Dienstag , Juni 19 2018

TEST: Dragon Ball FighterZ – Mit einer Wertung über 9.000?

Als 1984 das erste Mal Dragon Ball in Manga-Form erschien, hätte wohl sein Erfinder Akira Toriyama niemals gedacht, dass noch 34 Jahre später Son Goku und seine Freunde über die heimischen TV-Bildschirme flackern würden. Mit Dragon Ball FighterZ hat Bandai Namco jetzt ein Beat em Up auf den Markt gebracht, dass frischen Wind in die Franchise bringen will. Wir haben uns Dragon Ball FighterZ unter den Nagel gerissen, damit wir das neues Videospiel-Abenteuer von Goku auf Herz und Nieren testen können.

Es ist nicht zu bestreiten, dass Son Goku der wohl stärkste Kämpfer ist, den die Erde jemals gesehen hat. Zwar muss er sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen, doch irgendwie schafft es der Saiyajin mit dem großen Magen und der Stachelfrisur immer wieder als Sieger aus seinen Kämpfen hervor zu gehen.

Dieses Mal ist aber alles anders: merkwürdige Wellen haben das Universum in ihren Bann gezogen und niemand weiß woher sie stammen. Son Goku, mitten im Kampf gegen Klone von Vegeta, Son Gohan, Freezer und Co, erwacht plötzlich ohne Erinnerung. Doch es ist sogar noch schlimmer. Es ist nicht einmal Son Goku, sondern etwas hat seinen Körper in Besitz genommen. Son Goku muss nun etwas machen, worin er noch nie gut war: jemand anderen das Kämpfen überlassen und das noch in seinem Körper. Welche Gefahren das Ganze birgt und was genau hinter diesen Wellen steckt soll dieses Abenteuer verraten.

Das hat uns gefallen:

Endlich wurde nicht wieder die originale Dragon Ball Z-Geschichte verwurstet, wie es einfach schon viel zu oft geschehen ist. Mit Dragon Ball FighterZ hat Bandai Namco eine neue Story erfunden. Es geht um den Kampf gegen C21, einen weiteren Cyborg der Red Ribbon-Armee. Dabei scheint die Welt in Dragon Ball FighterZ auf dem Kopf zu stehen, denn viele bekannte Kämpfer, gute als auch Böse, sind von den Toten auferstanden.

Die Story des Spiels ist dreigeteilt und zeigt verschiedene Blickweisen auf die Geschehnisse des Spiels. Jede Perspektive klärt weiter auf; zeigt was genau passiert, wer C21 ist und welche Beweggründe sie hat. Erst nachdem alle drei Handlungsstränge gespielt bzw. erkämpft worden sind, werden Fragen die offen waren beantwortet bzw. haben zumindest eine zufriedenstellende Erklärung erhalten.

Als Beat em Up sollte eines auf keinen Fall fehlen: eine gute Steuerung. Gameplay ist das A und O und kann selbst gute Grafik oder perfekten Sound nicht retten. Fans sollten aber keine großen Sorgen haben, denn das Spiel ist alles andere als träge oder öde.

Obwohl die Combos und Tastenkombinationen im Grunde bei fast allen Kämpfern gleich bzw. ähnlich belegt sind, zeigt jeder Fighter eine ganz deutlich andere Reaktionen darauf. Ob Kame-Hame-Ha oder die Verwandlung der Feinde in Schokolade (Boo) – jeder Kämpfer fühlt sich nicht nur anders an, sondern spielt sich tatsächlich anders. Son Goku beispielsweise ist ein ausgeglichener Kämpfer; stark und schnell. Andere sind schneller dafür weniger stark bzw. langsamer und haben dafür mehr Kraft im Schlag. Zudem ist jeder Kampf ein Tag-Team Battle. Ihr wählt vor einen Kampf eure drei Helden aus und zieht gegen drei Feinde ins Feld. Jeder Kämpfer hat nur ein Leben und wird dann vom nächsten in der Reihe abgelöst. Natürlich könnt ihr auch Mitten im Kampf euren Platz mit einem anderen Helden tauschen, um so Lebensenergie aufzuladen oder einfach dem sicheren Tod zu entgehen.

Was Anfangs noch recht „schwer“ von der Hand geht, wird im Laufe des Spiels, egal ob Kampagne oder im Arcade-Modus, immer leichter werden. Schnell werden die verschiedenen Angriffe kombiniert und sorgen für eine Farb- und Effektexplosion auf dem heimischen Fernseher. Dragon Ball wäre aber nicht Dragon Ball, wenn es nicht auch darum gehen würde alte Feindschaften ordentlich ins Licht zu rücken oder gar ein so gewaltigen Angriff zu starten, dass dieser vom Weltraum zu sehen ist.

Mit etwas Timing und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, könnt ihr dieses Schauspiel fast zu jeder Zeit abrufen. Wo wir auch schon bei dem nächsten Thema wären: der Grafik:

Dragon Ball FighterZ ist ein 2.5D Beat em Up, und vermischt Cell-Shading und Anime fast zur Perfektion. Das Spiel sieht wirklich sehr gut aus. Die Mischung aus 3D-Elementen in den Cut-Scenes und dem 2.5D-Passagen während der Kämpfe ist fast perfekt gelungen. Kein Charakter sieht verunstaltet aus oder „fremd“ – außer Krillin (Kuririn), der hat keine Nase… (es ist immer Zeit für einen schlechten Scherz.)

Im Zusammenspiel mit den teilweise unglaublichen Angriffen eurer Helden ist Dragon Ball FighterZ eine wahre Augenweide, wenngleich nicht ohne Fehler, doch dazu später mehr. Auf der Xbox One X und der PS4 Pro erstrahlt Dragon Ball FighterZ zudem in wunderschönem 4K und natürlich mit HDR-Unterstützung.

Schön ist aber, dass der Sound von Dragon Ball FighterZ nicht hinterherhinkt. Von Haus aus ist hier die japanische Vertonung aktiviert, was für viele Fans, die es nicht gewöhnt sind, Son Goku mit einer eher piepsigen Stimme zu hören, für hochgezogene Augenbrauen sorgen könnte.

Kenner wissen allerdings, dass dies die originale Stimme des japanischen Animes ist und somit auch seinen Platz verdient hat. Alternativ könnt ihr die gesprochene Sprache auch auf Englisch stellen, alles natürlich mit deutschen Untertiteln. Eine deutsche Vertonung sucht ihr aber vergebens.

Maßgeschneidert ist der Soundtrack des Spiels. Dragon Ball FighterZ erklingt mit rockigen Songs,die, sofern die Lautstärke etwas runtergeregelt wird, weder nerven noch unschön auffallen. Ganz im Gegenteil, sie sorgen für die typische Dragon Ball-Atmosphäre, während eines Kampfes.

Das hat uns nicht gefallen:

Wo Licht ist, muss unweigerlich auch Schatten sein. Dragon Ball FighterZ ist da keine Ausnahme. Die Cut-Scenes laufen mit deutlich weniger Frames ab, als im Kampfgeschehen selbst. Ein Übel, dass hoffentlich mit einem baldigen Update behoben wird.

Schlimmer als das ist, für Dragon Ball aber nicht ungewöhnlich, die recht flache Story. Obwohl dreigeteilt, ist die Geschichte alles andere als überraschend und unvorhersehbar. Sicher, nach dem Abschluss aller drei Handlungsstränge haben einige Charaktere an Tiefe gewonnen, gerade C21, doch die „alte Crew“ ist bereits jedem bekannt und birgt keine Überraschungen mehr.

Schade ist auch, dass im Story-Modus nur von einem Kampf zum nächsten geschwungen wird, mit einigen kleinen Unterbrechungen in Form von Cut-Scenes, wenn ihr beispielsweise einem Freund in Not zur Hilfe eilt. Im dritten Story-Abschnitt ist dies leider sehr repetitiv.

Der größte Minuspunkt sind aber einmal mehr die enthaltenden Microtransactions. Obgleich Bandai Namco hochangerechnet werden „muss“, dass diese zu keiner Zeit unschön in den Vordergrund geholt werden. Alle Z-Kapseln und freispielbaren Fighter könnt ihr auch auf dem normalen Weg erreichen. Dafür müsst ihr aber oft, sehr oft, in die Arena steigen und den Kampf suchen.

Den Online-Part von Dragon Ball FighterZ konnten wir zum Zeitpunktes des Tests leider noch nicht berücksichtigen.

Fazit:

Son Goku ist mit einem Knall zurück und das mit dem wohl bisher besten Beat em Up aus dem Dragon Ball-Universum. Eine neue Geschichte sorgt endlich für den langbenötigten, frischen Wind und ein von Grund auf solides Gameplay bringt den lange gesuchten Spaß zurück.

Zwar ist die Story etwas flach und die Cut-Scenes noch etwas ruckelig, doch die Mischung aus Dragon Ball, Grafik, Gameplay und Musik bringen Fans allen Alters zurück an die Bildschirme. Für eine Wertung „über 9.000“ reicht es aber nicht.

Wertung

Grafik - 87%
Sound - 86%
Gameplay - 85%
Umfang - 78%

84%

Gut!

Endlich konnte Bandai Namco der Dragon Ball-Reihe mit einer neuen Geschichte frischen Wind einhauchen. Grafik, Sound und Gameplay sorgen für jede Menge guter Unterhaltung und sind ein Fest für Beat 'em Up-Spieler.

User Rating: Be the first one !

Check Also

Dying Light 2 – Keine geschichtliche Verbindung zum ersten Teil

Auf der Bühne von Microsoft wurde unter anderem auch Dying Light 2 angekündigt. Ein Spiel, …