Dienstag , Juli 25 2017

Uncharted: Golden Abyss – Review – Ein mobiles Abenteuer

Am 22. Februar veröffentlicht Sony nicht nur die PlayStation Vita, sondern auch jede Menge Games für ihr neues Handheld. Darunter auch Uncharted: Golden Abyss. Einmal mehr schlüpfen wir in die Rolle von Nathan Drake, der jetzt auch mobil auf Schatzsuche geht. Wir haben uns viele Stunden mit dem Spiel beschäftigt und unsere Eindrücke in diesem Review zusammengefasst.

Die Geschichte in Uncharted: Golden Abyss spielt zeitlich noch vor den Geschehnisse aus Drake’s Fortune. Drake wird von einem alten Freund, Jason Dante, angeheuert um ein Rätsel zu lösen. Es geht um einen Massenmord der vor mehr als 400 Jahren stattfand. Dabei trifft er nicht nur auf jede Menge Widerstand, seitens einiger zentralamerikanischen Einwohner, sondern auch auf die schöne Marisa Chase. Ihr Großvater hat die bereits angefangenen Ausgrabungen geleitet und ist plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Natürlich ist es an Nathan, der alle Rätsel aufklären muss und will.

Ist wirklich alles Gold was glänzt?

Bei einer Franchise-Portierung auf ein Handheld geht qualitativ oftmals viel verloren. Nicht nur grafisch, sondern auch die Story leidet nicht selten unter einer Portierung. Kann man das auch bei Uncharted: Golden Abyss behaupten? Nein, glücklicherweise nicht. Obwohl das Spiel von Bend, einem Studio von SCE, entwickelt wurde, also nicht von Naughty Dog, ist die Story alles andere als schlecht geworden.

Nur zu Beginn fühlt man sich etwas verlassen, da man den Ereignissen ungefähr zwei Wochen voraus ist und Nathan wie immer mitten in der Klemme steckt. Nach einem kurzen Zeitsprung findet man sich mitten in Zentralamerika wieder. Nathan und Dante sind gerade dabei ein Abenteuer zu beginnen, mit dem sie wohl nicht gerechnet hätten. Weiter wollen wir in puncto Story nicht vorgreifen, da sonst die Spoiler-Gefahr für einige Leser zu hoch sein dürfte.

Wischen, putzen und drehen

Abgesehen vom Offensichtlichen, der Größe und der Mobilität, unterscheidet die PS3 und die PlayStation Vita viel mehr als der erste Blick hergibt. Die PS Vita verfügt nicht nur über ein Touchscreen, sondern auch über das Rearpad, einem interaktiven Touchelement auf der Rückseite der tragbaren Konsole. Zusätzlich gibt es auch noch eine bewegungsempfindliche Steuerung, ganz ähnlich dem Sixaxis-Feature der PS3. Wie aber hat Bend diese Funktionen sinnvoll in Uncharted: Golden Abyss untergebracht, ohne dabei das Gefühl aufkommen zu lassen, dass man einfach nur die Features der PS Vita hervorheben will?

Man hat sich an realen Vorbildern bedient. So wird der Touchscreen, neben offensichtlichen Funktionen, wie springen, Granaten werfen und anderen Dingen, auch zum Pergament bzw. Papierstück umfunktioniert. Drake kommt mehr als einmal in die Lage, in der er mit einem Stück Papier einen Kohleabrieb machen muss. Mit dem Finger wischt man einfach über den Touchscreen, um versteckte Botschaften sichtbar zu machen.

Ähnlich funktioniert es auch beim Reinigen von Gegenständen. Selten hat ein Archäologe saubere Gegenstände aus dem Boden gewonnen und auch Nathan muss einige Gegenstände reinigen, bevor er sie bestaunen kann. Während man mit Hilfe des Touchscreens Erde und Schmutz entfernt, kann man mit dem Rearpad den jeweiligen Gegenstand drehen.

Das Rearpad hat jedoch noch weitere Funktionen. Während Drake zur Kamera greift kann damit auch der Zoomfaktor eingestellt werden. Was im ersten Moment schwierig bzw. fast schon unnötig klingt, geht überraschend locker und leicht von der Hand und wirkt keinesfalls fehl am Platz.

Bitte lächeln

Bevor wir zur Kamera, der PS Vita kommen, bleibt noch ein weiteres Feature offen. Wie hat Bend die Bewegungssteuerung ins Spiel implementiert? Wenn Drake mit dem Scharfschützengewehr auf seine Feinde zielt, könnt ihr Mit Hilfe dieser Steuerungsart zielen. Wem dies zu umständlich ist, der kann im Menü kurzerhand die Einstellung ändern.

Für die virtuelle Kamera funktioniert diese Steuerung hingegen sehr gut und wirkt wie eine echte Kamera in Mitten des Spiels. Die echte Linse wird allerdings auf andere Art eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist der gute alte: „ich sehe keine Schrift“-Trick. Hält man die Linse der Kamera ins Licht, das dabei wirklich hell sein muss, wird die Tinte plötzlich sichtbar. Auch dieses Feature hat man also sehr gut integriert.

Gefallen hat uns aber vor allem, dass die Möglichkeiten der Vita zwar genutzt wurden, jedoch nicht in einem Maße wie man es eventuell vermutet hätte. Zwar muss man öfters Gegenstände reinigen oder einen Kohleabrieb machen, jedoch wirkt es zu keinem Zeitpunkt so, als hätte man versucht jedes Feature des Handhelds in allen Kapitel unterzubringen.

Ansonsten hält man sich beim Gameplay an die „Vorgänger“ auf der PS3. Nathan muss klettern, laufen, schießen, sich prügeln oder in Deckung gehen. Dabei hat man auch darauf geachtet, dass alle Möglichkeiten des ursprünglichen Gameplays mit den Tasten der PS Vita genutzt werden können.

Meine Güte, siehst du gut aus

Bevor wir die Lobeshymnen auf die Grafik erklingen lassen, wollen wir meckern. Das kommt in Uncharted: Golden Abyss so selten vor, dass wir es uns gut ausgesucht haben, wann wir Kritik anbringen wollen. Es gibt Kantenflimmern und das nicht wenig! Sieht man es stark? Ja, lautet die Antwort, wenn man das Display direkt vor die Nase hält. Da dies kein normaler Mensch machen würde, bleibt zu sagen, dass das Spiel einfach unglaublich gut aussieht. Natürlich steckt in der PS Vita nicht die gleiche Power wie in der PS3 und so sehen einige Texturen matschiger und „unschön“ aus doch sobald man das Gesamtbild betrachtet, hängt die Kinnlade doch einige Zentimeter unter dem empfohlenen Tiefststand runter. Uncharted: Golden Abyss lässt die Grenzen zwischen PS Vita und PS3 ziemlich stark verschwimmen.

Ähnlich hoch ist auch das Niveau beim Sound. Neben dem typischen Soundtrack haben sich viele bekannte Sprecher die Ehre gegeben. Nathan Drake hat seine „Originalstimme“ und auch jeder neue Sprecher liefert einen sehr guten Job ab. Selbst die kleinen Boxen der PS Vita klingen gut. Noch besser wird es allerdings mit der Nutzung eines Headsets.

Fazit:
Was hätte alles schief gehen können? Die Fans haben noch frische Erinnerungen an Uncharted 3 und schon bringt Sony einen Handheld-Ableger auf den Markt. Doch ist das Spiel wirklich so gut wie seine Vorgänger? Ja, das ist es. Zwar gibt es einige Schwächen, wie der etwas holprige Start in die Story und das Kantenflimmer, doch ist Uncharted: Golden Abyss eines der Spiele, dass den Titel „Pflichtkauf“ verdient haben.

Wir können das Spiel wirklich jeden Fan der Serie empfehlen und auch jeder der die Abenteuer von Nathan Drake noch nicht kennt, wird sehr gut unterhalten werden. 

„…sieht einfach unglaublich gut aus“

 

 

Uncharted: Golden Abyss – [PlayStation Vita]

Price: EUR 40,38

4.6 von 5 Sternen (147 customer reviews)

12 used & new available from EUR 19,88

Check Also

TEST: Endless Space 2 – Ja ist denn schon wieder Winter?

… oder wie soll man ruhigen Gewissens so ein Weltraum-Strategie-Biest „für eine paar Runden“am Abend …