Montag , November 20 2017

TEST: The Last Guardian – Wie gut ist der neue von Team ICO?

Ein Spiel auf das fast eine ganze Konsolengeneration gewartet hat -von einem Studio, von dem jedes bekannte Spiel bis heute Kultstatus hat. Viel zu oft wurde es verschoben, doch nun ist es endlich da; The Last Guardian. Die Ansprüche der Fans sind extrem hoch, erwarten sie doch einen nächsten Kulttitel, doch kann The last Guardian diesen Wunsch erfüllen?

Es war einmal, in einer Zeit, in der Mythen noch lebendig waren – in einer Zeit, in der die Menschheit nicht das Maß aller Dinge war. Lebewesen wurden langsam erforscht und doch konnte die Natur noch immer mit Tieren überraschen, die man für unmöglich hielt. Mischwesen, die Eigenschaften bekannter Spezies in sich vereinen, gehören heutzutage in die Welt der Fabeln, doch sie waren einst real.

Trico ist ein solches Tier. Es scheint eine Mischung aus Vogel, Hund, Ratte und Katze zu sein und doch so viel mehr. Ein Tier so groß wie ein Haus und mächtig wie man es noch nie gesehen hat. Was aber möchte es von diesem kleinen Jungen, der sich in mitten einer Ruine wiederfindet, übersät mit fremden Zeichen auf seiner Haut?

Diese und alle andere Fragen, sind der Beginn einer spannenden Reise in eine vergessene Welt voller Wunder und Gefahren.

Das hat uns Gefallen:

Team ICO bleibt sich auch mit The Last Guardian treu. Es hat den für das Studio typischen Stil aufgegriffen und in eine neue Welt gebracht. Schon ab der ersten Sekunde sieht man den typischen Charme, den man sofort mit Team ICO in Verbindung bringt.

Das gleiche Prinzip ist auch beim Storytelling wiederzufinden. The Last Guardian bindet dem Spieler die Geschichte nicht direkt auf die Nase. Es gibt so viel Spielraum für Interpretationen und Gedanken, die erst mit der finalen Schlusssequenz bestätigt werden oder eben wiederlegt. Erst am Ende von The Last Guardian offenbart sich die vollkommene Geschichte hinter dem namenlosen Jungen und Trico, dem Fabelwesen.

Die kleinen Geschichtshappen werden dabei von einem Sprecher erzählt, der sich schnell als eine Erwachsene Version des Jungen herausstellt. Dabei ist die Geschichte von The Last Guardian gar nicht mit Worten zu beschreiben. Es geht um Vertrauen, Freundschaft und Aufopferung. Allein diese Aspekte werden durch das Gameplay und das Zusammenspiel zwischen dem Jungen und Trico „erzählt“.

The Last Guardian enthält viele verstecke Botschaften: oft sind die Dinge nicht immer wie sie es scheinen. Team ICO hat ein Spiel geschaffen, dass sich nicht zwangsläufig an eine junge Spielerschaft wendet. Die verborgenen und kleinen Andeutungen sind oft nur von reiferen Menschen zu erkennen und sorgen für diverse Gefühlsregungen. Dafür sorgt aber oft schon Trico mit seinem Verhalten. Sobald man das Vertrauen des Wesens hat, wird es auch bleiben. Mit der Zeit lernt das Tierchen sogar auf einige „Kommandos“ des kleinen Jungen zu hören, was die Fortbewegung innerhalb der Welt von The Last Guardian deutlich erweitert.

Abseits dessen ist das Sound Design in The Last Guardian wieder einmal auf den Punkt gebracht. Team ICO hat wieder eine eigene Sprache ins Spiel gebracht, die an eine Mischung aus Japanisch und indianischen Sprachen erinnert. The Last Guardian setzt Musik zudem nur in geringen Dosen ein. Sobald Musik spielt, wird etwas passieren – dramatisch oder nicht.

Das hat uns nicht gefallen:

The Last Guardian ist zwar ein schönes Spiel, doch die Grafik zeigt oft einfach, dass es mit dem Hintergedanken an die PS3 entstanden ist. Viele Texturen sind schlichtweg matschig und unschön anzusehen.

Gerade auf der Standard PS4 kommt es zudem gehäuft zu Einbrüchen der Framerate, was eigentlich seltsam ist, da zumeist nur Trico und der Junge auf dem Bildschirm zu sehen sind. Sicher, es gibt Abschnitte im Spiel, die einfach nur wunderschön sind, doch nicht zwangsläufig nach heutigen Standards.

Ebenfalls für Frust sorgt oft das Gameplay des kleinen Jungens. Tricos Begleiter stolpert gerne einfach durch die Welt von The Last Guardian oder hängt an kleinen Löchern am Boden fest, da er wohl unmöglich dazu in der Lage ist diese zu überschreiten.

Das ist leider noch nicht alles. Das Gameplay von The Last Guardian ist oft sehr vorhersehbar und zu Teilen auch leider uninteressant. Es gilt immer weiter nach oben zu kommen, ins Zentrum des „Nests“. Dazu muss der Weg für Trico frei geräumt oder aber Futter gesucht werden. Die wenige Abwechslung die dabei ins Gameplay gelangt reicht alleine nicht aus um für Motivation zu sorgen. Nur die Neugier hinter der Story sorgt für Antrieb weiter zu gehen, und oft die gleichen Dinge zu, nur leicht variiert.

Fazit:

The Last Guardian wird wohl nicht den gleichen Erfolg einfahren können wie ICO oder Shadow of the Colossus. Es war einfach eine ganz andere Zeit, auf einer sehr viel schwächeren Plattform. Dazu hat man in puncto Gameplay einfach nicht genug bieten können, um auf Dauer zu begeistern.

Sicher, es macht Spaß auf Trico zu klettern und ihn zu umsorgen, aber auch das wird irgendwann zu einer viel oft wiederholten Aufgabe. Grafisch sollte man seine Ansprüche runterschrauben, denn The Last Guardian ist nicht das typische PS4-Spiel.

Team ICO hat sich bei The Last Guardian auf seine Stärken konzentriert. Geschichten zu erzählen, wie es nur wenige können und machen. Das ist der größte Motivationsfaktor, den The Last Guardian hat und der Drang wissen zu wollen, was nun passiert ist, führt letztlich auch zu den Abschlusscredits.

Wer nicht viel Wert auf übertriebene Grafik legt und gerne in Kauf nimmt, dass es kleine nervige und oft auch frustige Passagen mit dem Jungen von The Last Guardian gibt, der dürfte trotzdem seinen Spaß am Spiel finden. Es ist aber kein Anwärter auf den nächsten Kultstatus.

PlayStation 4 Pro – Konsole (1TB)

Price: EUR 390,00

4.2 von 5 Sternen (552 customer reviews)

61 used & new available from EUR 329,99

Wertung

Grafik - 74%
Sound - 88%
Gameplay - 72%
Umfang - 78%

78%

The Last Guardian ist sicher kein schlechtes Spiel, verliert sich jedoch in einem sehr eintönigen Gameplay, das jedoch gut von der Geschichte aufgefangen werden kann.

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