Donnerstag , Oktober 22 2020

Test – Deadpool – So irre können Helden sein

Review Übersicht

Grafik - 72%
Sound - 85%
Gameplay - 70%
Umfang - 55%

71%

Durchbrich die Vierte Wand!

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Unser nächster Held stammt dieses Mal aus der Marvel-Schmiede: Deadpool. Ein brutaler, sexistischer und Sprüche klopfender Superheld. Ewig neidisch auf Wolverine und nie ganz allein in der Birne. Fans wissen unlängst um den Humor und die Gewalt von Deadpool aus den gleichnamigen Comics, umso erfreulicher, dass das Spiel auch hierzulande ungeschnitten erscheint. Wie sich Deadpool in einem bzw. seinem eigenen Videospiel schlägt erfahrt ihr in unserem Test.

Schnelle Spielgeschehen, die brutale Action und ein irrer Superheld können schon einmal schnell die Welt ins Chaos stürzen, und Chaos herrscht im ganzen Spiel. Von der Story über das Level-Design bis hin zu den Kämpfen gegen Massen an Gegnern. Das alles passt natürlich auf Deadpool, der sich selbst an die Entwickler von den High Moon Studios gewandt hat, um mit ihm ein Spiel zu machen.

Als Hauptfigur macht Deadpool eine sehr „gute“ Figur. Die Spieler erleben einige Seiten an dem irren Charakter, die zwar in das Gesamt-Setting passen, aber doch unerwartet kommen und damit einen gewissen Überraschungseffekt besitzen. Der flache Meta-Humor, der meistens mitten ins Gesicht schlägt und häufig mit sexuellen Anspielungen einhergeht, wird Fans der Serie und Gamer mit diesem gewissen Sinn für Komik sehr oft zum Lachen oder Schmunzeln bringen. Für die Synchronisierung wurde Nolan North mit einbezogen, der in Spielen wie Uncharted aber auch durch die Vertonung des Deadpool-Cartoons Bekanntheit errungen hat, daher läuft die Sprachausgabe auch nur in Englisch ab. Optional lassen sich jedoch deutsche Untertitel einblenden.

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Das hat uns gefallen:

Die wichtigste Fähigkeit für den Spieler ist eine Art Teleportion, die auf der gleichen Taste liegt, wie auch der Konter, gegen gegnerische Angriffe. In den Kämpfen sammeln Spieler DP-Punkte, die in Verbesserungen investiert werden können. So lassen sich Waffen und Gadgets freischalten oder Waffen verbessern und auch Deadpool selbst kann Upgrades erhalten. Durch viele interessante Elemente und einer wahnwitzigen Geschichte haben die Entwickler keine Langeweile aufkommen lassen.

Nicht zu vergessen der unglaubliche Meta-Humor und Deadpools ewige Anspielung auf die Vierte Wand. Die High Moon Studios haben mit Deadpool bewiesen, dass sie sich nicht immer ernst nehmen wollen und müssen. In einigen Szenen ist sogar ein ganzes Kamera-Team zu sehen, während der irre Marvelheld einer seiner vielen Monologe führt.

Der eingangs erwähnte Nolan North beweist einmal mehr seine Qualitäten als Synchronsprecher und hebt die Vertonung des Spiels auf ungeahnte Höhen.

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Das hat uns nicht gefallen:

Doch leider ist das Spiel auch relativ kurz gehalten – nur sechs bis sieben Stunden wird euch Deadpool unterhalten. Auch wirkt die Grafik schon stark veraltet und die extra Arenen, in denen der Spieler mit Gegnerwellen beworfen wird, um Online-Highscores zu erreichen, sind eher unnötig und bieten kaum Motivation. Trotz guten Handlings von Deadpool, dürfte schnell Frust aufkeimen, wenn die rucklige Steuerung und die schlechte Kameraführung aufeinandertreffen. Hier hätte man deutlich mehr Zeit investieren müssen.

Und noch einmal darf man den Humor nicht vergessen! Wie jetzt, ich dachte der ist so toll, was sucht der denn bei „Das gefällt uns nicht“? Nun, der Humor von Deadpool ist recht speziell und viele Spieler dürften schnell an ihre Grenzen stoßen. Nicht immer will man seinen Marvel-Helden dabei zu sehen, wie er auf Toilette seinen „Geschäften“ nachgeht und diese lautstark kommentiert.

Fazit:

Die Kampagne kommt zeitlich leider zu kurz. Je nachdem wie gut ihr euch auf das Kampfsystem einstellt, können bereits nach einem Nachmittag die Credits über den Bildschirm flimmern. Allerdings bietet Deadpool bis dahin ein Action-reiches Spielgeschehen ohne Langeweile. Mit viel gutem Willen könnte man also sagen, dass die Entwickler einfach die Elemente ausgelassen haben, die den Titel künstlich in die Länge gezogen hätten.

Betrachtet man es allerdings Objektiv sieht es eher so aus, als hätte Deadpool sein Pulver zu schnell verschossen. Grafisch ist das Spiel nicht mehr auf der Höhe und die ständigen Kameraprobleme lassen den Frust schnell einmal in ungeahnte Sphären schnellen. Wir empfehlen daher, selbst den Deadpool-Fans unter euch, leiht euch Deadpools Abenteuer erst einmal aus oder werft einen Blick darauf, bevor ihr euer Geld aus dem Fenster werft. 

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