Samstag , Juni 24 2017

TEST: Dystoria – Retro from the get-go

Erstaunlich wie viel 80er Jahre Look & Feel die gerade mal zwei(!) Entwickler von Dystoria in ihr Spiel gepackt haben. Den Anfang macht die simple Story Marke „Aliens entführen dich, denn nur du kannst die Welt retten“, die schon dem Film The last Starfighter vollkommen ausreichte (und dessen Schiff-Design sich hier sogar wiedererkennen lässt) um einen Abend lang zu unterhalten.

Die Laser-Grid Optik erkennt jeder sofort aus TRON oder die VR-Levels aus Saints Row, auch wenn die Spielfelder eher an Marble Madness oder Kula World erinnern. Ziel ist auch hier zum Ausgang des Levels zu kommen, was nicht nur versteckte Orbs (zum Freischalten des Ausgangs) erschweren, sondern auch mancher Gegner, der ins virtuelle Nirwana geschossen werden will. Somit kommt noch eine Spur von Descent mit ins Spiel, das schon damals eine 360° Bewegung erlaubte. Der Unterschied hier: Das Schiff des Spielers haftet am Untergrund, völlig freies Manövrieren ist also nicht gegeben. Dafür ermöglicht Dystoria es, an allen Oberflächen entlang, hinaus oder herum zu gleiten.

All das wird begleitet von passenden Soundeffekten und dem passenden Soundtrack. Electro/Synth/Wave passt einfach perfekt zum Setting und transportiert einen gern (zurück) in die wilden 80er!

Das hat uns gefallen

Die Reduzierung aufs Wesentliche tut Dystoria richtig gut. „Starte bei A, sammelt die benötigten Items ein, erreiche den Ausgang bei B“ ist schnörkellos und für jeden sofort verständlich. Die Steuerung macht es dem Spieler genauso einfach und fühlt sich direkt und präzise an. Schnell durch die Level flitzen, dabei Gegner strafend in ihre digitalen Bestandteile schießen und aufsammeln was das Level hergibt geht ohne Schwierigkeiten von der Hand. Wieso aufsammeln? Da sich neben den, zum Beenden des Levels nötigen, Orbs noch weitere Items wie Gegner-Reste (Scrap), Nucleons (Die Währung) und Bauteile für ein Schiff befinden, die gefunden und eingepackt werden wollen.

Scrap und Nucleons ermöglichen es, alternative Schiffe freizuschalten. Diese bringen neben anderem Aussehen (inkl. dem Look verdammt bekannter Designs) mehr Tempo, Agilität oder einen dickeren Rumpf mit sich. Spielen sich also leicht unterschiedlich zum Start-Raumer. Mit Scrap werden diverse Waffensysteme bezahlt, mit denen sich die Feinde stilsicher und zuverlässig zerlegen lassen. Als Clou findet sich in jedem Level ein Bauteil für ein besonderes Schiff, das sich nur durch Auffinden aller Teile freischalten lässt.

Schnell findet man sich in der Situation wieder, ein Level zwar beendet zu haben, doch im Post-Screen darauf hingewiesen zu werden, dass man nichts alles entdeckt hat. Da packt einen doch der Ehrgeiz, es zu Wiederholen und dabei wirklich 100% zu entdecken. SO schwer und gut versteckt kann es ja nicht sein! Oder? Herrlich – Gamedesign kann so einfach sein!

Das hat uns nicht gefallen

Abseits des eigenen Erfolgswillens alles zu 100% zu beenden wird es schwer, sich allzu lang im Spiel zu halten. Da weder Highscore- noch Bestzeitenlisten geführt oder veröffentlicht werden und es keinen Mehrspielermodus gibt, wird es mit Langzeitmotivation schwer. Spieler denen es nicht leicht fällt, sich selbst immer wieder eine Karotte vor die Nase zu halten verlieren mitunter recht schnell die Puste und somit das Interesse an Dystoria.

Grafisch darf nicht zu viel erwartet werden. Das Spiel ist hübsch und funktioniert. Der Stil versprüht treffsicher 80er Jahre Atmosphäre, reißt aber sicherlich keine Bäume aus.

Technisch kam es zu kleinen Problemen: So speicherte Dystoria meine invertierte Y-Achse Maussicht nicht – auch zwischen den Runden vergaß es meine Einstellungen gern mal. Nichts gravierendes und vor allem kein Problem, das ein schneller Fix nicht beheben könnte. Erwähnt sein muss es dennoch.

Fazit:

Wer mal wieder Lust auf etwas Retro-Feeling hat, auf Pixel-Art Games aber verzichten kann, findet in Dystoria das Spiel für die nächsten Abende. Eingängiges, gut funktionierendes Gameplay, eingebettet in beste „Daddelhallenatmosphäre“ motivieren locker für einen kompletten Durchgang.

Zwar reißen weder der Umfang noch die spielerischen Möglichkeiten 2017 Bäume aus, für den schmalen Preis des Titels ist das aber absolut verschmerzbar, gerade da die gespielten Stunden durchaus Spaß machen – ob durch die Retro-Brille oder nicht. Gutes Gameplay gewinnt immer.

Erstaunlich wie viel 80er Jahre Look & Feel die gerade mal zwei(!) Entwickler von Dystoria in ihr Spiel gepackt haben. Den Anfang macht die simple Story Marke „Aliens entführen dich, denn nur du kannst die Welt retten“, die schon dem Film The last Starfighter vollkommen ausreichte (und dessen Schiff-Design sich hier sogar wiedererkennen lässt) um einen Abend lang zu unterhalten. Die Laser-Grid Optik erkennt jeder sofort aus TRON oder die VR-Levels aus Saints Row, auch wenn die Spielfelder eher an Marble Madness oder Kula World erinnern. Ziel ist auch hier zum Ausgang des Levels zu kommen, was nicht nur versteckte…

Wertung

Grafik - 76%
Sound - 82%
Gameplay - 78%
Umfang - 65%

75%

Ein kurzweiliger Retro-Spaß, der viele bekannte Stile kombiniert und auf ein sehr simples, aber überzeugendes Gameplay setzt.

User Rating: 2.8 ( 1 votes)

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