Mittwoch , März 1 2017

Test – Lost Planet 3 – Der Eisplanet ruft

Nachdem Lost Planet 2 von den Fans weniger gut aufgenommen wurde, hat sich Capcom mit Lost Planet 3 etwas Besonderes ausgedacht. Weniger Schnee, mehr Eis. Weniger Action, mehr Atmosphäre. Wir haben Lost Planet 3 in unser Laufwerk geschoben und wollen nun in diesem Review klären, ob Capcoms neue Formel aufgegangen ist. Es ist ein Job haben sie gesagt. Ein normaler Mech-Einsatz auf einem Eisplaneten haben sie gesagt. T-Energie wird die Lösung all er Probleme der Erde haben sie gesagt und mit allem lagen sie falsch. Mir waren die Probleme der Erde relativ egal – meine größte Sorge galt meiner Familie.…

Review Übersicht

Grafik - 85%
Sound - 79%
Gameplay - 80%
Umfang - 81%
Multiplayer - 76%

80%

Gut

Ein eisiger Shooter mit packender Atmosphäre

User Rating: Be the first one !

Nachdem Lost Planet 2 von den Fans weniger gut aufgenommen wurde, hat sich Capcom mit Lost Planet 3 etwas Besonderes ausgedacht. Weniger Schnee, mehr Eis. Weniger Action, mehr Atmosphäre. Wir haben Lost Planet 3 in unser Laufwerk geschoben und wollen nun in diesem Review klären, ob Capcoms neue Formel aufgegangen ist.

Es ist ein Job haben sie gesagt. Ein normaler Mech-Einsatz auf einem Eisplaneten haben sie gesagt. T-Energie wird die Lösung all er Probleme der Erde haben sie gesagt und mit allem lagen sie falsch. Mir waren die Probleme der Erde relativ egal – meine größte Sorge galt meiner Familie. Meiner Frau Gracie und Hank, meinen kleinen Sohn. Also habe ich mich mit meiner wunderschönen Frau zusammengesetzt und uns überlegt, wie wir unsere Zukunft sichern können, auf einem Planeten der so gut wie keine Energie mehr liefert.

Die Antwort war leicht, die Entscheidung um so schwerer. Ich musste den Job annehmen – auf nach E.D.N. III – einen bitterkalten Eisplaneten, soweit von der Erde entfernt, dass ich mehr als ein Jahr von meiner Familie getrennt sein würde. Die Verlockung des Geldes war allerdings größer, denn Geld würde die Rechnungen zahlen, dafür sorgen, dass Hank ein schönes Leben hat und das Gracie ihm jeden Wunsch erfüllen kann. Ich habe nicht viel mitgenommen nach E.D.N. III nur eines war mir wichtig. Mein Mech Gerti. Von mir selbst entworfen und zusammengebaut, wird Gerti mir die Arbeit auf E.D.N. III erleichtern. NEVEC zahlt den Flug und mein Gehalt – eine Firma der man trauen kann, oder?

Es sollten nur kleine Jobs sein. Die Coronis vom Absturz bewahren, einige Leitungen flicken und T-Energie Bohrungen durchführen. Von den Akriden, den Lebensformen auf E.D.N. III konnte ich im Prospekt allerdings kein Wort finden. Naja, Gerti wird schon mit diesen Viechern fertig werden, hoffe ich. Klingt wie ein Traumjob nicht wahr? Es sollte noch viel schlimmer kommen.

lost planet 3-2

Das hat uns gefallen:

Lost Planet 3 macht vieles anders, um nicht zu sagen komplett anders. Ist man im ersten Teil noch durch Meterhohen Schnee gelaufen und hat den Kampf gegen Akriden und Schneepiraten ausgetragen ist es nun eine Eiswelt, bitterkalt und unheilvoll dunkel. Dadurch konnte Entwickler Spark allerdings eine Atmosphäre schaffen, wie sie ebenfalls noch nie in einem Lost Planet 3-Spiel zu erleben war. Düster und leicht bedrückend. Es ist wirklich ein komisches Gefühl durch die dunklen Eisgänge zu gehen, während das eisige Klima die Welt in einem merkwürdigen Dunst und dunkle Schatten hüllt. Lost Planet 3 wäre fast das bessere Aliens-Spiel, wenn Spark denn die Entwicklung von Colonial Marines übernommen hätte.

In der Tat findet man viele Parallelen zu Aliens. Capcom setzt auf ein düstere Setting und sorgt sogar für die eine oder andere Gänsehaut, während man durch ein Akriden-Nest geht. Nichts ist zu sehen, außer dieser Eisnebel, allerdings ist schon recht viel zu hören. In der ferne hört man Akriden kreischen und krabeln. Hier hätte sich Gearbox allein was die Atmosphäre betrifft eine gehörige Scheibe abschneiden sollen.

Beim Gameplay hat Spark allerdings keine Experimente gewagt. James, der Held von Lost Planet 3, ist auf seinen Reisen, sofern ohne Mech, immer schwer bewaffnet. Pistole, Kampfmesser, Schrotflinte, Gewehr und noch ein paar Granaten – lasst die Feinde kommen. Und das werden sie auch. Die Akriden sind wie in den ersten Teilen von Lost Planet. Nur an den orange-rot gefärbten Stellen sind sie verwundbar. In Lost Planet 3 hinzugekommen ist Gerti, James großer Arbeitermech. Der Mech ist zwar nicht bewaffnet, kann aber gehörig austeilen, sofern man die Steuerung verinnerlicht hat. Im Grunde läuft es beim Mech Gameplay immer gleich ab: kleine Gegner kann man direkt zerquetschen, während größere erst einmal zermürbt werden müssen, um ihnen dann den Gar aus zu machen.

Gut gefallen hat uns auch die Möglichkeit die Waffen von Jim (James) anzupassen, sowie auch seinen Mech. Mit der T-Energie, die auf E.D.N. III auch als Zahlungsmittel dient, kann man sich neue Waffen, Aufwertungen und Upgrades kaufen. Gerti kann mit neuen Moves oder mit neuer Panzerung versehen werden, was sie gegen die Akriden Angriffe widerstandsfähiger macht.

Wirklich schön anzuschauen ist die Grafik von Lost Planet 3. Vor allem aber das fast perfekte Licht- und Schattenspiel suchen in dieser Art und Weise auf den Konsolen ihres Gleichen. Erst dadurch konnte man diese packende Atmosphäre schaffen. Lost Planet 3 selbst basiert auf der Unreal Engine 3 und ist somit eine kleine Augenweide. Letztlich konnte man dies allerdings deswegen schaffen, da Lost Planet 3 fast ausschließlich im dunklen spielt oder bei diffusen Lichtverhältnissen.

lost planet 3-1

Das hat uns nicht gefallen:

Obgleich Lost Planet 3 vieles richtig macht, gibt es auch viel zu meckern. Fangen wir wieder bei der Unreal Engine 3 an. Hier gibt es die typischen Problemchen. Texturen laden oftmals nach, was vor allem bei Charaktermodellen auffällt und manches Mal ruckelt es doch recht nervig.

Wirklich schlimm sind in Lost Planet 3 aber die Ladezeiten. Diese könnten auch noch aus der letzten Konsolengeneration stammen. Die Länge wäre nicht das Schlimmste, doch findet man die Ladezeiten an fast jeder Ecke. Hier hätte man noch vieles optimieren müssen.

Damit nicht genug. Beim Sound gibt es ebenfalls diverse Unstimmigkeiten. So sind die Gespräche innerhalb des Spiels normal und gut verständlich. Sobald aber eine Cutscene auftaucht überschreit sich der Ton sehr schnell. Hinzukommt die wirklich furchtbare Lippensynchronisation von Lost Planet 3. Zum Teil bewegen sich die Lippen der Charakter noch immer, obwohl man das Gefühl hat, dass seit Stunden nichts gesagt wurde. Das erinnerte uns schon an die billigen Verkaufsshows aus Amerika.

Fazit:

Lost Planet 3 ist anders, deswegen aber nicht schlechter. Man darf zudem nicht vergessen, dass es ein Prequel zu den ersten beiden Teilen ist, also zeitlich vor diesen Spielt. Erst am Ende wird erklärt, warum es keinen Schnee und dergleichen auf E.D.N. III gibt.

Lost Planet 3 wäre ein durchschnittlicher Shotter mit Mech-Action, wäre da nicht diese wirklich gute Atmosphäre, die schon fast an Alien erinnert und eine interessant erzählte Geschichte. Es gibt im Allgemeinen mehr „Horror“-Aspekte, als in allen Lost Planet-Spielen zusammen. Bei so mancher Passage ist uns auch eine kleine Gänsehaut über den Rücken gelaufen und das verdankt man der packenden Mischung aus Horror-Elementen und der tiefen Atmosphäre. Uns hat die Reise mit James (Jim) Peyton jedenfalls Spaß gemacht, wenngleich es bei Grafik, Sound und anderen Bereichen noch Verbesserungsbedarf gibt.

Check Also

Battlefield 1 – Das sind alle Erweiterungen zum Shooter

Pressemeldung . Die Erweiterungen Battlefield 1 They Shall Not Pass, Battlefield 1 In the Name …