Donnerstag , Mai 23 2019

Test: Die Sims 4 – Weniger ist manchmal mehr?

Kein Addon, kein Accessory-Pack. Nein ein komplett neuer Teil, und zwar der Vierte. Die Sims 4 ist da! Ein neuer Teil der Sims-Serie bedeutet natürlich geringeren Umfang als der Serienfan gewohnt ist – ob er nun mit oder ohne Addons spielte, denn die Sims 4 startet mit weniger Features als gedacht. Ganze 89 davon haben ihren Weg ins Spiel nicht gefunden. Welche davon sich wohl in zukünftigen Erweiterungen finden lassen…?

Wer jetzt denkt, dass es in den Sims zu wenig zu tun gibt, liegt falsch, denn noch immer bieten sich einem Unmengen an Möglichkeiten. Bereits mit dem Basisspiel liefert die Lebenssimulation Spielspaß für viele, viele Stunden.
Serien typisch gibt es keinen alles umspannenden Handlungsbogen. Welche Geschichte erzählt wird liegt allein in der Hand des Spielers. Die Werkzeuge dafür liefert das Spiel frei Haus. Wie sich damit arbeiten lässt klärt unser Test.

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Das hat uns gefallen:

Bevor die eigene Geschichte geschrieben werden kann, will das eigene Alter-Ego erstellt werden. Der gelungene Charakter Editor lässt dabei kaum Wünsche offen. Bis auf Kleinkinder kann vom lockenköpfigen Schulkind bis zum alten Mann alles erstellt und gespielt werden. Schnell hat man den Wunschcharakter nach eigenem Geschmack erstellt, samt Lebenswunsch und Charaktereigenschaften. Wie gewohnt sind auch komplexe Familien kein Problem.
Neu bei der Erstellung sind die Greifer, mit denen man sich die Figuren nach Lust und Laune in Form ziehen kann. Anstatt an Schiebereglern die Parameter zu verändern, lässt sich so beispielsweise der Bauchumfang im Nu verändern. Oder die Nasenlänge. Die Breite der Schultern. Oder, oder, oder… Anfangs ungewohnt, möchte man dieses Feature schnell nicht mehr missen. Schließlich editiert es sich so wesentlich intuitiver.

Das Mit- und Untereinander der Sims bietet neue Möglichkeiten, erfordert aber auch mehr Umsicht. Das Erfüllen von Wünschen und Bedürfnissen schaltet zum Beispiel neue Interaktionen frei, welche in Gespräche einfließen sich direkt auf die Laune auswirken. Das verleiht der Kommunikation und Interaktion mehr Dynamik und lässt sie flüssiger und interessanter erscheinen.
Mehrere Dinge können nun zeitgleich erledigt werden, bspw. Essen und nebenbei fernsehen oder gleichzeitig mit mehreren Nachbarn unterhalten. Wieder ein Plus an Lebendigkeit. Der Vorteil dass man gleich mehrere Bedürfnisse befriedigt ist natürlich ebenfalls nicht zu verachten!

Der Bau- und Kaufmodus ist gut sortiert und bietet viel Auswahl. Es macht viel Spaß das Eigenheim zu gestalten und auszustatten. Sogar komplette Räume lassen sich incl. Möblierung platzieren. Schön wenn man es mal eilig hat.
Sollte das angebotene dem Geschmack nicht entsprechen, findet sich in der Community Galerie sicher etwas passendes. Die Online-Anbindung selbst ist gelungen und integriert sich nahtlos ins Spiel. Für Nachschub und Inspiration für künftige Spielsessions ist also gesorgt.

Technisch gibt es nichts zu beklagen. Das Spiel läuft flüssig und bietet etwas fürs Auge ohne mit Bombast zu protzen. Die Darstellung des stilisierten Realismus ist hübscher denn je und wirkt aus einem Guss. Auch die letzte Rechnergeneration wird nicht zu sehr ins Schwitzen bringen, was die Zielgruppe freut. Gute Arbeit!
Dass Die Sims 4 sogar entschieden flüssiger läuft als der Vorgänger ist ein absoluter Vorteil.

Das überarbeitete Interface kommt optisch frischer daher und lässt viel Platz für den Blick aufs Geschehen. Einige Schnitzer haben sich jedoch eingeschlichen, dazu unten mehr.

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Das hat uns nicht gefallen:

Die im Vorfeld bekannt gewordene Streichung geplanter Inhalte hinterlässt natürlich einen faden Beigeschmack. Über nicht mehr spielbare Kleinkinder lässt sich vortrefflich streiten. Diese sind zwar noch im Spiel vorhanden, werden von den Sims aber behandelt wie Objekte. Dass Pools zum Release nicht baubar sind, ist ebenfalls ein angekündigter Rückschritt der Serie.

Ebenfalls schade ist das Wegfallen des Färbe-Werkzeugs. So gibt es zwar diverse Designs zur Auswahl um Objekte zu verändern, ganz nach dem eigenen Geschmack neu designen lässt es sich aber nicht mehr.

Die Anzeige der Bedürfnisse (Hunger, Energie, Sozial, …) hätte ihren festen Platz behalten dürfen. Sie immer wieder öffnen zu müssen, da an ihrer Stelle andere Fenster angezeigt werden, verdient wie die Änderungen an der Kamerasteuerung Schelte. Dafür ist diese Anzeige zu relevant.

Einige Karrieren denen man vorher mit viel Freude zuvor nachgehen konnte wurden ebenfalls entfernt. Gesetzeshüter und Mediziner müssen beispielsweise (vorerst?) draußen bleiben! Diese benötigen Fahrzeuge zum Verrichten des Tageswerks, allerdings wurden auch diese nicht integriert. Da die Stadt nun insgesamt etwas kleiner wurde und sich dazu in Viertel aufteilt (getrennt durch Ladezeiten)… Wir harren der Addons die da kommen.

Fazit:

Auch wenn sich die Kritikpunkte schwergewichtig anhören, überwiegt doch der gute Eindruck. Vor allem wenn man bedenkt, dass ein Nachreichen von Features durch Addons absolut wahrscheinlich ist. Und wer reibt sich nicht in Erwartung die Hände, wenn er an eventuelle Haustiere, Urlaubsreisen etc. denkt?

So oder so: Die Sims sind wieder da und bieten erneut eine fantastische Bühne für unzählige Geschichten, von absurd über liebevoll, zu wild und verrückt.

Review Übersicht

Grafik - 80%
Sound - 80%
Gameplay - 85%
Umfang - 70%

79%

Ganz Die Sims, bereit als Monopolist der Lebenssimulationen seinen (oder ihren? Grammatik vs. Schönklang) Platz zu verteidigen.

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