noch viele Baustellen gibt und derzeit Lichtjahre hinter bekannten PvP-Größen wie Dark Age of Camelot hinterher.

Fazit:

SWTOR erfindet das Rad nicht neu, aber zeigt mit der Präsentation der Geschichten, woran sich die Konkurrenz von nun an messen darf und muss. So fesselnd und schön hat mich bisher noch kein Online-Rollenspiel an den Bildschirm fesseln können. Doch wer nur möglichst schnell Level 50, das Maximallevel, erreichen will, um mit den bekannten Raids zu starten, der wird sicherlich keine Freude haben. Jeder Dialog, jede Entscheidung und Reaktion muss man erleben und die Konsequenzen tragen. Das Spiel ist weit entfernt von Perfektion, zeigt aber deutlich wohin die Reise hoffentlich gehen wird.

Ich freue mich auf viele weitere Stunden im Star Wars-Universum. Denn schließlich gibt es acht Klassen mit unterschiedlichen Handlungssträngen. Fans sei der Titel mehr als ans Herz gelegt, alle anderen sollten zumindest mal einen genaueren Blick auf mein persönliches Highlight aus dem Jahre 2011 werfen. In diesem Sinn lässt sich wohl nur noch sagen: Möge die Macht mit euch sein. 

„..Highlight des Jahres 2011!“

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