Samstag , April 29 2017

Test – Hitman Absolution – So gut wie nie?

Einer der ersten und brutalsten Assassinen, also Auftragskiller, hatte nie einen Namen, sondern nur eine Nummer – 47. Mit Hitman Absolution feiert der wohl bekannteste Auftragskiller sein Comeback. Wir wollen in diesem Review klären, ob sich dieses Comeback sehen lassen kann oder ob Agent 47 lieber in den Ruhestand gehen sollte. Es ist ein schöner Tag. Nachdem es in der Nacht viel geregnet hat, hat die Luft diesen speziellen Geruch der Nässe. Pfützen sind am Straßenrand zu sehen, während ein Eiswagen einsam seinen Weg zum nächstmöglichen Kunden fortsetzt. Die Welt scheint in Ordnung. Auf der Fahrt durch eine Waldlandschaft, etwas…

Review Übersicht

Grafik - 90%
Sound - 91%
Gameplay - 89%
Umfang - 90%

90%

Einfach Super!

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Einer der ersten und brutalsten Assassinen, also Auftragskiller, hatte nie einen Namen, sondern nur eine Nummer – 47. Mit Hitman Absolution feiert der wohl bekannteste Auftragskiller sein Comeback. Wir wollen in diesem Review klären, ob sich dieses Comeback sehen lassen kann oder ob Agent 47 lieber in den Ruhestand gehen sollte.

Es ist ein schöner Tag. Nachdem es in der Nacht viel geregnet hat, hat die Luft diesen speziellen Geruch der Nässe. Pfützen sind am Straßenrand zu sehen, während ein Eiswagen einsam seinen Weg zum nächstmöglichen Kunden fortsetzt. Die Welt scheint in Ordnung. Auf der Fahrt durch eine Waldlandschaft, etwas außerhalb einer Stadt, hat man viel Zeit zum Denken. 47 verschwendet allerdings nie einen Gedanken. Fokussiert auf seinen nächsten Auftrag – Diana – setzt er seine Reise fort.

Sie war viele Jahre die Stimme, die 47 mit seinen Aufträgen verbunden hat. Sie war es aber auch, die ihm dabei half, seinen eigenen Tod vorzutäuschen, damit sie gemeinsam die Agency stürzen konnten. Jetzt befindet sich Diana in Schutzhaft – wohl wissend, dass ihr Leben bald ein Ende finden wird.

Sein Handwerk kann 47 nicht verlernen, viel zu oft setzt er die nötigen Griffe und Techniken ein, die einen Menschen in Sekundenschnelle das Leben kosten können. Wie ein gut geöltes Uhrwerk arbeitet sich 47 auf seinem Weg zu Diana vor. Im Auftrag der Agency soll er sie töten. Moralische Bedenken kennt er keine, denn ein Auftrag ist ein Auftrag und ein Ziel ist ein Ziel. Schon jetzt säumen den Weg zu Diana viele Leichen, doch als geschickter Killer weiß er um die Wichtigkeit, dass diese nicht gefunden werden dürfen. Letztlich ist aber das Töten nicht alles. Einen guten Job misst man nicht an der Anzahl der Morde – sauber, schnell und diskret, so muss es laufen.

Mit diversen Tricks hat sich 47 bis zu Diana vorarbeiten können. Endlich hat er ein Bild zu der Stimme. Als sie sich umdreht, ist es auch fast schon passiert. Der Finger krümmt sich um den Abzug. Nur ein schneller Schuss aus der schallgedämpften Pistole und die Lebensgeister verlassen ihren Körper. Der Abzug bietet auch dieses Mal den wohl vertrauten Widerstand – ähnlich wie 47 macht er keine Unterschiede zwischen Freund und Feind. Der Schuss ist gefallen und damit auch Diana. Etwas ist anders. Der zweite Schuss sollte sofort fallen, doch 47 zögert. Die Gelegenheit für Diana ihren letzten Wunsch zu offenbaren. Sie bittet den wohl kaltblütigsten Killer darum, auf Victoria, fast noch ein Kind, aufzupassen, denn die Agency will Victoria um jeden Preis. Und damit beginnt die Geschichte von Hitman Absolution.

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Der Killer und das Kind

Square Enix erzählt die Geschichte rund um Hitman Absolution in wohlbekannter Hitman-Manier. Zwischensequenzen zeigen den kahlköpfigen Auftragskiller und erzählen dessen Story, die unweigerlich mit der von Victoria verbunden ist. Dabei setzen Square Enix und Io Interactive vor allem auf die guten alten Verschwörungen, die eigentlich jede Suppe verfeinern. Schnell findet sich 47 in einer solchen Verschwörung wieder, während er seinem Handwerk nachgeht, um dabei auch in Erfahrung zu bringen, was an Victoria so besonders ist.

Obgleich man in den verschiedenen Levels so manch eine Anspielung auf Victoria findet und hören kann, wird die Story selbst durch die Zwischensequenzen erzählt. So kann man sich an den kleinen Storyhäppchen während einer Mission zwar erfreuen, das gesamte Bild fügt sich aber erst in den kleinen Filmchen zusammen. Weiter wollen wir, aus Spoilergründen nicht auf die Geschichte aus Hitman Absolution eingehen.

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Des Killers Werkzeug

Schon in der Vergangenheit hat sich Hitman durch eine sehr vielschichtige Steuerung ausgezeichnet. Gelegenheitsspieler sind hier schnell an ihre Grenzen gestoßen. Nicht nur dass im Spiel so unendlich viel beachtet werden musste, nein das Gameplay schien immer etwas überladen. Hitman Absolution geht da schon etwas freundlicher zu Werke. Dabei hat man sich einem Prinzip verschrieben, dass der Wirklichkeit schon etwas näher kommt. Ein professioneller Auftragsmörder kann sein Ziel mit vielen Mitteln zur Strecke bringen. Ein Stein, eine Flasche, ein Messer, ein Schwert, Strangulationsdrähte, Pistolen, Gewehre, Sprengstoff, offene Luken oder aber die bloßen Hände. Welche Mittel man letztlich wählt, liegt allein in eurer Hand.

Die Auswahl wird dabei mit dem Steuerkreuz getroffen. Hier könnt ihr verschiedene Waffen und Gegenstände ablegen oder im Halfter verschwinden lassen. Für einen Auftrag ist es etwas hinderlich, mit gezogener Waffe gesehen zu werden. Gesehen werden ist dabei ein Stichwort des Spiels. Der Mann mit der Glatze trägt zwar standardmäßig einen schwarzen Anzug mit blutroter Krawatte, doch wenn der Auftrag es verlangt, können die gefallenen Feinde ebenfalls die nötige Kleidung „spenden“. Für weiteres Vorgehen ist es essentiell, dass sich 47 seiner Umgebung anpasst, es sei denn man möchte in guter alter Rambo-Manier alles dem Erdboden gleichmachen.

Letztlich hat man die Wahl zwischen zwei Spielarten. Action pur oder Stealth. Letzteres ist deutlich schwieriger, aber auch interessanter, als einfach drauf los zu ballern. 47 ist dann darauf angewiesen, mit Hilfe seiner Umgebung gegen viele Feinde und somit ideenreich vorzugehen. Getötete oder besinnungslose Feinde müssen verschwinden, dürfen also nicht gesehen werden, da die Tarnung sonst im Handumdrehen auffliegt.

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Die Instinkte von Agent 47

Neu im Spiel ist der Instinkt-Modus, der es einem erlaubt, die Welt mit den Augen von 47 zu sehen. Nicht im sprichwörtlichen Sinne, sondern mit dessen Fähigkeiten. Mit einem Druck auf den rechten Bumper können wir die Laufwege unserer Feinde sehen, interessante Objekte ausmachen oder ein Feature namens Point Shooting aktivieren. Hier läuft die Welt in Zeitlupe ab. Mit genügend Instinkt, der sich durch verschiedene Aktionen und Morde auffüllt, ist 47 in der Lage, in aller Seelenruhe seine Feinde anzuvisieren und mit präzisen Schüssen ins virtuelle Nirwana zu befördern.

Das Instinkt-Feature bietet aber noch weitere Einsatzgebiete. Ist euer Instinkt hoch genug, könnt ihr euch so vor Feinden verbergen, sofern ihr die passende Kleidung tragt. 47 ist dann für wenige Sekunden einer von seinen Feinden. Da Instinkt allerdings nicht unbegrenzt zur Verfügung steht, kann es vorkommen, dass man sich seinen Feinden ergeben muss. Diese Aktion ist ratsamer als das blinde Ballern. 47 wird dann seine Hände heben und darauf warten, dass ein Gegenüber mit gezogener Waffe so dicht wie möglich an ihn herankommt. Ist der Feind in greifbarer Nähe, reißt 47 die Waffe an sich und hält den Widersacher als Geisel.

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Zeit für einen Vertrag

Hitman Absolution bietet keinen üblichen Multiplayer-Modus. Spieler können aber dennoch mit Freunden und völlig Fremden interagieren, zumindest auf gewisse Art und Weise. Der Contracts-Modus ist dabei euer Sprachrohr. Hier könnt ihr Auftrage erledigen oder erstellen. Dabei wird eine Mission aus dem Spiel genommen und ihr legt das Ziel fest. Solltet ihr den Contract eines anderen Spielers annehmen, müsst ihr dessen vorgelegtes Ziel ausschalten.

Wichtig ist dabei die Art und Weise des Tötens. Je nachdem ob ihr einen Contract selbst erstellt oder spielt, könnt ihr auswählen wer, wie und wo getötet werden soll. Auch das Entschwinden des Tatortes kann festgelegt werden. Hier zeigt sich erst wie kreativ man beim Töten vorgehen kann.

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Glacier 2 at its best?

Schon vor der Veröffentlichung des Spiels hat Square Enix bekanntgegeben, dass Hitman Absolution auf der neuen Glacier 2-Engine basieren wird. Grafisch muss sich die Engine vor keinem aktuellen Konkurrenzprodukt verstecken. Agent 47 und dessen Umgebung sehen einfach ausgezeichnet aus. Scharfe Texturen, flüssiges Gameplay und jede Menge dargestellte Passanten zeigen, aus welchen Holz die Engine geschnitzt ist. Zugegeben, sobald man sich in Chinatown aufhält, laufen zu viele Passanten auf den Straßen umher, das Ganze bekommt dann schon Volksfeststimmung. Schön anzuschauen ist es aber alle Mal. Zudem konnten die Damen und Herren von IO Interactive eine düstere Atmosphäre schaffen, der man sich nur schwer entziehen kann.

Zum deutschen Sound können wir an dieser Stelle leider nicht viel sagen, da wir die englische Promo-Fassung erhalten haben. Musikalisch befindet sich das Spiel aber auf Top-Niveau. Jedes Musikstück und jeder Akkord passt ins Gesamtbild.

Fazit:

IO Interactive und Square Enix haben es geschafft. Hitman Absolution ist ohne Frage das bisher beste Spiel der Franchise. Den Kern der Serie hat man nicht einfach über den Haufen geschmissen, sondern perfekt ins Spiel implementiert. Hitman Absolution ist kein warmer Aufguss bekannter Features, sondern die natürliche Weiterentwicklung der Franchise.

Das Gameplay ist nicht so überladen, wie man es aus den frühen Anfängen der Franchise kennt. Damit einhergehend fügen sich Grafik und Sound in eine packende Atmosphäre ein, die einen selbst zum Hitman werden lässt. Glücklicherweise konnten sich Square Enix und IO Interactive einem Trend entziehen, der bereits seit einigen Jahren die Runde macht. Es kommt nicht darauf an, so brutal wie möglich zu sein, sondern kreativ ans Werk zu gehen. Aus diesem Grund sollte das Spiel in keiner Sammlung eines erwachsenen Gamers fehlen.

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„…das bisher beste Spiel der Franchise

 

Hitman: Absolution (100% uncut) – [PlayStation 3]

Price: EUR 24,07

4.3 von 5 Sternen (190 customer reviews)

32 used & new available from EUR 6,32

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