Freitag , Mai 26 2017

TEST: No Man’s Sky – Hat der Hype geschadet?

Als Hello Games das erste Mal, durch einen sehr nervösen Sean Murray, No Man’s Sky vorstellte, war ihnen die Aufmerksamkeit Gewiss. Murray und Sony versprachen eine fast unvorstellbare Anzahl an Planeten, an Entdeckungen, Aliens und mehr. Wir haben viele Stunden in No Man’s Sky gesteckt und wollen unsere Eindrücke nun in diesem Test zusammenfassen.

An dieser Stelle präsentiere ich, nun auf die eine oder andere Art und Weise, die Geschichte des getesteten Spiels. Im Fall von No Man’s Sky ist das aber nicht so einfach. Es gibt eine hauchdünnen Storyfaden, der sich kaum sichtbar durch das Spiel zieht. Es geht um den Atlas, was genau es damit auf sich hat will ich aber an dieser Stelle nicht verraten, da es sonst die Freude nehmen könnte.

Die eigentliche Aufgabe ist es aber das Zentrum der Galaxie zu finden – auch hier gibt es einen kleinen, fast nicht sichtbaren Ansatz einer Story, den ihr aber auch lieber selbst erspielen solltet. Kommen wir also lieber gleich zum Eingemachten.

No-Mans-Sky 1

Das hat uns nicht gefallen:

Anders als üblich, fangen wir dieses Mal mit den negativen Aspekten an. Nicht weil ich No Man’s Sky schlechtmachen will, den Hype absprechen möchte, sondern weil es sich „richtig“ anfühlt. No Man’s Sky kam mit einer Fülle an unausgesprochenen Versprechen. Außerirdisches Leben in allen Variationen, egal ob Flora oder Fauna, Weltraumschlachten, zwischen unterschiedlichen Fraktionen, gigantische Schiffe, die man selbst fliegen konnte und noch vieles mehr. Es war alles Teil des Hypes, der sich nach und nach selbst aufgeschaukelt hat und nun zeigt was letztlich unter dessen schweren Gewicht noch übriggeblieben ist.

So versprach man unter anderem ein Ökosystem, auf jedem Planeten wo denn ein solches vorkommt, dass außerirdisch und doch vertraut erscheint – ungewöhnlich und doch passend sozusagen. Es wurden Dinosaurier-artige Tiere gezeigt, Wesen die auf zwei Beinen gingen und mehr. Die vielen Planeten, es waren weit mehr als 100, die wir bisher besucht haben, zeigten aber ein sehr anderes Bild. Oft sahen einige „Kreaturen“ sehr grotesk aus. Ein Pferdekörper mit dem Kopf einer Fliege oder ein Schaf-ähnliches Geschöpf mit einer Art Menschengesicht. Das wirkt zwar deutlich außerirdisch aber nicht real, sondern viel mehr, als wäre ein Zufallsgenerator mit diversen Körperteilen amokgelaufen. Die Flora, die Pflanzenwelt, ist sogar recht eintönig und langweilig. Auf nur sehr wenigen Planeten haben wir andere Bäume oder Pflanzen sehen können. Die meisten Pflanzen sind einfach nur in einer anderen Farbe getaucht worden. Schade.

Leider war es das noch nicht. Grafisch hat sich No Man’s Sky recht weit von dem entfernt, was man auf der E3 seiner Zeit sehen konnte. Das fällt vor allem dann auf, wenn man auf einem Planeten unterwegs ist. Das „Problem“ der Pop Ups, also das plötzliche Auftauchen von Objekten, hat man recht „clever“ umgangen. Sie tauchen nicht unerwartet auf, sondern es wirkt so als lege ein Filter über er Welt, der sich einfach immer feiner auflöst, sobald man näher herankommt. Dies ist zumindest auf der PS4-Version von No Man’s Sky der Fall. Schade ist, dass man beispielsweise beim Überflug über einen Planeten, das Tierleben nicht sehen kann – sofern vorhanden.

Beim Gameplay hat Hello Games leider auch mehr versprochen als nun letztlich im Spiel gelandet ist. Vor allem die Weltraumschlachten: Es wurde von Fraktionen gesprochen, die sich bekriegen. Man müsse eine Seite wählen und könne dann aktiv mitmischen. Es gibt „Schlachten“, ja aber die beschränken sich auf Piraten, die euch ans Leder wollen. Seid ihr dann eventuell noch mutig genug, könnt ihr einen riesigen Frachter angreifen, der euch aber in guter Star Wars Manier alles an Laser-Waffen um die Ohren bläst, was ihm zur Verfügung steht. Die Gefechte selbst sind relativ eintönig oder aber extrem schwer zu bewerkstelligen, ob der schieren Anzahl der Feinde.

Wirklich schade ist vor allem das Fehlen von intelligenten Spezies. Bisher habe ich nur drei weitere Rassen ausfindig machen können, allerdings ist No Man’s Sky ja recht groß. Schlimmer als das, ist jedoch die Tatsache, dass die Aliens sehr, viel zu sehr, vermenschlicht wurden. Es könnte alles auch Menschen sein, die lustige Köpfe als Verkleidung tragen. Sie alle haben fünf Finger, die an zwei Händen, an zwei Armen hängen, getragen von einem Torso, der auf zwei Beinen geht. Das ist zu wenig, deutlich zu wenig.

Planten gibt es unzählige in No Man’s Sky, allerdings ist jedes System recht langweilig. Immer ist es eine Sonne, die von rund zwei bis vier Planeten umkreist wird. Alle Planeten haben eine Art Atmosphäre und sind sich auch irgendwie recht ähnlich. Es gibt kein wirkliches Gefühl für Entfernung und „Einsamkeit“, was das Universum allerdings nun einmal bieten sollte.

No-Mans-Sky 2

Das hat uns gefallen:

Es wurde ein Survival Game versprochen und man hat eines geliefert. Natürlich nicht im Stile eines Forest oder ähnlichem. Die Survival-Aspekte sind nicht sehr stark ausgeprägt, da die Technik sehr weit vorangeschritten ist. Ihr habt dafür zu sorgen, dass euer Anzug immer genügend Energie hat, und dass ihr in bestimmten Situationen Schutz vor Kälte oder Hitze findet. Als Reisender, müsst ihr aber vor allen an euch und eurem Schiff arbeiten.

Es gilt Geld zu „farmen“. Damit könnt ihr dann Slots für euer Inventar freischalten oder ein Schiff kaufen. Allerdings empfehle ich euch Folgendes: Investiert euer Geld lieber in das Inventar. Geht dann mit dem Schiff, dass euch zur Verfügung steht, auf einen neuen Planeten, sucht bei einer „Antennenstation“ nach einem Notfallsignal und erhaltet mit etwas Glück ein besseres Schiff. Das ist deutlich günstiger, als bis zu 27 Millionen Geldeinheiten für ein Schiff zu bezahlen, dass die ungefähre Anzahl eures Inventars hat.

Gut gefallen hat uns vor allem aber die Aufteilung von Ressourcen. No Man’s Sky gibt euch kein Holz oder Stein, sondern Elemente. Elemente sind elementar (Achtung, schlechtes Wortspiel…) um eure Ausrüstung zu verbessern, des Anzuges oder eures Schiffes. Für jede Verbesserung der Technologie müsst ihr allerdings einen Inventar-Slot hergeben. Für Anzugupgrades natürlich die des Anzuges und beim Schiff einen des Schiffs. Technologien können auch leider nicht „gestapelt“ werden, weshalb man clever vorgehen muss. Entscheidet wie ihr geskillt sein wollt, wie euer Schiff sich verhalten soll.

Der Soundtrack von No Man’s Sky könnte passender nicht sein. Er hält sich vornehm im Hintergrund, fehlt allerdings doch schnell, wenn es einmal die kurzen Momente ohne Musik gibt. Sehr dezent umrandet er also das Spielgeschehen.

Die Steuerung auf der Erde, außerhalb des Schiffs ist kinderleicht. Jeder, der schon einmal einen Shooter gespielt hat, dürfte hier schnell zurechtfinden. Nur die Tastenbelegung sollte man zumindest einmal anschauen, da man sonst eventuell den Anschein bekommt, der namenlose Held und Reisende könne nicht laufen.

Was No Man’s Sky allerdings ausmacht ist der Umfang. Milliarden Sterne, mit diversen Planeten warten darauf entdeckt und sogar von euch benannt zu werden. Es ist unmöglich, und das ist kein PR-Gerede, alle Sterne alleine zu entdecken. No Man’s Sky ist gewaltig!

Fazit:

Konnte Hello Games seine Versprechen halten? Nein. Ist es dem Hype gerecht geworden? Nein, leider auch nicht? Ist es ein schlechtes Spiel? Ganz sicher nicht. Es macht Spaß auf Entdeckungstour zu gehen, Planeten zu benennen (Dieser Planet heißt Bob!), neue Technologien zu finden und zu verbauen aber es fehlt No Man’s Sky das gewisse Etwas.

Die Weltraumschlachten sind zu eintönig und nicht das was wir erwartet haben, grafisch gibt es ein Downgrade, wenngleich das dem Spielspaß nicht im Wege steht. No Man’s Sky wirkt leider nicht fertig und wiederholt sich irgendwie viel zu oft. Pflanzen sehen viel zu oft, viel zu gleich aus, und die Tierwelt zum Teil leider lächerlich. ABER, versteht mich nicht falsch, No Man’s Sky macht Spaß und es wird mir auch weiterhin Spaß machen. Allerdings ist es eben nicht die eierlegende Wollmilchsau, die man uns versprochen hat.

No Man’s Sky – [PlayStation 4]

Price: EUR 26,40

3.0 von 5 Sternen (447 customer reviews)

83 used & new available from EUR 14,78

Als Hello Games das erste Mal, durch einen sehr nervösen Sean Murray, No Man’s Sky vorstellte, war ihnen die Aufmerksamkeit Gewiss. Murray und Sony versprachen eine fast unvorstellbare Anzahl an Planeten, an Entdeckungen, Aliens und mehr. Wir haben viele Stunden in No Man’s Sky gesteckt und wollen unsere Eindrücke nun in diesem Test zusammenfassen. An dieser Stelle präsentiere ich, nun auf die eine oder andere Art und Weise, die Geschichte des getesteten Spiels. Im Fall von No Man’s Sky ist das aber nicht so einfach. Es gibt eine hauchdünnen Storyfaden, der sich kaum sichtbar durch das Spiel zieht. Es geht…

Wertung

Grafik - 70%
Sound - 80%
Gameplay - 68%
Umfang - 93%

78%

Leider nicht das angepriesene Spiel, aber noch immer sehr gut und ein Umfang der einfach unendlich zu sein scheint.

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