Dienstag , September 17 2019

TEST: The Division 2 – Besser als der erste Teil?

In Zeiten der Looter-Shooter ist es schwer die Streu vom Weizen zu trennen. Selbst Spiele wie Anthem, die ein gigantisches Budget zur Verfügung haben, können schnell zur Enttäuschung werden. Ubisoft möchte mit The Division 2 den Markt ordentlich aufräumen. Unser Langezeit-Review zeigt ob dies gelungen ist.

Die Welt ist nicht mehr wie sie war. Am Black Friday wurde Amerika durch die Freilassung eines Virus für immer verändert. Menschen starben innerhalb von Tagen und kein Heilmittel war zu finden. Es war nicht nur New York, sondern das gesamte Land, das leiden musste.

Zeit kümmert es nicht was Menschen denken, wie sie fühlen oder leben, sie verstreicht und so auch in Amerika. Washington DC, einst sitz der Regierung der USA, ist dem Virus ebenfalls zum Opfer gefallen. Agenten, die schon in New York für Recht und Ordnung gekämpft haben, sind auch dort im Einsatz. Der Feind ist im einstigen Epizentrum der Macht aber deutlich stärker vertreten.

Eure Aufgabe als Agent ist es, den Menschen zu helfen und die verschiedenen Gangs und Organisationen zu beseitigen.

Das hat uns gefallen:

Jeder, der The Division 1 gespielt hat, wird schon beim ersten Einschalten das Gefühl von Vertrautheit verspüren. Es ist natürlich wieder die Snowdrop Engine, die für The Division 2 zum Einsatz kommt, aber es ist mehr als nur das.

Nach dem erstellen eines Charakters, die leider noch immer sehr wenig Anpassungsmöglichkeiten bieten – zwar etwas mehr als im ersten Teil, doch einfach zu wenig – geht es auch schon los. Nach einer Tutorial-Mission ist schnell klar: Ubisoft hat nichts verändert, das gut war, sondern hat darauf aufgebaut.

Als Agenten tragt ihr noch immer drei Waffen bei euch – zwei Hauptwaffen und eine Pistole (mit unendlich viel Munition). Und Waffen gibt es wirklich reichlich in The Division 2. Jede feuert sich immer etwas anders ab, als die eines anderen Herstellers. Maschinenpistolen sind gut für schnelles feuern auf kurze Distanz, während Gewehre beispielsweise nur einen einzelnen Schuss abfeuern, der aber deutlich mehr Schaden austeilt und das auch auf Feinde in der Ferne. Es gibt also für jede Art des Spielens eine Waffe.

Zusätzlich könnt ihr eure Waffen mit Mods verbessern. Das Magazin vergrößern oder einen anderen Lauf anbringen, um mehr Schaden auszuteilen oder präziser zu werden. Mods hingegen können nicht einfach gefunden werden, sondern sind meist durch das Abschließen von Projekten die Belohnung am Ende des Regenbogens. Projekte gibt es in Hauptquartier, dem Weißen Haus oder in, auf der Karte verteilte, Stützpunkte. Jene können genau wie das Weiße Haus „ausgebaut“ werden, was ihr durch das absolvieren von Missionen erledigt. Und davon gibt es wirklich eine Menge. Nebenmissionen und Hauptmissionen sind noch einmal deutlich in ihrer Anzahl angewachsen. Fast jede Hauptmission kommt am Ende mit einer kleinen Cutscene daher und soll etwas Kino-Feeling erwecken.

Nebenmissionen dienen vor allem zum Aufstieg im Level oder zum Sammeln von SHD-Punkten, mit denen ihr Vorteile und Fähigkeiten, bzw. Gadgets, freischalten könnt. Ubisoft Massive hat alle Gadgets aus dem ersten Teil übernommen und überarbeitet, als auch neue hinzugefügt. Ihr könnt nun beispielsweise Schilde tragen, oder eure Feinde mit fliegenden Minidrohnen blenden oder in die Luft jagen.

Vorteile auf der anderen Hand sind für den Agenten von direktem Nutzen, da sie dafür sorgen, dass wir mehr Granaten tragen können, oder mehr Platz im Rucksack erhalten. Bevor wir gleich dazu kommen, was den Platz des Rucksacks ausbeutet, müssen wir noch die Ressourcen und Außenposten erwähnen. Auf eurer virtuellen Reise durch Washington DC findet ihr immer wieder Wasser, Nahrung oder Komponenten. Am Anfang ist noch nicht ganz klar wozu ihr diese benötigt, doch das ändert sich, sobald ihr über einen feindlichen Außenposten „stolpert“. Natürlich warten darin unzählige Feinde (naja, um die 35-50), die ihr in zwei Wellen besiegen müsst, doch danach könnt ihr den Außenposten einnehmen. Falls gelungen erhaltet ihr Zugang zum Ausrüstungslager und könnt dort Waffenkisten und Ausrüstungskisten öffnen. Danach wird besagter Posten von euren Leuten eingenommen. Das halten dieser Außenposten ist kostspielig und da die Bürger kein Geld nutzen sind Ressourcen gefragt. Wasser, Nahrung und Komponenten (so ein Zufall) müssen gesammelt werden. Gebt ihr diese an den Leiter des Außenpostens weiter, gibt es recht viele Erfahrungspunkte und eine Art „Eagle Eye“, das euch alle Kisten und Taschen in einem bestimmten Radius hervorhebt.

Mit dem „alles sehenden Auge“ ausgestattet werdet ihr schnell mehr Ressourcen aber auch versteckte Waffen- und Ausrüstungskisten finden, die jetzt den angesprochenen Platz in eurem Rucksack beanspruchen werden.

Denn anders als andere Looter-Shooter hat The Division 2 wirklich viel, sehr viel Loot für euch. Kisten können mit etwas Gespür für abgelegene Orte schnell gefunden werden und bieten euch meist sehr gute Waffen oder Rüstungsgegenstände. Natürlich werdet ihr nicht alles tragen können, weil es nicht eurem Spielstil entspricht oder aber etwas schlechter ist, als das was ihr aktuell nutzt. Diese Gegenstände könnt ihr in jeder Basis verkaufen oder unterwegs direkt in Komponenten zum Bau von Mods und Waffen zerlegen. Waffen und Ausrüstung können später im Spiel schnell selbst gebaut werden, dafür bedarf es aber diverse Materialien wie Titan, die ihr unterwegs finden könnt.

Das Gameplay von The Division 2 selbst unterscheidet sich nicht groß vom ersten Teil. Es ist und bleibt ein Deckungs-Shooter, und ihr solltet wirklich in Deckung gehen. Ohne Schutz können euch auch kleinere Feinde sehr, sehr schnell auf die Knie zwingen.

Seid ihr mit Freunden unterwegs können euch diese schnell wieder auf die Füße helfen, da Ubisoft ein kleines Feature implementiert hat, womit ihr eure Blutung stoppen könnt und nicht einfach sofort sterbt.

Allerdings könnt ihr The Division 2 auch sehr gut alleine spielen. Es wird deutlich schwerer, das ist klar, aber keinesfalls unmöglich. Jede Mission, ob Haupt- oder Neben, kann komplett ohne Hilfe beendet werden. Solltet ihr also eher der einsame Wolf sein, müsst ihr mit den eigenen Mitteln sehr sparend umgehen, da Reparaturpacks (Medipacks) begrenzt sind.

Spielt ihr aber in einem Squad dann habt ihr schnell sehr viel Spaß am Endgame von The Division 2. Anders als bei anderen Titeln, kann das Endgame auch als solches bezeichnet werden. Ab Level 30 fängt es an wirklich interessant zu werden. Ubisoft wirft nicht nur die ewig gleichen Missionen nach euch, sondern würzt es hier und da mit sehr interessanten Story-relevanten Häppchen, auf die wir hier nicht eingehen wollen. Natürlich gibt es noch die Darkzone, die im Grunde genauso funktioniert wie im ersten Teil, nur dieses Mal in unterschiedliche Gebiete aufgeteilt ist.

In puncto Grafik ist The Division 2 wirklich eine Augenweide und zeigt was die Snowdrop Engine von Ubisoft Massiv wirklich kann. Die Stadt wird von der Natur bereits zurückerobert und doch gibt es Teile von Washington DC wo die Natur einfach nicht hinmöchte, da dort beispielsweise viele Meter hoch der Müll in Plastiksäcken liegt. Da von Augenweide zu sprechen ist zwar etwas unschön, doch genau das ist es eben. So viele Details sind in die Entwicklung von The Division 2 eingeflossen. Von Straßenschildern die scheinbar wahllos in die Scheiben von Autos gestoßen worden sind, von Katzen die Ratten jagen, bis ihr auftaucht und beide verscheucht, bis hin zu Hunden die entweder vor euch flüchten oder mit eingezogenem Schwanz vor euch stehen und winseln. The Division 2 ist wirklich ein Fest und Feuerwerk für die Augen.

Der Sound muss sich hier nicht verstecken, denn auch hier hat Ubisoft Massiv sich nicht lumpen lassen. The Division 2 ist komplett vertont, in verschiedenen Sprachen. Je nach Bedarf könnt ihr andere Sprachen herunterladen und es auf dieser genießen – es ist also für alle etwas dabei. Es ist aber vor allem die Soundkulisse die The Division 2 oft authentisch wirklich lässt. Auf euren Streifzügen durch Washington werdet ihr nicht von Musik begleitet, sondern hört nur die Stadt oder das Fehlen von typischen Geräuschen wie fahrende Autos. Auch das Waffen-Sound-Design ist sehr, sehr gut gelungen. Viele Waffen haben sehr unterschiedliche Klänge und das lässt euch Ubisoft auch hören. Manche sind deutlich tiefer und haben einen richtig, hörbaren Wumms, während andere gedämpft wirken oder deutlich höher klingen. Musik, sobald es brenzlig wird in Missionen, ist nie nervig, sondern trägt zur Dramatik bei. Ein sehr gelungenes Paket also.

Das hat uns nicht gefallen:

Wo so viel Licht herrscht, kann Schatten nicht weit sein und den gibt es auch in The Division 2. Fangen wir von oben an. Die Story ist im besten Fall als „schlicht“ zu bezeichnen. Vor allem aber die Tatsache, dass euch die Charaktere, die euch nach und nach vorgestellt werden komplett egal sind, zeigt wie oft sinnlos sie im Grunde ist. Selbst nach dem Abschließen aller Hauptmissionen bleibt kaum ein Charakter in Erinnerung, da sie selbst sehr unscheinbar und erschreckend vorhersehbar sind.

Ubisoft hat die Chance vergeben eine tiefgreifende Geschichte rund um Politik, Intrigen und Macht zu spinnen. Wer das sehen möchte, sollte sich wohl die neue Staffel von Game of Thrones anschauen. The Division 2 funktioniert aber erstaunlich gut ohne Story.

Schlimmer sind die kleinen Bugs, die sich auch nach einigen Updates noch ab und an zeigen. Darkzones können im Grunde gemieden werden, denn wer sich hier auf Schaden skillt, der braucht oft nur einen oder zwei Schüsse, um euch ins Jenseits zu bringen. Technik- oder Lebenspunkte scheinen hier nicht zu zählen. Ubisoft ist sich dessen aber bewusst und werkelt fleißig an einer Lösung.

Da helfen euch leider auch die vielen Gadgets nicht, die ihr im Spiel freischalten könnt. Einige davon sind im besten Licht als nutzlos zu beschreiben. Spieler, die alleine losziehen dürften sie deutlich besser finden als andere. Oft ist es aber so, dass man sich auf seine zwei Favoriten einschießt und diese dann auch kaum bis gar nicht mehr wechselt. Nur abhängig ob man eben alleine oder im Squad loszieht.

Den letzten Punkt müssten wir im Grunde zwischen gut und schlecht ansetzen. Nach erreichen von Level 30 könnt ihr euch spezialisieren. Euch stehen zur Wahl der Zerstörungsexperte, der Überlebensspezialist und der Scharfschütze. Sie bringen alle eine persönliche Waffe mit, Granatwerfer, Armbrust und Scharfschützengewehr, die mehr Schaden machen. Zudem erhaltet ihr nach Abschluss von Operationsbasen Skillpunkte, die ihr in diese Klassen investieren könnt. Ja, es bringt Vorteile aber sie sind oft nicht spielentscheidend.

Fazit:

The Division 2 ist eine Evolution des ersten Teils, ohne auf dem Stand von The Division 1 zu sein, nach dem es schon lange Zeit auf dem Markt war. Es gibt noch diverse Bugs und Problemchen, doch blockieren sie nicht das Spiel.

Abseits davon ist The Division 2 aber ein Looter-Shooter wie er im Buche steht. Ihr werdet im Grunde nur so mit Loot überschüttet und selbst legendäre Items stehen an der Tagesordnung, für alle, die das Endgame angehen. Es gibt so viele Belohnungen, dass der Spaßfaktor im Grunde nie aufhört. Nach Level 30 erwartet euch der Weltenlevel, den ihr ebenfalls hochklettern könnt, mit den Werten die euch eure Waffen und Ausrüstung bieten. Man ist im Grunde ständig auf der Jagd nach besseren Items. Ganz egal ob alleine oder im Team: The Division 2 richtet sich an alle Gamer, die gerne viel Loot sammeln und sich an den einzelnen Eigenschaften orientieren, um das bestmögliche Setup zu finden. Die schwache Story ist fast schon ein Segen, da man im Grunde kein Vorwissen benötigt.

The Division 2 bietet das, was andere Looter-Shooter nicht konnten oder können und macht unglaublich viel Spaß. Washington erwartet euch.

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Gut!

Ubisoft hat mit The Division 2 eine sehr gute Evolution zum ersten Teil veröffentlicht. Zwar gibt es noch Probleme und Bugs, doch gibt es aktuell wohl keinen so befriedigenden Looter-Shooter.

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