Dienstag , Januar 17 2017

Test – Assassin’s Creed 4 Black Flag – Die Piraten im Test

Mit Assassin’s Creed 4 Black Flag will Ubisoft jetzt die Karibik erobern, zumindest in virtueller Form. Nachdem man bereits viele Abenteuer im Namen der Ehre in den Vorgängerteilen erleben durfte, wird es nun Zeit als verruchter Pirat sein Unwesen zu treiben. Schiffe entern, Rum in rauen Mengen trinken und dem schnellen Geld hinterher sein. Ob es Ubisoft schafft mit Assassin’s Creed 4 Black Flag frischen Wind in die Franchise zu bringen, wollen wir euch mit diesem Review verraten.

Meine liebe Ehefrau, ich schreibe diese Zeilen, während ich derzeit auf einer Brigg den Atlantik überquere. Unser Traum auf etwas mehr Wohlstand ist Antrieb genug, dass ich dieses Risiko auf mich nehme. Ständig sind meine Gedanken bei dir in England, bei unserer kleinen Familie. Wie ich euch vermisse. Der Captain meinte, dass sich in diesen Gewässern viele Piraten rum treiben würden, doch unsere Bewaffnung sei stark genug, um sie zu vertreiben und uns unserer Haut zu erwehren. Doch bei einem Namen fürchtet sich auch unserer Captain. Black Beart. Er soll ebenfalls diese Gewässer heimsuchen. So hoffe ich, dass ich ihm nicht begegnen werde.

Die Zeit vertreibe ich mit lesen oder ich helfe an Deck, sonst frisst mich die Ungewissheit auf. Das Rollen des Schiffs lässt mich des Nachts kaum ein Auge zumachen, ich bin wohl nicht zum Seemann geboren. Gestern habe ich den Captain zufällig belauschen können. Es sei wohl noch ein Pirat unterwegs. Edward Kenway, obgleich mir dieser Name nichts sagt, brach unserer Captain in Schweiß aus. Angeblich macht er gemeinsame Sache mit Black Beart und soll ebenso grausam wie er selbst sein. Wiederum erzählen sie, dass er mit verschiedenen Fraktionen paktieren solle. Man munkelt Kenway wäre für die Eroberung einiger Küstenfestungen verantwortlich, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Wonach es ihm trachtet vermag ich nicht zu sagen. Doch der Captain sprach von Templern und Assassinen, die seit vielen Jahren im verborgenen einen Krieg austragen. Kenway spielt dabei wohl eine gewichtige Rolle.

Meine Angst steigt bei dem Gedanken euch nicht wiedersehen zu können. Die neue Welt soll voller Gold und Möglichkeiten sein. So hoffe ich, dass ich alsbald zurück sein werde, am liebsten mit etwas mehr Geld, um dir und unserem Sohn alle Wünsche zu erfüllen.

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Das hat uns gefallen:

Rum, Piraten, Inseln und Schätze – was könnte männliche Gamer wohl mehr interessieren? Das scheint sich auch Ubisoft gedacht zu haben und brachte all dies in die Assassin’s Creed-Reihe. Ubisoft erzählt eine etwas andere Geschichte, die wir interessant und frisch finden.

Wie immer sitzen wir im Animus, aber natürlich nicht in der Rolle von Desmond Miles. Wir sind ein Angestellter bei Abstergo, die mit der Animus-Technologie Videospiele herstellen. Unsere Aufgabe ist es Material zu sammeln und das erste Thema für ein Videospiel sind die Piraten. Natürlich wird noch etwas mehr erzählt, aber schon allein diese Tatsache, dass man nicht gleich in die Tiefen von Verschwörungen und Intrigen gezogen wird, war etwas Neues und sichtlich interessant in unseren Augen. Sein ganzes Potential entfaltet Assassin’s Creed 4 aber erst, wenn wir als Edward Kenway die Segel setzen.

Der Fokus des Spiels liegt dieses Mal auf dem Ozean. Zwar konnten wir schon in Assassin’s Creed 3 segeln, doch war es nur ein Zeitvertreib. Jetzt ist es die Essenz des Spiels und das in Verbindung mit den üblichen Assassin’s Creed-Gameplay. Als Spieler bekommt man nicht nur die Aufgabe dafür zu sorgen, dass Edward richtig ausgerüstet ist, sondern auch die Jackdaw – euer Schiff und Zuhause. Verstärkungen für den Rumpf der Jackdaw müssen gekauft, die Anzahl der Kanonen vergrößert und die Kanonenkugeln stärker gemacht werden. Die Aufgaben sind dieses Mal also vielseitig verteilt.

Das Gameplay ist also zu unterscheiden: Kampf und zur See. Während Ubisoft bei Edwards grundlegenden Bewegungen und seiner Bewaffnung nichts geändert hat – außer einem Blasrohr, dass Schlaf- und Aggressionspfeile verschießt – wurde die Steuerung für Schiffe komplett überarbeitet. Den Großteil der Zeit verbringt man auf der See und auch hier liegen viele Aufgaben versteckt. Walfang (oder Haie), Piraterie oder das Tauchen nach Schätzen. Die Steuerung der Jackdaw ist dabei sehr gut umgesetzt worden. Zu jeder Zeit hat man das Gefühl wirklich mit einem Kahn in der Karibik unterwegs zu sein.

Auch grafisch konnte Ubisoft noch einmal überzeugen. In diesem Fall haben wir die aktuellen Konsolen getestet und selbst hier sieht das Meer unglaublich gut aus. Selbes gilt für Gesichter und die Landschaft. Durch den neuen Einfluss wirkt Assassin’s Creed 4 bunter als seine Vorgänger, ohne dabei zu aufdringlich mit der Farbgebung zu sein.

Bei der deutschen Vertonung hat Ubisoft auch alles richtig gemacht. Manches Mal hat man fast sogar das Gefühl, als würde man in einem neuen Teil von Fluch der Karibik dabei sein – man wartet irgendwie nur darauf, dass Jack Sparrow um die Ecke kommt. Vor allem aber Black Beart konnte uns überzeugen und auch der im Spiel genutzte Seefahrer-Slang sorgt für ein sehr stimmiges Gesamtbild.

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Das hat uns nicht gefallen:

Im Grunde können wir hier nur zwei Dinge anführen. Zum einen ist es der Mehrspielermodus, der kaum Innovationen und Neues bietet im direkten Vergleich zu den Vorgängern. Hier hätte einfach mehr drin sein müssen. Wie wäre es, mit einer Flotte von Freunden gegen eine andere Flotte eine Seeschlacht auszuführen? Leider wird uns dieser Wunsch nicht erfüllt und so bleibt der Multiplayer-Modus in Assassin’s Creed 4 Black Flag einfach nur Standardkost.

Zum anderen ist es der Detailreichtum. Zwar gibt es viele Dinge wie Katzen auf Dächern, Vögel, Wale, Delfine und anderes Getier, doch fehlte uns dieses Mal die Interaktion mit anderen NPCs. Es fehlt einfach an kleinen Sidequests, die man in den letzten Teilen so oft finden konnte. Sieht man einmal von der Jagd nach der Templerrüstung ab, hat Ubisoft hier abgebaut. Etwas mehr Material an Nebenmission hätte uns sehr gefreut.

Fazit:

award4Assassin’s Creed 4 Black Flag macht Spaß, wirklich Spaß. Eine schöne, neue Welt, die sich ein jeder Seefahrer erträumt hat. Egal ob große Stürme, mit Monsterwellen und Windhosen oder eine ruhige See oder eine epische Piratenschlacht. In Assassin’s Creed 4 wird dies alles geboten. Ubisoft hat ein sehr stimmiges Gesamtkonzept geschaffen. Wunderschöne Grafiken, eine fast schon perfekte deutsche Synchronisation und eine sehr gute Steuerung suchen im Assassin’s Creed-Universum ihres Gleichen. Aber auch Assassin’s Creed 4 ist nicht perfekt. Der Multiplayer-Modus wirkt etwas lieblos und es fehlt an Nebenmissionen abseits der Story

Ansonsten darf und sollte der neueste Teil der Assassin’s Creed-Reihe in keiner gutsortierten Sammlung fehlen. Assassin’s Creed 4 Black Flag bringt die Franchise wieder auf den richtigen Kurs und ist in unseren Augen sogar der bislang beste Teil.

Mit Assassin’s Creed 4 Black Flag will Ubisoft jetzt die Karibik erobern, zumindest in virtueller Form. Nachdem man bereits viele Abenteuer im Namen der Ehre in den Vorgängerteilen erleben durfte, wird es nun Zeit als verruchter Pirat sein Unwesen zu treiben. Schiffe entern, Rum in rauen Mengen trinken und dem schnellen Geld hinterher sein. Ob es Ubisoft schafft mit Assassin’s Creed 4 Black Flag frischen Wind in die Franchise zu bringen, wollen wir euch mit diesem Review verraten. Meine liebe Ehefrau, ich schreibe diese Zeilen, während ich derzeit auf einer Brigg den Atlantik überquere. Unser Traum auf etwas mehr Wohlstand…

Review Übersicht

Grafik - 97%
Sound - 95%
Gameplay - 88%
Umfang - 90%
Story - 85%

91%

Sehr Gut!

Das bislang beste Assassin's Creed-Spiel für die aktuellen Konsolen.

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