Samstag , Januar 20 2018

Test – Sunset Overdrive – Nur heiße Luft oder doch purer Spaß?

Die Insomniac Studios haben kürzlich Sunset Overdrive exklusiv für die Xbox One veröffentlicht, ein Titel der viel verspricht, vor allem aber Spaß. Wir haben uns in die Welt von Sunset Overdrive begeben und wollen euch verraten, ob sich die Reise lohnt.

Tag ein, Tag aus die gleiche Leier. Das Leben ist langweilig. Auch heute ist wieder einer dieser Tage. Ein großes Festival ist zu Besuch in der Stadt. Sie wollen einen Energy Drink feiern. Pah, jetzt wird sogar eine Party für ein Gesöff gestartet. Und wer darf den Mist wieder aufräumen? Genau – ich! Overcharged heißt das neue Wundergetränk.

Es verleiht dir keine Flügel, sondern soll deinen Hintern gleich auf 180 beschleunigen – naja, wer es braucht. Da, sie trinken und feiern und werfen alles auf die Straße. Der Container ist schon wieder voll. Jetzt muss ich wieder in die stinkende Gasse, wo sie ihre Blasen entleeren. Da hinten steht eine ganze Reihe von Klo’s aber schaffen sie es bis dahin? Nö, natürlich nicht – warum auch? Gibt ja genügend Ecken zum hinpi…. Was zum? Was ist das denn für ein Spinner? Ist der besoffen?

Na toll. Jetzt übergibt er sich noch in die ohnehin schon randvollen Container. „Eh Alter, du siehst gar nicht gut aus. Geh lieber nach Hause…“ Was zum? Er verwandelt sich, sie alle verwandeln sich. Was zum Teufel ist hier los?

Sunset Overdrive 3

Das hat uns gefallen:

Damit heißen wir euch herzlich in Sunset Overdrive willkommen. Eine Stadt wie es sie nur in einem Videospiel geben kann. Schon zu Beginn ist klar: Sunset Overdrive ist eine Hommage an alte Videospieltage. Vor allem Dreamcast-Spieler dürften sich sofort wohl fühlen in dem von Insomniac erschaffenem Setting.

Quietschbunt und überhaupt nicht darauf aus sich selbst ernst zu nehmen. Sunset Overdrive steht für Spaß und den gibt es reichlich. Aber wieso eigentlich Dreamcast? Nun, wenn Sunset Overdrive einem Spiel ähnelt, dann ist es wohl Jet Set Radio. Unser Held, der sich gegen die Overcharged Zombies zur Wehr setzen muss, grindet sich seinen Weg durch die Stadt. Es wird an Wänden entlanggelaufen, auf Stromleitungen gesurfed oder auf Bahnschienen. Dabei wird kommt es dann noch auf euren Style an. Je mehr Style, um so mehr Schaden darf man austeilen.

Die Steuerung ist dabei nicht ganz so einfach wie in Jet Set Radio, sondern bedarf einiger Eingewöhnungszeit. Denn anders als im Dreamcast-Klassiker muss man sich in Sunset Overdrive noch auf unzählige Gegnerhorden ballern. Hier fängt es an richtig lustig zu werden. Wie Eingangs erwähnt nimmt sich Sunset Overdrive alles andere als ernst und das sieht man vor allen an den Waffen. Ein Schallplattenwerfer oder eine Teddygranate – alles ist hier möglich und wird dann noch mit diversen Mitteln stilistisch zur Schau gestellt.

Auch im Multiplayer darf man dann ordentlich die Sau raus lassen, und das macht mit diversen Mitspielern gleich doppelt so viel Spaß.

Gut gelungen ist auch die deutsche Synchronisation, die keine Scheu hat sich dem amerikanischen Vorbild in puncto Schimpfworttiraden zurückzunehmen. Für besorgte Eltern gibt es allerdings die Möglichkeit einen Filter zu aktivieren, der eben jene Worte „verschwinden“ lässt.

Grafisch präsentiert sich Sunset Overdrive nach dem Motto: „Bunt ist das Dasein und granatenstark“. Dabei kommt Sunset Overdrive aber ohne Ruckler oder sonstige Schwächen aus. Es ist allerdings eine Geschmackssache ob man dem von Insomniac gewählten Grafikstil positiv gegenübersteht.

Sunset Overdrive 2

Das hat uns nicht gefallen:

Freunde guter Geschichten sollten wohl einen Bogen um Sunset Overdrive nehmen. Das Spiel nimmt sich nicht nur beim Gameplay auf die Schippe, sondern bei allen anderen Möglichkeiten ebenso. Etwas nervig ist oft die verschobene Kameraeinstellung, die man zwar manuell nachjustieren kann, doch mitten im Kampf hat man einfach keine freien Finger dafür zur Verfügung.

Sobald die vielen Mutanten auf dem Bildschirm zu sehen sind und sich ein Bossgegner hinzugesellt ist das pure Chaos vorprogrammiert. An zu vielen Stellen schwächelt hier die Kameraeinstellung.

Der größte Kritikpunkt, den man anbringen kann, ist, dass Sunset Overdrive ein relativ kurzweiliger Zeitvertreib ist, da sich beim Gameplay nie viel ändert. Nur die Gegner werden immer ausgefallener, was immer wieder für kleine Unterhaltungsschübe sorgt.

Fazit:

Sunset Overdrive ist mehr als nur eine Hommage an Spiele wie Jet Set Radio oder die Dreamcast-Ära – es ist ein Garant für Spaß. Grafisch lässt man trotz vieler bunter Effekte ordentlich die Muskeln der Xbox One spielen. Vor allem sobald sich hunderte von Mutanten auf dem Bildschirm tummeln.

Kleine Abzüge in der B-Note gibt es für die teils verschrobene Kameraführung und einige Probleme mit der Lippensynchronisation, als auch die komplett zu vernachlässigende Story.

Wer allerdings nur Spaß sucht oder einen Kaufgrund für die Xbox One ist mit Sunset Overdrive mehr als gut bedient. Witz, Humor und jede Menge Action reichen sich die Hand. Sunset Overdrive ist wahrlich Insomniacs Meisterstück geworden.

Review Übersicht

Grafik - 94%
Sound - 89%
Gameplay - 85%
Umfang - 95%
Multiplayer - 90%

91%

Sehr Gut!

Wild, lustig, humorvoll und actiongeladen - der perfekte Zeitvertreib und ein Garant für gute Unterhaltung.

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