Samstag , November 18 2017

TEST: PvZ Garden Warfare 2 – Der Zweite Gartenkrieg

Nach dem überraschend guten und erfolgreichen Baller-Vorgänger war es nicht schwer im Kaffeesatz zu lesen, dass ein zweiter Teil folgen wird. Pflanzen vs. Zombies nahm sich schließlich einen ausnehmend großen Bissen vom Popkultur-Kuchen, Spielspaß- und Witz sei dank, und avancierte mit der Shooter-Auskopplung Garden Warfare zur ernstzunehmenden Marke.

Der erste sowie der vorliegende Teil lassen die titelgebenden Zombies gegen Pflanzen ins Gefecht ziehen – mit all den lustigen Gimmicks und Albernheiten, die das Franchise so beliebt machen. Wunderte man sich beim ersten Teil vielleicht noch, dass man in dem abgedrehten Szenario solch einen Heidenspaß hat, geht man den Nachfolger mit einer nicht geringen Erwartungshaltung an. Ob sich also außer der 2 im Titel viel getan hat, die Suchtspirale wieder greift oder dem Thema bereits die Puste aus geht, wollten wir uns im Test näher ansehen.

pvz 2 1

Das hat uns gefallen:

Eine beruhigende Entwarnung gleich am Beginn: Garden Warfare legt an Umfang ordentlich zu! Alles, was im Vorgänger dabei war und Spieler immer wieder ins Gefecht zwischen den putzigen Untoten und niedlichen Blumen gelockt hat, ist wieder mit an Bord, nur in größerem Ausmaß. Mehr Karten, mehr Klassen, mehr Freischaltbares, mehr Alles … Sogar für Freunde des Solo-Spiels gibt es mehr zu tun. Super, wenn man ersteinmal „warm spielen“ eine neue Klasse ausprobieren möchte bevor es in die Multiplayergefechte geht. Die Kennenlernphase mit Garden Warfare 2 ist ohnehin positiv erneuert worden. Statt zwar hübscher und bunter Menüs wie zuvor, treffen wir unsere Wahl an Spielmodi oder Charakteren, sehen verschiedenste Statistiken ein und kaufen auch die süchtig machenden Booster Packs etc. direkt in der Spielwelt.  Eine gar nicht mal so kleine Spielwelt dient als Questhub, samt Basen beider Fraktionen, Geheimnissen, Questgebern und, und, und. Schon hier, offline und allein, kann man viele Stunden verbringen.

Wer will, wählt in der Basis einfach den Mehrspielermodus (natürlich auch mit Freunden möglich) und gibt anderen Spielern ordentlich auf die Mütze. Der beliebte Modus „Gartenkommando“ in dem man kooperativ mit 4 Spielern Gegnerwellen abwehrt, ist natürlich auch wieder mit dabei und findet mit „Friedhofskommando“ sein Conterpart für die Zombies – spitze! Eine geniale Möglichkeit mit Freunden das Spiel kennen zu lernen, aber auch mit Fremden absolut launig und kurzweilig. Ein spielerischer Faden, der sich übrigens wieder durch das gesamte Spiel zieht. Die Gefechte sind allesamt schnell, quietischbunt und herrlich albern.

Jeder der nun sieben Fraktionen – im ersten Teil waren es noch vier – zieht mit 3 Fähigkeiten in den Kampf, welche sich überraschend taktisch einsetzen lassen. Auf Seiten der Zombies sei der Wicht erwähnt, der es mir besonders angetan hat. Mit seinem irren Kichern, der doppelten Pistole und der nötigen Hit and Run Taktik (der kleine ist sehr fragil) ist er mir gleich ins Herz gewachsen. Und sobald seine Fähigkeit sich in einen Kampfroboter zu verwandeln endlich aufgeladen ist, dann man auch mal schön offensiv durch die Gegnermassen hauen! Wem der Wicht oder ein Zombie allgemein nicht liegt, findet genug andere Auswahl. Ob Rolle im Kampf, Tempo, offensiv oder defensive Spielweise – für jeden findet sich das Richtige. Oh, und natürlich lassen sich die Charaktere weiter anpassen. Plötzlich kommen Varianten dazu, die Eisgeschosse verschießen und Gegner einfrieren, Flächenschaden verursachen oder durch ihn heilen, zu Lasten des Bewegungstempos an Zähigkeit zulegen, … alles aufzuführen würde jeglichen Rahmen sprengen. Nur so viel: Es gibt UNMENGEN freizuschalten, anzupassen und zu individualisieren. Ja, denn auch die optischen Accessoires für die Charaktere sind wieder dabei, damit es sich auch stilecht kämpft. Oh, aufleveln dürft ihr jeder der Klassen und „Unterklassen“ auch noch. Uff… sagten wir schon, dass der Umfang ordentlich zugenommen hat?

Bezahlen tut man all das durch Münzen welche man sich auf jede nur erdenkliche Art verdient. Andauernd spült etwas aufs Konto und wartet darauf, von uns in Boosterpacks gesteckt zu werden. Im Stickeralbum auch nur zu blättern ist anfangs etwas… überwältigend. Doch wenn sich Seite um Seite langsam füllt… wird es noch schlimmer! Sammelwahn und Suchtspirale greifen hier wieder einmal vorzüglich. Hello darkness, my old friend – it’s two o’clock again!

pvz 2 2Das hat uns nicht gefallen:

Kritiken fallen hier besonders schwer, da nichts davon wirklich gravierend ist oder einem den Spielspaß versaut, Erwähnung finden müssen sie trotzdem.

In größeren Gefechten, wenn sich viele Charaktere auf einer Ecke tummeln, geht schnell mal die Übersicht flöten, da man vor lauter Effekten die einem um die Ohren und Augen gehauen werden, Freund und Feind nicht mehr unterscheiden kann. Was dann hilft? Ein wenig Abstand gewinnen und aus Distanz eingreifen (und hoffen, dass man in dieses Moment nicht der zuständige Heiler war). Solche Chaos-Situationen sind kein Gamebreaker aber immer wieder für „Hä?!“-Momente gut. Man kommt auch nicht umher sogar diesen Augenblicken den Pflanzen vs. Zombies Charme zu zusprechen.

Auch nicht wirklich negativ doch als Warnung an jene gedacht, die den ersten Teil ausgiebig gespielt haben: Sammelt ihr gern um des Sammelns willen? Ihr mögt es, noch so viele leere Seiten vor euch zu haben um diese SELBST zu füllen? Dann importiert nicht euren Spielstand aus dem Vorgänger. Eine Möglichkeit, die euch am Briefkasten in eurer Basis geboten wird. Auf diese Art schalteten wir zig Varianten der (aus dem Vorgänger bekannten) Klassen von Anfang an frei. Wer aber gern schnell vorankommen und die Sammelei abschließen möchte, kann diese Abkürzung natürlich gern nehmen. Für uns, die wir den Sammelwahn als besonderen Anteil am Spiel sehen, war die Wahl falsch. Also Obacht, Freunde des Stickeralbums! 😉

Fazit:

Garden Warfare 2 setzt genau da an, wo der Vorgänger aufhörte und stellt dessen gute Seiten noch besser zur Schau. Kurzweilige, zugängliche Shooterunterhaltung ohne großes Brimborium. Single- und Multiplayerfreunde werden für viele, viele Stunden bestens unterhalten und machen mit einem Kauf sicher nichts falsch, sofern sie nichts gegen das Szenario einzuwenden haben. Ernst darf man hier schließlich nichts nehmen. Wem das klar ist und wer gern mal wieder (imaginäre) Stickeralben füllt, den begrüße ich gern bald  auf dem Schlachtfeld Vorgarten!

Wertung

Grafik - 8
Sound - 8
Gameplay - 8.5
Umfang - 9

8.4

Gut!

(Sehr viel) mehr vom geliebten Bekannten. Wem das reicht, der greift zu!

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