Sonntag , November 19 2017

Test – Castlevania: Lords of Shadow 2 – Dracula im Test

Konami lässt uns mit Castlevania: Lords of Shadow 2 zum Vampir werden, allerdings nicht zu einem unbekannten Vampir, sondern zu Dracula selbst. Nach dem Erfolg des ersten Teils der Reihe liegen die Hoffnungen entsprechend hoch, was den Nachfolger betrifft, der die Geschichte von Gabriel Belmont zu Ende erzählen wird. Wir haben uns Castlevania: Lords of Shadows 2 genauer angeschaut und haben unsere Eindrücke im folgenden Review zusammengefasst.

Die Welt hat sich verändert, als ich sie das letzte Mal sah. Ritter streiften durch mein Land, danach trachtend mir das Leben zu nehmen – nicht ahnend, dass sie mir damit den größten Wunsch überhaupt erfüllen würden. Doch ich bin unsterblich. Aufgespießt und verbrannt, begraben und zerstört, stehe ich doch jedes Mal wieder von den Toten auf und bringe meine Rache unter das Volk. Den „Prinzen der Dunkelheit“ nennen sie mich und kaum jemand ist unter ihnen, der mich nicht fürchtet.

Nach einem langen Schlummer habe ich viel vergessen und so viel hat sich geändert. Menschen streifen durch düstere Städte, die auf den Ruinen meiner Burg erbaut wurden. Pferde gibt es keine mehr, nur noch fahrende Metallkästen, in denen Menschen durch die Straßen fahren. Was ist das für eine Welt? Tief in mir weiß ich, dass dies die Realität ist und ich viel länger geschlafen habe, als ich es mir zu träumen wagte. Mein Gedächtnis ist getrübt und ich sehr geschwächt. Der Durst erwacht in mir und so beginne ich mir die neue Welt anzuschauen, die voller Wunder und Technik scheint, um einmal mehr Schrecken zu sähen und nach Vergeltung zu trachten.

lords of shadow 2 2

Das hat uns gefallen:

Um es direkt vorweg zu nehmen, wir haben die PC-Fassung von Castlevania: Lords of Shadow 2 gespielt. Alle Einstellungen waren bei uns auf Maximum gestellt, sodass wir das volle Dracula-Feeling genießen konnten.

Fangen wir auch direkt mit der Grafik an. Nachdem man HD-Texturen und alle Einstellungen auf ein Maximum gebracht hat – außer die Bewegungsunschärfe in unserem Fall – sieht Lords of Shadows 2 recht gut aus. Es gibt sogar Momente, wo wir den einen kleinen Hauch, kaum spürbar, von NextGen-Grafiken wahrnehmen konnten. Nur die Animationen waren noch etwas steif und passten nicht ins Gesamtbild. Umgebungen und Monster-Design haben viel Neues aber auch Bekanntes zum Vorschein gebracht.

Wirklich überragend ist einmal mehr die Vertonung von Lords of Shadow 2. Hier gilt vor allem Synchronsprecher Robert Carlyle alle Ehre, der auch in der deutschen Fassung sein Talent verbreitet. Denn deutsche Gamer müssen sich mit Untertiteln „begnügen“, was allerdings die sehr passende Stimme von Carlyle mehr als gerechtfertigt. Musikalisch konnte man ebenfalls noch einmal eine Schippe drauflegen, denn im Hintergrund erklingen fast schon epische Klänge.

lords of shadow 2 1

Das hat uns nicht gefallen:

So viel Lob geht leider oftmals viel  zu schnell vorbei, leider auch im Fall von Lords of Shadows 2. Die Geschichte dreht sich bekanntermaßen um Gabriel, der nun als Dracula durch die Lande zieht. Schön und gut, doch ist das ständige Wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart mehr als müßig und vor allem zu Beginn sehr verwirrend. Die Story rund um den bekanntesten Blutsauger der Geschichte entfaltet sich nur langsam und erst gegen Ende werden fast alle losen Fäden miteinander verwoben. Trotz dieser Tatsache müssen wir leider sagen, dass der erste Teil der Lords of Shadow-Reihe erzählerisch sehr viel besser gelungen ist.

Beim Gameplay kann man schnell geteilter Meinung sein, doch wir wollen fair und objektiv bleiben oder es zumindest versuchen. Lords of Shadow 2 macht viel richtig, aber leider ebenso viel falsch. Einige Elemente wie das Verschießen von Dolchen oder Feuerbällen funktionieren zwar, doch alles andere als perfekt. Viel zu oft setzt die Zielautomatik ein und nimmt sich einen ganz anderen Gegner zur Brust, als man es eigentlich wollte.

Quick Time Events gibt es ebenfalls zu Hauf. Wem das allerdings sauer aufstößt, wird die Möglichkeit geboten, diese in den Optionen zu deaktiveren. Noch sind wir leider nicht fertig mit meckern. Die Bosskämpfe in Lords of Shadow 2 finden zwar auf epischen Schauplätzen statt, sind aber nicht sehr anspruchsvoll. Sobald man die Strategie verstanden hat, kann der Gegner mit den stets gleichen Mitteln besiegt werden.

Kommen wir nun zu einem der Herzstücke von Castlevania – den Rätseln. Auch in Lords of Shadow 2 sind sie vertreten, doch recht spärlich und oftmals recht stupide. Ungewöhnliche Sprungpassagen und das Zusammensetzen von Spiegelresten ist noch das Beste daran.

Seine größte Schwäche hat Lords of Shadows 2 aber in der Gegenwart. Hier ist Dracula nicht der Draufgänger, sondern versucht subtiler vorzugehen. Clever und mit seinen Fähigkeiten, im Grunde also wie ein Sam Fisher mit Fangzähnen. Allerdings sehr viel weniger erfolgreicher. Die Stealth-Abschnitte sollten am Besten aus dem Spiel verbannt werden. Geduckt oder als Ratte verwandelt läuft Dracula vor seinen Feinden davon oder nimmt diese in Besitz. Letzteres führt dazu, dass man wie ein gelangweilter Zombie zu einem Augenscanner läuft und durch eine Tür schreitet – da ist das Leben als Ratte doch viel interessanter. Stromkabel oder Flammen versperren hier den Weg zum Erfolg. Eine Treppe allerdings oder nur ein kleiner Schutthaufen, halten Dracula in Rattengestalt allerdings schon komplett auf.

Fazit:

Castlevania: Lords of Shadow 2 ist verwirrend, was der Story zu verdanken ist. Gibt man sich allerdings Zeit und schaut über die Schwächen hinweg, die im einzeln nicht schlimm sind, sondern eher in der Masse, dann ist das Abenteuer rund um Gabriel Belmont sehr unterhaltsam.

Hat man allerdings ein Auge fürs Detail, könnte man schnell von Gameplay-Mechaniken oder einem recht simplen Plot genervt sein. Nur die Stealth-Abschnitte hätten in dieser Form nicht ins Spiel gehört. Ansonsten dürften Fans der Serie, wohl auch mit Lords of Shadows 2 ihren Spaß haben.

Review Übersicht

Grafik - 83%
Sound - 85%
Gameplay - 71%
Umfang - 76%
Story - 70%

77%

Gut

Gut aber nicht so gut wie der Vorgänger

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