Mittwoch , August 23 2017

Test – Killzone Shadow Fall – Wie gut ist der Vorzeigeshooter?

Als Launch-Titel der PS4 wurde Killzone: Shadow Fall als hochkarätigen Bombast-Shooter, der technisch nicht nur jegliche Grafikreferenzen der Vorgänger-Konsole, sondern auch andere aktuelle Titel alt aussehen lässt, betitelt. Ob Guerrilla Games da Recht behält, werden wir euch jetzt in unserem Test verraten!

30 Jahre nach dem Ende von Killzone 3 setzen die Ereignisse von Shadow Fall an. Der Krieg zwischen der ISA-Allianz und dem Helghast-Imperium ist beendet. Der Heimatplanet der Helghast wurde zerstört und die bösen Buben werden in Enklaven auf dem Planeten Vekta angesiedelt – getrennt von einer unglaublich großen Mauer. Dumm nur, dass die Geschlagenen ihre Niederlage nicht akzeptieren. Dadurch stehen Anschläge und Übergriffe an der Tagesordnung.

Als Retter der Situation kommt hier der Soldat Lucas Kellan ins Spiel. In dessen Rolle erledigt ihr eher belanglose Aufträge, wie etwa das Infiltrieren einer Kommunikationsstation oder die Befreiung gefangener Agenten. Letzten Endes soll man bestimmte Punkte auf einer Karte erreichen und gewisse Ziele zerstören, fertig. Nebenbei entfaltet sich ein kleines bisschen Handlung, allerdings ohne dass sich Situationen besonders dramatisch oder menschlich zuspitzen, denn Shadow Fall lebt eher von seinem Gameplay als von seiner Handlung.

killzone-shadowfall-1

Das hat uns gefallen:

Trotz einigere gescripteter Kampagnenlevel, die dem Spieler rund zehn Stunden lang vorberechnete Abläufe der Handlung servieren, gibt es immer wieder Open-World-Elemente mit etwas Handlungsfreiheit. Insgesamt hat sich Guerrilla Games stark um Abwechslung im Spiel bemüht und lässt dem Spieler mehr Spielraum, um eine Situation zu lösen, statt nur vorwärts zu marschieren.

Das Verhalten der KI-Gegner in Shadow Fall ist insgesamt durchaus zufriedenstellend. Dass Gegner reglos hinter einer Deckung verharren und sich ihrem Schicksal ergeben, passiert nur in Ausnahmefällen. So sind KI-Aussetzer selten zu beobachten aber dann recht lustig. So ist in unserem Fall einmal ein Helghast zwischen zwei Deckungen hin und her gewechselt, ohne uns auch nur eines Blickes zu würdigen. Meistens sind die Helghast stetig in Bewegung und setzen zur Flankierattacke an, um euch zu überrumpeln.

Als Ersatz von KI-Kameraden steht euch eine sogenannte OWL-Drohne zur Verfügung. Die Features eurer OWL-Drohne, die ihr über das Sensor-Pad an eurem Controller steuern könnt, müsst ihr zunächst jedoch erst einmal kennenlernen: So sind Gegner mit Energieschild-Rüstung gegen das Maschinengewehrfeuer eurer Drohne resistent und muss stattdessen erst von der Drohne betäubt werden, während ihr im Anschluss den Rest erledigt. Der Schutzschild, den die OWL generieren kann, gibt euch genügend Zeit, in Ruhe drei oder vier Widersacher auszuschalten, bevor die Drohne ihren Akku wieder aufladen muss. Befindets sich die Drohne aber nicht im Ladezustand, kann sie uns sogar mit einem Adrenalinpack wiederbeleben, falls ihr mal zu Boden gehen solltet.

Bei Grafik sattelt Killzone 4 noch einmal deutlich auf das hohe Niveau der Serie drauf. In wunderschönen Wäldern glänzen Sonnenstrahlen durch die Baumkronen, in den Fassaden gewaltiger Wolkenkratzer spiegelt sich das Licht, Wasserfälle sind kaum noch von Naturaufnahmen aus einer TV-Dokumentation zu unterscheiden.

In Sachen Multiplayer konnte Killzone zwar nie so recht mit der starken Shooter-Konkurrenz mithalten, trotzdem werdet ihr hier viel Spaß haben. Das liegt vor allem an den zehn sehr abwechslungsreichen Karten: große Bürogebäude, helle Apartments und sogar eine Space-Station sind mit dabei. Genau wie in den Vorgängern kämpft euer Team dabei in Warzones, quasi einer Ansammlung von verschiedenen Modi. Der Vorteil: Ihr spielt nicht immer nur Capture the Flag, ständig irgendwelche Bomben verteidigen oder euch im Teamdeath-Matches auf die zu Omme geben, sondern mixt das munter durch.

killzone-shadowfall-2

Das hat uns nicht gefallen:

Obgleich Killzone Shadow Fall wunderschön ist, fiel uns beim genaueren Hinschauen auf, dass Guerrilla Games einiger recht einfacher Tricks bemächtigt hat, um das Spiel schöner aussehen zu lassen als es eventuell wirklich ist. So wird man ständig von irgendwelchen Lichtern geblendet oder es qualmt überall. Auch im Level-Design hat man in die Trickkiste gegriffen. Zwar ist Shadow Fall deutlich größer als seine Vorgänger, doch sind es noch immer die bekannten Schlauchlevel. Nur die Areale haben sich deutlich geweitet.

Wenig erfreulich lässt uns die Handlung aufgrund mangelnder Emotionalität zurück. Zwar versuchen die Entwickler nicht ganz so plump, Gefühle im Spieler zu wecken, wie es zum Beispiel in Battlefield 4 der Fall ist, doch hätten die betont traurigen Szenen im Spiel wesentlich effektiver und gefühlvoller inszeniert werden können. Trotz einiger Überraschungen und Story-Wendungen, ist der Plot auch in Killzone: Shadow Fall eher recht simpel gestrickt. Simpel gestrickt ist leider auch die deutsche Vertonung des Spiels. Während Soundeffekte und Geräusche wunderbar klingen, sorgen die deutschen Sprecher in Shadow Fall für einige Minuspunkte.

Vor allem die teils fehlende Lippensynchronität sticht negativ ins Auge. Teils handeln die Charaktere bereits und bewegen ihre Lippen, bis nach einigen Sekunden dann die deutsche Tonspor eintrifft.

Beim Gameplay gibt es nur zwei Dinge die uns etwas „genervt“ haben. Helghast-Kämpfer sind bekanntlich harte Hunde und so braucht es schon einige Schuss, bis sie das Zeitliche Segnen. Da ist es oft einfacher in den Zweikampf zu gehen und den Feind einfach mal ein Souvenir aus Solingen an die Kehle zu halten, sofern er keine Rückendeckung von anderen Schützen erhält. Der letzte Punkt sind die recht unfair verteilten Checkpoints von Shadow Fall. Manches Mal muss wird man derart weit zurückgesetzt, dass man kurz davor ist den Controller wieder aus der Hand zu legen.

Fazit:

Story hin oder her, Shadow Fall spielt seine Stärken geschickt aus – vor allem in puncto Grafik. Zwar schwächelt es vor allem bei der Logik der Geschichte, enttäuscht mit mäßiger nicht-lippensychroner Sprachausgabe und dem Fehlen wirklicher „Aha“-Momente. Doch trotz allem demonstriert das Spiel mit seiner Hochglanz-Optik eindrucksvoll, wie viel Power in der PlayStation 4 steckt und was wir noch alles von der neuen Sony-Konsole in Zukunft erwarten können.

Obwohl Killzone Shadow Fall zweifelsohne der beste Launch-Titel der PS4 ist, hoffen wir, dass man die Standards für neue Spiele noch höher ansetzt. Letztlich hat man selbst beim Gameplay keine Neuerungen gesehen. Killzone Shadow Fall ist ein guter Shooter, dem aber das gewisse Etwas fehlt.

Als Launch-Titel der PS4 wurde Killzone: Shadow Fall als hochkarätigen Bombast-Shooter, der technisch nicht nur jegliche Grafikreferenzen der Vorgänger-Konsole, sondern auch andere aktuelle Titel alt aussehen lässt, betitelt. Ob Guerrilla Games da Recht behält, werden wir euch jetzt in unserem Test verraten! 30 Jahre nach dem Ende von Killzone 3 setzen die Ereignisse von Shadow Fall an. Der Krieg zwischen der ISA-Allianz und dem Helghast-Imperium ist beendet. Der Heimatplanet der Helghast wurde zerstört und die bösen Buben werden in Enklaven auf dem Planeten Vekta angesiedelt – getrennt von einer unglaublich großen Mauer. Dumm nur, dass die Geschlagenen ihre Niederlage nicht…

Review Übersicht

Grafik - 90%
Sound - 70%
Gameplay - 78%
Umfang - 80%
Multiplayer - 85%
Story - 65%

78%

Viel Licht, viel Action aber wenig Story

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