Montag , Dezember 18 2017

TEST: Logitech G633 – Geht da dem Sound ein Licht auf?

Logitech versorgte uns mit dem G633, einem Kabelgebundenen Gaming-Headset mit dualer Anschlussmöglichkeit, RGB-Beleuchtung und 7.1 Soundsimulation. Dieses zielt darauf ab, sich mit anständigen Kopfhörern messen zu können und nebenbei Features zu liefern, die Gamer sich wünschen.

Dieses haben wir gemeinsam mit der G900 Chaos Spectrum Maus und der G410 Atlas Spectrum durch einen längeren Testparcour geschickt. Natürlich spielten beim G633 auch spielerische Werte eine große Rolle, doch sollten auch Film, Musik und Voice-Over Session à la Skype und Co. nicht zu kurz kommen.

Optisch auffällig und Aufsehenerregend ist der erste Eindruck auf jeden Fall gelungen. Ob sich mehr dahinter verbirgt als Gefallen auf den ersten Blick, haben wir uns näher angesehen und -gehört.

g633 2

Das hat uns gefallen:

Nach dem Auspacken hielten wir ein nicht gerade kleines Headset aber angenehm leichtes Headset in den Händen, dessen Materialien einen wertigen Eindruck hinterlassen. Glänzendes und mattes Plastik stützen die dicken Over-Ear Muscheln, die luftig und weich gepolstert – daher der Name – das gesamte Ohr umschließen. So ist für gute Abschirmung von Außen gesorgt ohne dass die Lauscher stark ins Schwitzen kommen. So sind auch längere Sitzungen mit dem Headset auf dem Kopf kein Problem. Unterstützt wird der Tragekomfort durch das relativ niedrige Gewicht – dafür kann das gesamte Gerät ins Wackeln kommen wenn man den Kopf zu hektisch bewegt. Da bei normalem Einsatz bei Film, Spiel oder Musik dafür aber kaum Anlass besteht, ist das kein starker Kritikpunkt.

Am linken Hörer angebracht sind die Bedienelemente, welche neben der Lautstärkeregelung, der Mute-Taste für das geschickt verbaute Mikrofon (dazu gleich mehr), dem Eingangswahlschalter für USB und 3,5mm Klinkenanschluss noch drei zusätzliche G-Tasten beinhalten. Letztere lassen den Nutzer schnell zwischen vorhandenen und editierbaren Soundprofilen wechseln. Diese werden, wie bei Geräten der G-Serie üblich, über die „Logitech Gaming Software“ angesprochen. Dort lässt sich nicht nur der Equalizer finden, mit dem der Sound auf den eigenen Geschmack zugeschnitten werden kann, sondern auch die RGB-Beleuchtung, welche eine Reihe von LEDs um die Ohrhörer herum ausmacht. Mit 16,8 Millionen Farben und diversen Effekten lässt sich eine Unmenge an sinnvollen und auch sinnfreien Lightshows erstellen, ganz wie einem der Sinn steht. Welchen (spielerischen) Nutzer jeder darin finden mag kann fraglich sein, doch ergeben sich tolle Möglichkeiten – gerade wenn man Hardware aus besagter G-Familie von Logitech benutzt die Profil- und Beleuchtungstechnisch von der Gaming Software editiert werden können.

Wichtiger Hinweis: Die Unterstützung der Gaming Software, der Beleuchtung sowie sämtlichen Bedienelementen am Headset ist nur gegeben, wenn dieses per (mitgeliefertem und ausreichend dimensioniertem) USB Kabel angeschlossen wird! Auch die 7.1 Simulation fällt von Logitechs Seite weg.

Wechselt man auf den 3,5 mm Klinken Eingang, werden sämtliche Bedienelemente am Headset selbst hinfällig, die Beleuchtung ist nicht mehr möglich usw. Auch dieses Kabel befindet sich im Lieferumfang und ist angenehm lang ausgefallen. Mit Mute-Schalter, Lautstärkeregelung und Play/Stop Button ist dieses sogar gut ausgestattet und lässt sich problemlos am Laptop oder Handy einsetzen. Wer einen Adapter zur Hand hat kann auch direkt den PC anschließen und so eine vorhandene Soundkarte nutzen. Letzteres kann durchaus Sinn machen, denn die Klangcharakteristik kann sich je nach gewähltem Anschluss recht stark unterscheiden und vielleicht die sogar bessere Lösung für 7.1 Soundsimulation ergeben. Genaue Empfehlung über die Anschlussart sind hier schwer zu geben, da sich nicht nur die jeweilige Hardware sondern auch der eigene Geschmack stark auf das Resultat auswirken. Ausprobieren erwünscht!

Um endlich auf das wohl ausschlaggebendste Merkmal zu sprechen zu kommen, die Akustik: Hier sei gleich lobend gesagt, dass Logitech versucht hat einen rundherum ausgewogenen, sauberen Klang zu produzieren statt Effekthascherei zu betreiben. Musik, Film, Spiel oder Voice-Over waren alle klar und sauber verständlich – durchaus wie bei „normalen“ Kopfhörern – auch wenn sich hier wohl niemand auf eine Preisklasse festnageln lassen würde.

Die Surround-Simulation macht gerade in Spielen gute Arbeit und verstärkt ein Mitten-Drin-Gefühl durch die gegebene gute Ortbarkeit. Doch auch Musik macht einfach Spaß und bietet nicht nur ein, je nach Quelle, breites Klangbild sondern untermalt es auch mit soliden Tiefen und sauberen Höhen.

Natürlich ist der Klangteppich nicht fehlerfrei sondern konnte ein wenig mehr Tragkraft in den unteren Mitten gebrauchen. Dafür gibt es fein aufgelöste Höhen und angenehm präzisen Bass, ohne dass dieser, wie erwähnt, zum Effekt verkommt. Die verbauten Pro-G Lautsprecher aus eigenem Haus liefern hier wirklich gute Arbeit. Wer hier nachbessern möchte findet sowohl per USB-Variante genug Wege in der Gaming Software oder, sofern er sich für den analogen Anschluss entscheidet, entsprechende Wege im Treiber seiner Soundkarte.

Akustisch macht das G633 sehr viel richtig und bietet, egal wie angeschlossen, viele Möglichkeiten dem eigenen Geschmack nachzukommen.

g633 1

Das hat uns nicht gefallen:

  • Optik? Check.
  • Akustik? Check.
  • Features? Check.

Mikrofon? Oh, da war noch was. Wie immer wenn es am schönsten ist kommt ein Stolperstein, der einen auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Beim G633 kommt dieser in Form des genial verbauten Mikrofons daher. Dieses lässt sich komplett in der linken Muschel des Headsets versenken und verschwindet so vollkommen unauffällig. Bei Bedarf wird es einfach ausgeklappt und ein Stück weit gezogen und ist zum Einsatz bereit. So weit, so gut, so durchdacht. Bei der Sprachqualität lässt es dafür umso mehr zu wünschen übrig. Zwar wurden wir jederzeit gut verstanden – egal ob analog oder per USB angeschlossen – doch klangen wir teils etwas dumpf, dann wieder etwas schwachbrüstig. Dagegen konnten leider die Gaming Software noch Einstellungen in den Treibern der Soundkarte (in diesem Fall einer Soundbalster Z) wirklich etwas unternehmen.

Je nachdem welche Rauschunterdrückung wir einstellten oder ganz deaktivierten. Auf Umgebungsgeräusche reagiert das Headset sogar sehr empfindlich und überträgt gern alles in akustischer Reichweite. Spieler mit mechanischer Tastatur, die nun mal hörbar genutzt werden, übertragen somit durchgehend ihr Keyboard-Gehacke. Hier wird der Einsatz von Push-To-Talk beinahe zur Pflicht und macht längere Sessions etwas anstrengend für den oder die Gesprächspartner.

Für den Preis von veranschlagten 170 Euro hätte man sich hier eine ein wenig überzeugendere Performance eines so wichtigen Elements eines Headsets gewünscht.

Fazit:

Das G633 reiht sich in die G-Familie von Logitech ein und bringt mit RGB-Beleuchtung, gutem Klang und durchdachter Bedienung eine Menge Kaufargumente mit sich. Egal mit was wir unsere Ohren berieselten, lieferte das Headset eine saubere Vorstellung und machte einfach Spaß. Zwar kann die Beleuchtung als reine Spielerei angesehen werden, wen es aber mal wieder auf eine LAN verschlagen sollte kann mit neugierigen Blicken rechnen. Die gute Gaming Software ermöglicht vielfältige Anpassungen an eigene Hörgewohnheiten und wer jene nicht nutzt, freut sich über den eingebauten 3,5 mm Eingang.

Wermutstropfen ist leider das Mikrofon, das den sehr guten Gesamteindruck des G633 nicht halten kann. Für Gelegenheits-Skyper kein Argument, doch wer ständig mit Voice-Over unterwegs ist sollte vielleicht test-talken.

Wertung

Ausstattung - 80%
Klang Sound - 85%
Klang Mikro - 65%
Haptik - 85%
Preis - 70%

77%

Logitech liefert mit dem G633 Artemis Spectrum eine sehr gelungenes Headset mit spaßiger Beleuchtung, tollem Klang und durchdachtem Konzept. Nur das Mikrofon verhindert höhere Wertungen.

User Rating: Be the first one !

Check Also

Far Cry 5 – Ein brandneuer Trailer

Ubisoft veröffentlichte heute einen neuen Far Cry 5 Trailer mit dem Titel: Der Widerstand. Far Cry 5 wird …