Dienstag , Juli 25 2017

WipEout 2048: Review – Die mobile Zukunft

Am 22. Februar veröffentlichte Sony die PlayStation Vita, ihr neuestes Handheld. Zum Start gibt es viele Titel, die bereits sehnsüchtig von den Fans erwartet werden. Darunter auch WipEout 2048. Wir haben uns den Zukunfts-Racer für die PS Vita genauer angeschaut und wollen euch in diesem Review verraten, ob sich ein Kauf wirklich lohnt.

WipEout war schon zu Zeiten der PSOne einer der Titel, die sich in die Köpfe der Spieler einbrennen konnte. Futuristische Vehikel, die längst das Zeitalter der Räder hinter sich gelassen haben, rasen in wahnwitzigen Geschwindigkeiten über die unglaublichsten Strecken. Egal ob Tempo 500 oder eine fast senkrechte Steigung – die WipEout-Gleiter lassen sich einfach nicht aufhalten. Mit WipEout 2048 schickt man sich nun an auch die PS Vita unsicher zu machen und verbindet dabei auch die Möglichkeit mit der PS3 zu interagieren, doch dazu später mehr.

 


Weniger und doch mehr?

Zunächst einmal fällt auf, dass WipEout 2048 etwas abgespeckt daher kommt. Zwar gibt es noch immer einige Strecken und Rennteams, doch bei Weitem nicht so viele wie auf der PS3. Als Trostpflaster gibt es dafür einige Abwechslung. Neue Rennstrecken und neue Teams erwarten euch. Darunter sind aber auch einige Klassiker, die man nicht aus dem Spiel nehmen konnte und wollte. Dennoch gibt es einen Punkt der unglaublich an der Begeisterungsschraube dreht – Ladezeiten. Man ist es ja gewohnt, auf den heimischen Konsolen rund 20 Sekunden zu warten, bis wir über den virtuellen Asphalt brettern können. WipEout 2048 ist ein Spiel der Extreme, die hohen Geschwindigkeiten erreichen allerdings nur die Gleiter innerhalb des Titels. Es dauert satte 40 bis 45 Sekunden, bis man überhaupt Gleiter von Team Feisar und Co. steuern darf. Im heutigen Zeitalter sollten solche Wartezeiten einfach nicht mehr vorkommen.

Hat man es aber erst einmal ins Spiel geschafft und wartet sehnlichst auf den Startschuss, befindet man sich auf einer emotionalen Achterbahnfahrt mit Tempo 500. Kaum ein Franchise hat einen dermaßen steigen Schwierigkeitsgrad wie die WipEout-Reihe. Denkt man anfangs noch: „Das soll jetzt so schwer sein?“, ist schon nach einigen Strecken Schluss mit der Annahme. Schließlich ist man an einem Punkt angelangt, an dem sich das Gefühl ausbreitet: „Das schaffe ich doch niemals …“. Zwischen all diesen Gefühlen und den endlosen Wartezeiten kommt dennoch schnell das gewohnte WipEout-Feeling auf, dass Fans bereits seit Jahren kennen und lieben.


Wo geht’s lang?

Steckt man erstmal einmal im Rennen und das eventuell auch noch zum ersten Mal, dürften die Strecken den einen oder andren Spieler zum Nachdenken bringen. Wie auf allen Rennstrecken dieser Welt gibt es Kurven und Steigungen, doch in WipEout 2048 wird es extrem. Kurven so scharf, dass man das Gefühl hat, dass der Gleiter unter einem wegbricht, da die Fliehkräfte mit voller Wucht an einem zerren. Dazu noch das verwirrende Strecken Design, dass alles andere als vorhersehbar ist. Für WipEout-Anhänger ist dies jedoch nichts Neues und dürfte für ein wohliges „Ich bin Zuhause“-Gefühl sorgen. Die Kampagne des Spiels ist ebenso schlicht gehalten, wie man es von der PS3 her kennt. Auf einem Hex-Feld kann man die verschiedenen Veranstaltungen sehen und sich aussuchen an welchen man teilnehmen möchte. Wie immer bei Wipout hat man dabei leider nicht das Gefühl ein aufstrebender Pilot bzw. Rennfahrer zu sein, sondern es geht nur darum das für sich beste Ergebnis zu erzählen, bzw. die Vorgaben zum Voranschreiten zu erfüllen.

Für Abwechslung sorgen die verschiedenen Rennmodi, wie der Kampf-Modus, der Zone-Modus oder die Time Trail-Events. Der Zone-Modus dürfte jedem PS3-User ein Begriff sein. Man fühlt sich nicht länger wie ein Rennfahrer, sondern als ob man mit Topspeed in einem Fieber- oder Drogentraum steckt. Ganz ähnlich hat man sich damals wohl das Innenleben eines PCs vorgestellt. Dazu gesellen sich noch Techno-Beats, welche die irre Fahrt noch unterhaltsamer machen. Im Kampf-Modus geht es dann nicht darum der Erste zu sein, sondern die meisten Abschüsse zu haben. Mit anderen Worten. Jeder Treffer zählt.

Eines der wohl besten Features des Spiels die Möglichkeit des Cross-Plays zwischen PS3 und PS Vita. Wollt ihr zusammenspielen, kann dies ohne Splitscreen erfolgen. Einfach die Vita mit der PS3 koppeln und schon kann man gegeneinander antreten. Bei den Online- als auch Offline-Mehrspielermodi gibt es bisher noch zu wenig Möglichkeiten. Wir hoffen, dass es zukünftig weitere Modi geben wird, in denen man sich messen kann.

Schnell, schneller WipEout

WipEout 2048 ist eine wahre Augenweide. Die verschiedenen Flitzer sehen einfach wunderschön aus und auch die Strecken lassen kaum einen Wunsch offen. Bei den verschiedenen Events fliegen die Effekte nur so an einem vorbei. So schön sah WipEout auf noch keinem Handheld aus. Einen Nachteil haben die tollen Animationen und Effekte dann doch. 60 Bilder pro Sekunde konnte man nicht umsetzen. Ansonsten läuft die Framerate jedoch stabil und ruckelt nur gelegentlich, wenn man im Kampfmodus zu viel Feuerkraft einsetzt.

Beim Sound hat man einmal mehr auf Technoklänge und Rhythmen gesetzt. Wie schon auf der PS3 und den Konsolen davor passt die musikalische Untermalung wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Fazit:
WipEout 2048 wird einen sehr guten Start auf der Vita hinlegen. Schnell, schön und der Franchise treu, präsentiert Sony den Einstieg auf ihrem neuen Handheld. Leider gibt es auch einige Aspekte, an denen noch gefeilt werden muss. Die ewig langen Wartezeiten und die geringe Auswahlmöglichkeiten bei den Modi lassen noch reichlich Platz nach oben offen. Es bleibt zu hoffen, dass Sony Liverpool hier noch nachbessert bzw. mit neuen Inhalten mehr Stoff für Unterwegs bietet.

Ansonsten wird WipEout 2048 auch auf der PlayStation Vita wieder jeden Franchise-Fan begeistern können. Grafik und Sound lassen einen kleinen Vorgeschmack auf die Zukunft des Rennsports erahnen. 

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