Samstag , November 18 2017

TEST – Battlefield Hardline – Das Battlefield für Hardliner?

Abseits der großen Schlachten die man sonst in der Battlefield Reihe schlägt, geht es Hardline eine Nummer kleiner an. Keine militärischen Spezialeinheiten, keine modernen Panzer, keine Jets. Hardline lässt stattdessen Cops und Verbrecher aufeinander los. Für Solisten gibt es eine, soviel sei verraten, überraschend umfangreiche Story. Der ausgedehnte Mehrspieler-Teil ist ohnehin obligatorisch und das Herzstück jedes Teils der Serie.

Ob Visceral, die als Hersteller bei Hardline das Heft bzw. den Lauf in die Hand nahmen, ein gutes Spiel abgeliefert haben? Wie macht sich das neue Mitglied der Battlefield-Familie? Nach dem Test wisst ihr mehr.

battlefield-hardline 1

Das hat uns gefallen

Viscerals Idee, die Singleplayer Kampagne an Fernsehserien anzulehnen und so Abwechslung zum Genrestandard zu liefern, funktioniert ziemlich gut. Der Spieler übernimmt die Rolle von Nick Mendoza, Polizist des Drogendezernats in Miami, und erlebt die Geschehnisse so aus fester Perspektive. Natürlich nimmt die Geschichte – die wir nicht spoilern – bald größere Ausmaße an. Erzählt wird sie in überraschend vielen Dialogen und Videosequenzen, den Charakteren liegen (mehr oder minder) bekannte Serien-Darsteller zugrunde. Leider reicht auch dieser Aufwand nicht, um ganz überzeugen zu können. Dazu weiter unten mehr.

Wer den Abzugsfinger schonen möchte, hat zumindest im Solo-Teil auch dazu die Möglichkeit. Statt jeden Schurken bedingungslos über den Haufen zu schießen, gibt es meistens auch die Möglichkeit, bis zu drei von ihnen einfach zu Verhaften. Statt rechts die Waffen wird links die Marke gezückt. Die Burschen ergeben sich so (meistens) und ihr könnt sie festnehmen. Auf diese Art erspielt ihr euch auch die meisten Punkte, steigt also zügiger in den Rängen auf und schaltet schneller Upgrades für eure Waffen frei. Alternativ könnt ihr eure Gegner auch betäuben, oder, es handelt sich schließlich um einen Shooter, mit allerlei Gerät über den Haufen ballern. Beim Testen gefiel es gut, mehrere Möglichkeiten zur Auswahl zu haben. Nach einigen vergeblichen Versuchen an einer kniffligen Stelle, an der ich versucht hatte alle Gegner hinter Gittern zu bringen statt Blut zu vergießen, siegte dann doch die Gewalt. Wild um mich schießend hatte ich den Abschnitt auch viel schneller hinter mich gebracht – dafür aber mir fast leerem Punktekonto. Schön, dass die Kampagne einem hier Möglichkeiten lässt.

Insgesamt kann der Einzelspieler-Part die Erwartungen nicht ganz erfüllen, Spaß macht er jedoch allemal. Die Mehrheit wird es ohnehin auf den Multiplayer-Modus abgesehen haben. Der präsentiert sich Veteranen wie bekannt. Auf einer überschaubaren Anzahl verschiedener Maps (man liegt sicher nicht falsch, wenn man von Nachschub in DLC Form ausgeht) stoßen beide Fraktionen aufeinander, um sich in diversen Modi zu beharken.

Wie schon in den Vorgängern, Battlefield 3 und 4, wählt ihr aus vier Klassen aus. Zur Wahl stehen Operator (Assault im Vorgänger), Mechaniker, Enforcer und Profi (Scharfschütze). Unterschiedlicher Zugriff auf Waffen und Tools machen ein gutes Zusammenspiel erforderlich, um effektiv als Team zu arbeiten. Dazu der Einsatz verschiedener Fahrzeuge und die Bühne für berühmt-berüchtigte Battlefield-Momente ist bereitet.

Großer Reiz geht wieder durch den Progress aus, mit der Zeit immer neue Waffen und Co. Freizuschalten bzw. zu Kaufen. Das in den Gefechten verdiente Geld will nämlich, anders als man es aus der Serie kennt, in neues Spielzeug ausgegeben werden, statt dass es automatisch nach und nach freigeschaltet wird.

battlefield-hardline 2

Das hat uns nicht gefallen

Die cineastische Herangehensweise in der Kampagne funktioniert leider nicht immer ganz wie erhofft. Die Charaktere lassen Tiefe vermissen, die Dialoge sind voller Klischees und insgesamt recht platt. Außen hui, innen pfui? Sagen wir, Hardline kann, was die Story und ihre Umsetzung angeht, die mächtige Technik nicht nutzen, denn Grafik und Sound sind, serientypisch, auf sehr hohem Niveau – auch wenn das Gefühl, dass es im Gegensatz zum Vorgänger grafische Rückschritte gibt, sich nie ganz abschütteln lässt.

Nicht jeder der Mehrspieler-Modi ist gänzlich gelungen oder ausbalanciert. Klassische Varianten wie Conquest treffen auf Neuzugänge wie z.B. Blood Money, das ein wenig Payday erinnern mag, Rescue (sichere/rette die Geisel) oder auch Crosshair, in dem ein Spieler zum VIP wird und das Gefecht überleben muss. Auswahl ist vorhanden, doch kommt nicht in jedem Modus der richtige Spielfluss oder Spaß auf. Natürlich spielen hier auch persönliche Vorlieben eine große Rolle. Hier wird jeder mit der Zeit seine(n) Favoriten finden müssen.

Apropos Balance. Auch und gerade hier ist noch Feintuning nötig. Das verwundert aber zu Release des Titels kaum und wird hoffentlich bald behoben. Niemand möchte, dass die für Echtgeld kaufbaren Waffen die mächtigsten sind, nicht wahr…?

Fazit

Einen Schritt vor und zwei zurück. Für sich genommen ist Hardline ein guter bis sehr guter Titel. Betrachtet man es aber im Vergleich zu seinen eigenen großen Brüdern, steht es doch in ihren Schatten. Toll ist, dass es keine wirklich nennenswerten Startprobleme gibt und man munter drauf los spielen kann – super! 

Also, wer braucht Battlefield nun? Fans der Serie können wohl ohne Bedenken zugreifen, erwartet sie doch gewohnt fein abgestimmtes Gameplay. Battlefield bleibt hier einfach Battlefield. Wer auf große Neuerungen gehofft hat, könnte, außerhalb der Kampagne, enttäuscht werden. So oder so, verkehrt macht man mit Battlefield Hardline sicher nichts.

Wertung

Grafik - 90%
Sound - 88%
Gameplay - 80%
Umfang - 80%
Multiplayer - 83%

84%

Gut

Battlefield Hardline ist ein wirklich guter Shooter, allerdings hätte es wohl eine eigenständige Reihe werden sollen, statt die Marke Battlefield einfach als Kaufgrund zu nutzen.

User Rating: Be the first one !

Check Also

Die besten Pokerplattformen im Internet

Nicht nur durch hochklassige Turniere im professionellen Pokerbereich lässt sich die ein oder andere Mark …