Dienstag , Januar 23 2018

TEST: Uncharted 4: A Thief’s End – Der perfekte Abschluss?

Lange hat es gedauert, bis Sony einen Titel veröffentlicht hat, auf dem sich so viele Gamer gefreut haben, der nur exklusiv für die PS4 erscheint. Mit Uncharted 4: A Thief’s End ist es soweit und die Fanbase weltweit geriet in Verzückung. Zeitgleich ist dies auch der vorerst letzte Teil der Reihe und ganz sicher das Ende von Nathan Drake’s Geschichte. Auch wir waren voller Freude und haben uns Uncharted 4: A Thief’s End einmal ganz genau angeschaut.

Hohe Wellen schlagen gegen die Küste, einer kleinen Insel mitten im Ozean. So viele Inseln sind ein kleines Paradies, doch hier, am scheinbaren Ende der Welt, könnte man sich nicht ferner vom Paradies fühlen. Alle Knochen schmerzen, Blut tritt aus viele der kleinen und größeren Wunden aus. Hach, ein ganz normaler Tag im Leben des Nathan Drake. Ein Grinsen huscht über sein Gesicht, sich dessen bewusst, wie viele Abenteuer bereits hinter ihm liegen.

Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt aufzugeben, die Segel zu streichen. Rappel dich auf alter Junge, dieses Abenteuer ist noch lange nicht vorbei. Allerdings spricht wohl auch nichts dagegen noch ein paar Minuten liegen zu bleiben, sich an alte Zeiten zu erinnern – sein Körper wird es ihm danken, wenn er kurz verschnauft.

Welches Abenteuer war denn das spannendes, das schönste und vor allem das was seinen Entschluss für ein normales Leben festigte? Die Suche nach Sir Francis Drakes Sarg und Eldorado, Shambala oder doch die versunkene Wüstenstadt? Wieder ein Grinsen und ein zufriedenes Gesicht. Sein Leben war kein normales und er ist dankbar dafür. Genug getrödelt, da muss jemand gerettet werden. Auf geht’s Nathan, ein neues und letztes Abenteuer wartet.

uncharted 4 2

Das hat uns gefallen:

Naughty Dog ist zurück und hat all sein Talent und seine Erfahrungen in Uncharted 4 vereint. Der letzte Teil der Serie soll ein Überflieger werden und sie waren sehr nahe dran, genau das zu schaffen, doch dazu später mehr. Kommen wir zu den Fragen, die wirklich interessieren. Technik, Gameplay, Umfang, Aussehen und mehr.

Beginnen wir ganz analytisch mit der Technik, der Grafik und natürlich auch dem Sound. Uncharted 4: A Thief’s End ist wirklich wunderschön anzuschauen. Es ist ohne Zweifel das bisher schönste Spiel auf der PS4 und muss sich vor keinem PC-Titel verstecken. Naughty Dog verstand sich schon immer auf visuelle Effekte der Sonderklasse und auch Uncharted 4 ist da keine Ausnahme. Das Spiel ist eine wandelnde Postkarte der von sehenswerten Aufnahmen, die tatsächlich mehr sind als nur „ein Bild im Hintergrund“. In puncto Inszenierung ist Uncharted 4 das beste Spiel der Reihe, schön war bisher kein Spiel. Uncharted 4 gleicht mehr einem spannenden Film und hat viele Parallelen zu The Last of Us. Die Charaktere sehen diversen Schauspieler so sehr ähnlich, dass man während des Spielens oft denkt, dass könnte jener Schauspieler im Film übernehmen und das dieser. Der Bösewicht erinnert beispielsweise sehr stark an Jake Gyllenhaal, während Sully von William Hurt, und so komisch es klingt, da die Haarfarbe nicht übereinstimmt, Nate könnte von Chris Evans gespielt werden.

So gut wie die Grafik ist aber auch der Sound. Wie immer ist die englische Tonausgabe mein persönlicher Favorit aber selbst die deutsche Synchronisation ist nahezu perfekt gelungen. Nathan hat seine typische deutsche Stimme, wie auch Sully und Elena. Die Sprüche sind jedenfalls auf Deutsch ebenso unterhaltend wie auf Englisch.

Der Umfang von Uncharted 4 kann sich durchaus sehen lassen. Man darf nicht vergessen, dass es ein Adventure ist und kein Rollenspiel. Auf normalen Schwierigkeitsgrad mit moderater Spielweise hat uns das Abenteuer von Nate rund 13 Stunden fesseln können. Deutlich länger wird es dauern, wenn man alle Schätze finden möchte und statt einfach mit stumpfer Waffengewalt auf alles losballern möchte. Ähnlich wie in Teil drei könnt ihr auch hier heimlicher zuschlagen. In wunderschön animierten Gras und in einem kleinen Blätterdach könnt ihr euren Widersachern auflauern und sie ins virtuelle Jenseits schicken. Diese Spielart dauert dann noch einmal um einiges länger. Neu hinzugekommen ist, dass Nathan in diesem Abenteuer auch einmal ein Seil nutzen, allerdings nur zum Schwingen und um weitentfernte Punkte zu erreichen. Dazu später noch mehr.

Das waren im Grunde schon alle Gameplay-Experimente, auf die sich Naughty Dog einließ. Jeder Veteran der Franchise wird sich sofort zurechtfinden, da die Steuerung und somit das Gameplay nur geringfügig geändert wurden. Es wurde eher verfeinert, statt gänzlich überdacht – was aber auch sehr gut so ist. Noch immer klettert Nathan wie ein kleiner Affe von Entdeckung zu Entdeckung. Wo wir beim nächsten Punkt wären, der allerdings recht subjektiver Natur ist.

In Uncharted 4 ist Nathan deutlich häufiger am Klettern, als im Vorgänger. Allerdings entdeckt er auch sehr viel mehr als in Teil drei. Es gilt mehr Rätsel zu lösen, die aber zu keiner Zeit zu schwer sind, sondern gut lösbar, sofern man von Nathans Aufzeichnungen Gebrauch macht. Die bereits angedeutete Verwandtschaft zu The Last of Us zeigt sich auch im Gameplay deutlich. Nate ist kaum noch alleine unterwegs. Immer hat er eine Begleitung an seiner Seite, die ihm helfend zur Seite steht.

uncharted 4 1

Das hat uns nicht gefallen:

So gut das Spiel geworden ist, es gibt auch Punkte die uns nicht gefielen. Bleiben wir beim Gameplay. Wie angesprochen nutzt Nathan nun ein Seil, um von A nach B zu gelangen. Ist aber ein Vorsprung zu hoch, den nur sein Partner durch eine Räuberleiter erreichen kann, dann denken die beiden nicht eine Sekunde daran das Seil zu nutzen. Es bedarf erst einer viel zu schweren Kiste, die seit hunderten von Jahren auf einem Vorsprung stand, um Nate ebenfalls auf den richtigen Weg zu bringen.

Solche Abschnitte, wo die Logik aussetzt, zeigen einfach, dass man versuchte Uncharted 4 etwas in die Länge zu ziehen, das wirkt oft einfach etwas „hirnlos“. Viel zu oft habe ich mich dabei erwischt, wie ich laut sagte: „Nutzt doch das Seil, ihr tollen „Abenteurer“.“

Für mich wieder sehr uninteressant ist der Mehrspielermodus von Uncharted 4. Man bietet im Grunde keinerlei Anreiz diesen zu nutzen. Nur Freunde von Deckungsshootern dürfen sich hier angesprochen fühlen, denn mehr ist der Multiplayer nicht, trotz seiner Modi.

Fazit:

Uncharted 4: A Thief’s End ist ein kleiner Überflieger geworden, genau wie Naughty Dog es versuchte zu erreichen. Es ist wunderschön, voller Spannung und vor allem, voll von Geschichten, zwischenmenschlich und von längst vergessenen Zeiten. Es ist ein gelungener Abschluss, der allerdings auch sagt: „Wir danken dir Nathan Drake, aber wir brauchen eine Pause, wollen etwas Anderes machen.“

Die Präsentation ist wunderschön gelungen. Grafik, Sound und Gameplay lassen daran keinen Zweifel. Nur einige Logikfehler, um die Spiellänge etwas zu ziehen und der Multiplayer passen nicht ins Gesamtbild. Naughty Dog verabschiedet Nate, den wohl charmantesten Abenteurer überhaupt, mit einem Feuerwerk und vor allem mit einem Knall. Jeder Fan sollte zuschlagen, denn ein Wiedersehen mit Nathan ist wohl ausgeschlossen.

Wertung

Grafik - 98%
Sound - 96%
Umfang - 82%
Multiplayer - 70%

87%

Sehr Gut!

Kein perfekter Abschluss der Serie, aber sehr dicht dran. Naughty Dog hat noch einmal gezaubert und einen wundervollen, spannenden und grafisch unglaublich beeindruckenden Titel für die PS4 veröffentlicht.

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